Umwelt

Massive Gesundheitsgefährdung der Stuttgarter Bevölkerung durch Bahnhofsabriss

Massive Gesundheitsgefährdung der Stuttgarter Bevölkerung durch Bahnhofsabriss
Bild eines der Säcke mit deutlichem Aufdruck

Stuttgart (Korrespondenz), 14.09.10: Der seit Wochen andauernde Abriss des Nordflügels des Stuttgarter Bahnhofs ohne irgendwelche Schutzvorkehrungen gegen die massive Staubbelastung wird schon lange von Demonstranten angeprangert. Trotz wiederholter Nachfrage wurde die Bevölkerung bis heute nicht informiert, warum die ursprüngliche Vorgabe, die Mauern Stein für Stein abzutragen, nicht eingehalten wurde und stattdessen die mit Sicherheit belastendste Abrissart angewandt wird.

Was viele vermutet hatten, wurde jetzt zur Gewissheit: Außer gesundheitsgefährdenden Stäuben werden offenbar auch große Mengen Asbest freigesetzt. Am Samstag, den 11. September, beobachteten Gegner des Projekts, dass aus dem dritten Stock des Gebäudes drei Plastiksäcke in den Hof geworfen wurden, von denen einer kaputt ging und sich als Inhalt ein weißes Pulver zeigte. Auf den Säcken waren Gefahrenhinweise aufgedruckt und das Wort "Asbest". Davon existieren eindeutige Fotos und Zeugenaussagen.

Der Versuch, hastig diese Aufdrucke mit Klebeband unkenntlich zu machen und die Säcke verdeckt unter einer Plane wohl zu reparieren – ohne irgendwelchen Atemschutz für die Arbeiter – kam zu spät. Es ist zu beobachten, dass auch weiterhin die Arbeiter auf dem Bau ohne jeden Atemschutz arbeiten (zu Beginn der Bauarbeiten hatten sie nicht einmal Helme!) und eine "Befragung" verschiedener Polizisten am heutigen Montag zeigte, dass sie über Gesundheitsgefahren in keiner Weise aufgeklärt wurden und natürlich auch nicht geschützt sind.

Es darf nicht zugelassen werden, dass die verantwortlichen Politiker – besonders der Stuttgarter OB Schuster, Ministerpräsident Mappus und Verkehrsministerin Gönner – für diese Verbrechen ungeschoren davonkommen. Sie müssen sofort zurücktreten!