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"Wikileaks"-Enthüllungen belegen systematischen imperialistischen Terror im Irak

25.10.10 - Die Internetplattform "Wikileaks" hat erneut Akten über Kriegsverbrechen enthüllt, die von der US-hörigen irakischen Marionettenarmee, der US-Armee selbst und ihren Söldnern im Irak verübt wurden. Für Zeit von 2004 bis 2009 sprechen die Unterlagen von 100.000 Toten des Krieges, davon weit mehr als 60.000 Zivilisten. 24.000 Menschen seien als "Feinde" deklariert und gezielt liquidiert wurden.

Allein an Kontrollposten seien 861 Zivilisten von US-Soldaten getötet worden. Die Antikriegsgruppe "Iraq Body Count" kommt nach der Auswertung der neuen Dokumente auf mehr als 122.000 getötete Zivilisten zwischen 2003 und heute. Unzählige Menschen sind durch Folter umgebracht worden. Die "New York Times" schreibt, es sei "keine Ausnahme" gewesen, dass Häftlinge geschlagen, unter Wasser getaucht und ausgepeitscht wurden (mehr dazu: http://wikileaks.org/).

Die Reaktionen des US-Militärs und der Regierung sind an Zynismus und teilweise auch Sadismus nicht zu überbieten. So erklärte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Major Chris Perrine: "Da wird es wahrscheinlich keine großen Überraschungen geben. ... Das sind alles Anekdoten von gestern." Was für das Pentagon "keine Überraschung" ist, lässt bei der übergroßen Mehrheit der Menschen auf der Welt die schon bisher vorhandene Empörung über die rücksichtslose US-Kriegsführung weiter wachsen.

Bezeichnend ist, dass die US-Regierung noch nicht einmal den Versuch unternimmt, den Wahrheitsgehalt der Dokumente zu bestreiten. Statt dessen soll "Wikileaks" diese sofort wieder aus dem Netz nehmen, weil angeblich die "nationale Sicherheit" der USA auf dem Spiel stehe. Offensichtlich steht und fällt diese "nationale Sicherheit" maßgeblich mit dem Lügengebäude zur Rechtfertigung solcher Kriege wie im Irak oder in Afghanistan.

Die panische Reaktion zeigt aber auch die Verunsicherung der Herrschenden in den USA angesichts zunehmender Risse in ihrem Staatsapparat. Nach nie hat ein Informant aus dem Innersten des Pentagon der Öffentlichkeit so viele brisanten, geheimen Informationen zugespielt.

"Wikileaks"-Gründer Julian Assange kündigte weitere Enthüllungen an - obwohl die US-Regierung daran arbeite, den Spielraum des Internet-Dienstes weiter einzuengen. In diesem Sinne müssen alle Drohungen und Maßnahmen der Verfolgung gegen die Betreiber von "Wikileaks zurückgewiesen werden.