Politik

Unmenschlicher Umgang bei Abschiebung einer Bochumer Roma- Familie nach Serbien

04.09.10 - In einer aktuellen Pressemeldung verurteilt die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum einen unmenschlichen Umgang mit traumatisierten Familien:

"In den frühen Morgenstunden des 2. September 2010 wurde eine Roma- Familie durch die Bochumer Polizei aus ihrer Wohnung im Asylbewerberheim Krachtstraße abgeholt und nach Serbien abgeschoben. Die alleinerziehende Mutter und ihre drei noch minderjährigen Kinder im Alter von 17, 10 und 6 Jahren lebten seit Jahrzehnten als geduldete Flüchtlinge in Bochum, alle drei Geschwister sind in Deutschland geboren worden und in Bochum aufgewachsen.

Nach Zeugenaussagen fuhren gegen sechs Uhr morgens drei Polizeiautos in der Krachtstraße vor. Bewaffnete Polizisten samt Hunden verschafften sich Zutritt zur Wohnung der Familie und verbrachten diese zum Flughafen nach Düsseldorf. Die Abschiebung erfolgte ohne vorherige Ankündigung. (...) Der gestellte Eilantrag auf eine einstweilige Verfügung wurde nach wenigen Stunden vom Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen abgelehnt, so dass die Familie gegen 13.30 Uhr den Flug nach Serbien antreten musste.

Die Familie ist der Medizinischen Flüchtlingshilfe seit dem Jahr 2008 bekannt. Seitdem befindet sich ein älterer, inzwischen volljähriger Bruder der insgesamt 8 Geschwister in therapeutischer Behandlung. (...) Zwei der drei minderjährigen Kinder, der siebzehnjährige sowie der zehnjährige Junge, befanden sich seit dem Jahr 2009 in kontinuierlicher psychotherapeutischer Behandlung auf Grund multipler Traumatisierungen.

Die Medizinische Flüchtlingshilfe verurteilt die Abschiebung der Roma- Familie aufs Schärfste. (...)"