Politik

Google - arrogante Machtausübung, arrogante Behandlung Betroffener

Bochum (Korrespondenz), 17.09.10: Wir haben vor vier Wochen in einem Brief bei Google in Hamburg Einspruch erhoben, dass das Haus, in dem wir wohnen, per "Street View" ins Internet gestellt wird. Zunächst einmal zeigt es eine arrogante Machtausübung von Google mit Rückendeckung der Bundesregierung, dass Google alle Straßen von 20 Städten in Deutschland ins Internet stellt, ohne auch nur einen einzigen Bewohner der Häuser in den Straßen um seine Einwilligung zu bitten. Ganz im Gegenteil! Jeder Bewohner muss selbst Einspruch dagegen erheben. Google hofft über "Street View" viel Geld zu verdienen mit ortsbezogenen Anzeigen.

Als nach vier Wochen keine angeforderte Eingangsbestätigung unseres Briefes eingetroffen war, versuchte ich heute, Google in Hamburg telefonisch zu erreichen. Auf keiner Internetseite von Google fand ich eine entsprechende Telefonnummer. Nur in der Telekom-Auskunft per Internet fand ich eine. Zunächst musste ich mir mindestens drei Minuten ein Tonband anhören, dass man zu den Google-Diensten alles im Internet findet. Von "Street View" allerdings kein Wort. Endlich eine menschliche Stimme, der "Empfang", eine höfliche Dame. Unser Brief? Kann der Empfang natürlich nicht sagen, ob der angekommen ist, nochmal per Fax oder per E-Mail übermitteln! Mit einem Sachbearbeiter sprechen? Nein, nicht möglich.

Nach mehrmaligen Drängen, mit einem Sachbearbeiter zu sprechen: "Ich frage mal nach." Dann wieder der Empfang: "Nein, den Brief nur nochmal per Fax oder E-Mail schicken." Keine Ansprache irgendeines Sachbearbeiters. Schließlich frage ich: "Wie ist denn bitte Ihr Name, damit ich mich auf dieses Gespräch beziehen kann?" "Kann ich Ihnen nicht nennen." So setzt sich die arrogante Machtausübung darin fort, das Gespräch mit den Betroffenen arrogant abzulehnen.