Politik

Zwangsarbeit im Gefängnis

Düsseldorf (Korrespondenz), 17.09.10: Jeder Gefangene ist gesetzlich gezwungen, im Gefängnis zu arbeiten. Damit lässt sich für die Justiz gutes Geld verdienen, denn die Gefangenen müssen zu einem Hungerlohn, ähnlich Ein-Euro-Kräften arbeiten. Im vergangenen Jahr "erwirtschafteten" die nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten rund 41,6 Millionen Euro. Viele Gefangene sehen diese Zwangsarbeit dennoch als eine der wenigen Möglichkeiten an, der Langeweile und Eintönigkeit der Haft zu entgehen.

Dennoch handelt es sich um eine Zwangsarbeit, der sich Gefangene nicht entziehen dürfen. Die Arbeitszeit beträgt zur Zeit 39,75 Stunden in der Woche. Das Arbeitsentgelt liegt für Strafgefangene, jugendliche und heranwachsende Untersuchungsgefangene zwischen 7,94 Euro und 13,23 Euro - pro Tag! Für erwachsene Untersuchungsgefangene zwischen 4,41 Euro und 7,35 Euro. Weiterhin sind sie aus der Kranken- und Rentenversicherung ausgeschlossen. Und natürlich haben sie auch kein Streikrecht.

Mit diesen paradiesischen Bedingungen wirbt dann z.B. auch die Justizvollzugsanstalt Düsseldorf: "Gute Gründe für Ihr unternehmerisches Engagement: Minimieren Sie Ihre Kosten und die personellen Risiken ..."