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US-General Petraeus lobt "deutsches Kriegshandwerk" in Afghanistan

21.09.10 - Schon vor Auszählung der Parlamentswahlen in Afghanistan ist klar, dass der in den internationalen Drogenhandel verwickelte Präsident Hamid Karzai durch Terror und tausendfache Fälschung von Stimmzetteln wie bei der Präsidentschaftswahl im letzten Jahr die Angelegenheit für sich und seine Klientel entschieden hat. Während in den bürgerlichen Medien verbreitet wird, die niedrige Wahlbeteiligung sei auf "Terrordrohungen der Taliban" zurückzuführen, haben in Wirklichkeit große Bevölkerungsteile diese Wahlen boykottiert, weil sie keine Statthalter der imperialistischen Besatzung wählen wollen.

Gleichzeitig nimmt der bewaffnete Widerstand einen Aufschwung und die imperialistischen Besatzer trauen sich kaum noch aus ihren Stützpunkten heraus. Alleine in der vergangenen Woche sind offiziell 14 US-Soldaten getötet worden. Der neue Kommandeur der imperialistischen ISAF-Truppen, General David Petraeus, kündigte jetzt an, "den Sicherheitsaufwand zu verstärken". Scheinheilig erklärt er gegenüber den Medien, auch die Korruption der Karzai-Regierung bekämpfen zu wollen, wohl wissend dass diese Marionetten von Anfang an vollständig am Tropf der Imperialisten hängen.

General Petraeus begrüßte am Wochendende in einem Interview mit dem ZDF, dass zum ersten Mal seit 1945 deutsche Truppen in massive Kriegshandlungen mit Angriffen auf Aufständische eingebunden waren. Der groß angekündigte Abzug deutscher Aufklärungsflugzeuge (Tornado-Staffel) ist eine Nebelkerze, um zu verdecken, dass gleichzeitig die Zahl der Kampftruppen aufgestockt werden soll.

In einem Interview mit der "BILD"-Zeitung machte General Petraeus deutlich, wie der "verstärkte Sicherheitsaufwand" aussehen wird. Er rechtfertigte gezielte Tötungen durch US-Spezialkräfte, solche Operationen seien "absolut notwendig", weil man so "die Anführer des Widerstands aus dem Kampf nimmt". In solchen Fällen würde man zum Mittel des "kinetischen Schlages" mit Raketen greifen. Das meint auch der ranghöchste deutsche NATO-Offizier, General Ramms: "Eine gezielte Tötung von Taliban ist eine Option, auch für die Bundeswehr" ("Handelsblatt", 2.9.10). Verleumderisch werden alle bewaffneten Aufständischen über einen Kamm geschert und als "reaktionär-islamistische Taliban" diffamiert, um den Terror gegen das afghanische Volk zu rechtfertigen.

General Petraeus lobte in "BILD" den Kriegseinsatz der Bundeswehr. Er sei "beeindruckt von den Soldaten der Bundeswehr. Sie haben das Konzept der Aufstandsbekämpfung verstanden.“ Die Deutschen würden das Handwerk des Krieges beherrschen und er verwies in diesem Zusammenhang auf die Tradition deutscher Generäle im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Bekanntlich ging die faschistische deutsche Wehrmacht mit Massakern und Strafaktionen gegen Partisanen und die sie unterstützende Bevölkerung vor.

In seiner "Begeisterung" hat er aber übersehen, dass sowohl der erste wie auch der zweite Weltkrieg mit der vollständigen Niederlage des deutschen Angriffskrieges endeten. Die imperialistischen Besatzer in Afghanistan befinden sich auf dem besten Weg zu einer Niederlage. Davon kann weder die inszenierte Wahlfarce der Parlamentswahlen ablenken, noch jede erneute Ankündigung von baldiger Beendigung des Krieges und Abzug aller ausländischen Truppen bis 2011.

(Mehr zur "neuen Strategie" der Bundeswehr hier)