Betrieb und Gewerkschaft

"Keinen Fußbreit für Faschisten!"

Oberhausen (Korrespondenz), 07.09.10: Vergangene Woche kam es auf der Spätschicht bei MAN Diesel&Turbo SE in Oberhausen zu einem Eklat. Ein aus Serbien stammender Faschist, der von einer Leihfirma kommt und als Schweißer beschäftigt ist, hatte eine Toilette von oben bis unten mit faschistischen Hasstiraden gegen einen bestimmten türkischen Kollegen vollgeschmiert und dazu aufgefordert, den Kollegen samt seiner Familie zu zerstückeln.

Unterschrieben war das ganze mit "Serben-Basstard", wobei die faschistischen SS-Symbole verwendet wurden. Der von zu Hause herbeigerufene Meister stellte den Faschisten zur Rede, worauf dieser erwiderte: "Ja, dazu stehe ich, das darf ich schreiben, weil es hier ein Recht auf freie Meinungsäußerung gibt."

Der Meister bewies viel Zivilcourage, erklärte dem Faschisten, dass er sofort seine Sachen packen und das Werk verlassen soll. Erst mit herbeigerufenem Werkschutz und einem weiteren Vorgesetzten war es möglich, den mit einem Hammer bewaffneten Faschisten aus dem Betrieb zu werfen. Auf Druck von Kollegen, Betriebsräten und verschiedener Vorgesetzer sprach die Geschäftsleitung am folgenden Tag ein sofortiges Werksverbot aus und es wurde Strafanzeige bei der Polizei wegen Völkerhetze gestellt.

Während sich die Geschäftsleitung entgegen der Zusage mit einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der Belegschaft einige Tage Zeit ließ, gab die Vertrauenskörperleitung nach einer Zusammenkunft von Vertrauensleuten und Betriebsräten sofort ein Flugblatt heraus, in dem klar gemacht wurde, dass es für Faschisten im Betrieb keinerlei Spielraum gibt.

Ein anderer Leiharbeiter dieser Firma berichtete: "Es ist richtig, dass dieser Faschist auch von unseremn Chef sofort fristlos entlassen wurde. In der Firma arbeiten seit Jahrzehnten Kollegen vieler Nationalitäten gut zusammen, für Faschisten ist dort kein Platz."