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Solidarität mit den entlassenen UPS-Beschäftigten in der Türkei!

Solidarität mit den entlassenen UPS-Beschäftigten in der Türkei!

04.09.10 - Die Internationale Transportförderung (ITF) ruft europaweit im September zu Solidaritätsaktionen für die Wiedereinstellung von 150 wegen gewerkschaftlicher Betätigung entlassenen Arbeitern und Angestellten von UPS Türkei und für ihr Recht auf tarifliche Anerkennung auf. Der internationale Konzern UPS hat weltweit bei einem Umsatz von 49,7 Milliarden US-Dollar (2007) 425.300 Beschäftigte und ist durch seine rigiden Methoden gegen die Arbeiter und Angestellten berüchtigt. 

Der Konzern beschäftigt in der Türkei mit seinen Tochtergesellschaften 4.000 Menschen in Depots sowie weitere 1.500 selbständige Auslieferungsfahrer. UPS ist in 31 Provinzen der Türkei mit Filialen vertreten und liefert flächendeckend Pakete und Frachtgut aus. Zu seinen Großkunden zählen viele europäische und deutsche Konzerne wie VW, Luftfedersysteme Hannover, ZF/Auerbach, Buellhoff-Bielefeld und die Deutsche Bahn. Die Bezahlung bei UPS Türkei liegt unwesentlich über dem gesetzlichen monatlichen Mindestlohn von umgerechnet 315 Euro. Zuschläge für regelmäßige Überstunden gibt es nicht, die Abgeltung erfolgt mit arbeitsfreien Samstagen.

Aufgrund der Gesetze muss eine Gewerkschaft in der Türkei über 50 Prozent einer Belegschaft organisieren und dies notariell beglaubigen lassen, bevor sie Tarifverträge schließen darf. Als TÜMTIS einen derartigen Organisationsgrad im Mai bei UPS bekanntgab, reagierte die Firma mit Entlassungen. Allein in dem Istanbuler Hauptlager wurden sofort 48 sowie in Ankara und Izmir weitere 28 Gewerkschafter gefeuert.

Seit dem 3. Mai stehen die Beschäftigten an zwei Standorten im Streik. Sie haben sich auf einen langen Kampf eingestellt. Dagegen hat UPS seine Angriffe weiter verschärft und an drei Standorten weitere Kollegen entlassen. Weil dies mit "Arbeitsverweigerung" begündet wurde, erhalten sie nach türkischem Recht keinerlei Arbeitslosengelder. Rückendeckung bekam UPS durch den Polizeipräsident und Gouverneur von Istanbul. Kollegen wurden zum Notar gezwungen, ihre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft rückgängig zu machen. Streikposten wurden bedroht.

Innerhalb der Türkei bekommen die UPS-Angestellten seit Monaten bei ihrem Streik Unterstützung von anderen Gewerkschaften ihres Dachverbandes Türk-Is, unter anderem der Luftfahrtgewerkschaft Hava-Is, der Lederarbeitergewerkschaft Deri-Is, der durch den Kampf der Tekel-Tabakarbeiter bekannten Lebensmittelgewerkschaft Tek Gida-Is sowie dem linksgerichteten Gewerkschaftsdachverband DISK.

Die ITF hat nun auf ihrem Kongress in Mexiko vom 5. bis 12. August die Fortsetzung und Verbreitung der Solidarität unter der Losung "Nicht die Willkür – Gerechtigkeit" beschlossen. Am 15. September soll ein nächster gemeinsamer Aktionstag sein. Alle Gewerkschaften, vor allem die, welche UPS-Beschäftigte unter ihren Mitgliedern haben, sind zu Solidaritätsaktionen aufgerufen.

Im Aufruf de ITF heißt es: "Falls UPS durch sein Vorgehen sein Ziel ungeschoren erreicht, geht eine klare Botschaft an andere multinationale Unternehmen aus, dass auch sie so handeln können."

Solidaritätsadressen an "rf-news"(redaktion@rf-news.de) und/oder www.itfglobal.org/news-online/index.cfm/newsdetail/5027/ViewIn/DEU