Betrieb und Gewerkschaft

"Tag der Solidarität" mit den streikenden Atlas-Beschäftigten

"Tag der Solidarität" mit den streikenden Atlas-Beschäftigten

Delmenhorst (Korrespondenz), 23.11.10: Seit vier Wochen schon stehen die 650 Kolleginnen und Kollegen der Atlas-Werke in Ganderkesee, Vechta und Delmenhorst im Streik für einen Tarifvertrag, gegen den Kapitalisten Fil Filipov, der offensichtlich einen gewerkschaftsfreien Betrieb durchsetzen will. Für Samstag, 20. November, hatte die IG Metall zum "Tag der Solidarität" in Delmenhorst aufgerufen.

Weit über 600 Menschen versammelten sich in Delmenhorst am Stadtwall zur Streik- und Solidaritätskundgebung. Darunter Kollegen aus anderen Betrieben, wie z.B. von Daimler und Arcelor Mittal in Bremen und von VW Wolfsburg. Von den Kollegen von Premium Aerotec in Varel (Airbus) wurden 2.500 Euro für die Streikkasse übergeben. Dafür gab es viel Beifall. Dazwischen mitreißende Lieder der Gruppe "Gutzeit" aus Hamburg.

Von der MLPD wurden 500 Solidaritätserklärungen der Landesleitung Nord-West verteilt und fast immer gleich gelesen. Den Vortrag der Soldaritätsadresse der MLPD am Mikrofon lehnte der IGM-Bevollmächtigte jedoch ab. Viel beachtet und oft fotografiert das große Transparent der MLPD "Internationale Arbeitereinheit - Für Arbeit, Frieden - Vorwärts zum echten Sozialismus", das von der MLPD Oldenburg mitgebracht wurde.

Wenig Beifall gab es für die Rede der Bürgermeisterin von Ganderkesee, Gerken Claas. Immer wieder wurde "Hubschraubereinsatz" gerufen. Die Gemeinde Ganderkesee und andere Behörden hatten Hubschrauberflüge von und in das Werk erlaubt, um die Torblockade zu umgehen. Inzwischen hat das Gericht die Streikenden dazu verurteilt, an jedem Werk ein Tor mit einer mindestens drei Meter breiten Zufahrt frei zu lassen. Die Kontrolle der Fahrzeuge darf nicht länger als 15 Minuten dauern.

Im "Gegenzug" wurde dem Kapitalisten Filipov verboten, die Streikenden mit Video-Kameras zu filmen, und soll er die schon gemachten Filme löschen. Zähneknirschend halten sich die Kollegen bisher an die Auflagen. Manche Kollegen fragen auch zurecht, warum nur Filipov angegriffen wird und nicht das große US-Monopol TEREX, als dessen Strohmann er mutmaßlich agiert.

Die Solidarität mit den Streikenden muss weiter wachsen. Man kann die Streikposten aktiv vor den Toren unterstützen oder über den Streik auf Betriebsversammlungen, Montagsdemonstrationen, im persönlichen Bekanntenkreis etc. berichten - und natürlich Solidaritätserklärungen schicken an: oldenburg@igmetall.de.

Weitere Infos unter www.atlas-streik.igmetall.de.