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Burmas Militärregime beendet Hausarrest von Aung San Suu Kyi

15.11.10 - Gestern wurde in Burma Aung San Suu Kyi, Führerin der "Nationalen Liga für Demokratie" (NLD), aus dem Hausarrest entlassen. Über 10.000 Anhänger feierten begeistert ihren ersten Auftritt in der Öffentlichkeit nach siebeneinhalb Jahren.

Am 7. November waren erstmals seit 20 Jahren Parlamentswahlen in Burma durchgeführt worden. "Zwei zentrale Kalküle verfolgte das Militärregime mit den zu diesem Zeitpunkt angesetzten Wahlen", heißt es in einem ausführlichen Gastbeitrag des Politik- und Sozialwissenschaftlers Rainer Werning, der in der nächsten Ausgabe „Roten Fahne“ erscheint.

"Erstens: Es geht ihm um eine überfällige 'Fassadenreinigung', um künftig internationale Kritik wirkungsvoller zu parieren. Zweitens: Die alte Führungsspitze muss sich rechtzeitig um eine Nachfolgeregelung kümmern, wodurch jüngere, ihr nach wie vor politisch geneigte (Militär-)Kader zum Zuge kommen, die gleichzeitig einen Regimewechsel zu vermeiden wissen. In diesem Sinne spricht vieles dafür, dass das Militär auch künftig seine exponierte Stellung in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft des Landes wahrt. Schließlich gibt es kein Land in dem regional bedeutsamen Staatenbündnis der Vereinigung südostasiatischer Nationen (Asean), dessen militärische Führung dermaßen kontinuierlich das Alltagsleben der eigenen Bevölkerung dominiert", so Wernings Analyse.

Zur Geschichte und zu den Hintergründen der Entwicklung in Burma mehr in der nächsten "Roten Fahne".