Jugend

Stärkster Anstieg der weltweiten Jugendarbeitslosigkeit und -armut seit 1919

23.08.10 - Mitten in die Aufschwungs-Prophezeiungen der Regierung erschien anlässlich des internationalen Tages der Jugend am 12. August eine Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die stärkste Zunahme der weltweiten Jugendarbeitslosigkeit seit 1919, als die ersten Erhebungen gemacht wurden. Die ILO ist eine Sonderorganisation der UNO. Im ersten Jahr der Weltwirtschafts- und -finanzkrise stieg die weltweite Jugendarbeitslosigkeit demnach von 2008 auf 2009 um 6,6 Millionen auf 80,7 Millionen Jugendliche.

Die ILO rechnet mit einem weiteren Anstieg. Die Quote arbeitsloser Jugendlicher ist dreimal höher als die der Erwachsenen. Die ILO-Studie weist beschwichtigend darauf hin, dass junge Menschen wesentlich schneller als Ältere wieder Jobs fänden. Ein schönes Trostpflaster: Denn besonders gravierend ist der Anstieg des Anteils der Jugend, die sich mit Gelegenheitsjob, Teilzeitjobs und schlechtest entlohnter Leiharbeit gerade so über Wasser halten.

Massenarmut ist keineswegs mehr vorwiegend eine Erscheinung in den unterentwickelten Regionen der Welt: Mit offiziell 17,7 Prozent ist die Jugendarbeitslosigkeit in den Industrieländern wesentlich höher als im weltweiten Durchschnitt. Hier war auch der höchste, jemals erfasste Zuwachs zu verzeichnen. Einen weiteren Aspekt deckte die Studie auf: Junge Frauen waren von der Arbeitslosigkeit mit 13,2 Prozent stärker betroffen als junge Männer (12,9 Prozent). Besonders stark ist die Arbeitslosigkeit im Mittleren Osten und in Nordafrika unter Mädchen und Frauen auf über 30,3 Prozent angewachsen.

Die Herrschenden gönnen sich den Luxus, einen großen Teil der Jugend nicht mehr auszubilden, ihren jugendlichen Elan, ihre Kraft und Energie nicht mehr für die gesellschaftliche Produktion zu nutzen. So leben nach der offiziellen Statistik 28 Prozent aller Jugendlichen weltweit in Armut, mehr als 150 Millionen, die weniger als einen Euro am Tag verdienen. Die ILO-Studie spricht besorgt von einer "verlorenen Jugend".

Die Hauptsorge der Herrschenden besteht aber nicht in der Zerstörung der Jugend durch Drogen, Elend, Umweltkatastrophen und Krieg, sondern dass sie für die Verteidigung des Kapitalismus verloren geht: Dass sie sich als "als Opfer eines Systems" fühlen, die "Schuld in der Globalisierung im Allgemeinen, in der Gier des kapitalistischen Systems" suchen und "revolutionäre Bewegungen wie die Maoisten in Nepal einen fruchtbaren Boden finden könnten". Also die Angst davor, dass die Jugend einen Ausweg sucht und findet.

Die sich belebende Rebellion der Jugend unterstreicht, dass diese besonders von der Weltwirtschaftskrise und den zunehmenden Repressionen der Herrschenden betroffen ist. Sie zeigt aber auch, dass sie den Monopolen und Regierungen den Kampf ansagt. Bei der Kulturwoche "90 Jahre Rote Ruhrarmee" in der letzten Woche haben Jugendliche begeistert teilgenommen und erklärt, von den Kämpfen der Arbeiter damals zu lernen, mit Mut gegen das kapitalistische System zu rebellieren.

Auf dem kürzlich zu Ende gegangenen Sommercamp des Jugendverbands der MLPD, des REBELL und seiner Kinderorganisation ROTFÜCHSE haben Jugendliche gezeigt, was sie als eine lebendige Lebensschule der proletarischen Denkweise mit Solidarität, Offensivgeist, Kreativität und Lernbereitschaft diesem kapitalistischen System entgegensetzen wollen und werden. An alle Jugendlichen, die sich weder mit Arbeitslosigkeit noch mit dem Ausweg in Drogen und Kriminalität  abfinden wollen: Herzlich willkommen im Jugendverband REBELL!

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