Politik

Berichte zum Antikriegstag 2010

03.09.10 - Am Mittwoch, den 1. September, war Antikriegstag. Viele Aktivitäten fanden dazu von Bündnissen und Gewerkschaften statt. Wir bringen Auszüge aus zwei Korrespondenzen, die auch die inhaltlichen Schwerpunkte des diesjährigen Antikriegstags widerspiegeln:

In Stuttgart versammelten sich ca. 150 Personen am "Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft". Redner und die Versammelten verbanden traditionell Forderungen gegen den Krieg mit der Verurteilung des Faschismus. Aktuell wurde das Verbot der NPD gefordert. Besondere Schwerpunkte waren in diesem Jahr die Verurteilung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr und die Werbung der Bundeswehr an den Schulen. "Kein werben für das Sterben" forderte der DGB-Redner Bernhard Löffler. Als besonderes Stuttgarter Thema nahm das "Hotel Silber" großen Raum ein. Es ist die ehemalige Stuttgarter Gestapozentrale. Sie ist zu einer Gedenkstätte geworden. Gefordert wird von einer Initiative der Erhalt des Hotels. Ein großer Teil der Anwesenden ging im Anschluss zum Bahnhof um die Proteste gegen "S21" dort zu unterstützen.

In Münster fand eine Veranstaltung des DGB-Münsterlandes statt. Es versammelten sich vor dem Zwinger ca. 50 bis 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch Vertreter von der Linkspartei, Solid, MLPD, DKP, SPD, Grünen und dem "Aktionsbündnis gegen den Krieg - Münster". Im Zwinger waren zur Zeiten des Hitlerfaschismus Widerstandskämpfer und andere Opfer des Faschismus gefoltert worden. Im Gedenken an diese Opfer, aber auch im Gedenken an die Opfer des 2. Weltkrieges legten die Teilnehmer Kränze nieder. Der Vertreter des Ausländerbeirates, Spyros Marinos, sprach in seinem Beitrag über den Überfall der Faschisten auf Polen am 1. September 1939 auch über den von der SS inszenierten Überfall auf den Sender Gleiwitz, welcher von den Faschisten als Vorwand für den Einmarsch in Polen diente. Uwe Schüllenbach, vom "Aktionsbündnis gegen den Krieg - Münster" sprach davon, dass die Bundesrepublik heute auch Krieg gegen die Völker der Welt führt und forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus dem Ausland und die Beendigung sämtlicher imperialistischer Kriegsvorbereitungen.