Betrieb und Gewerkschaft

Erfolgreicher Protest vor dem Arbeitsgericht - Panik beim MAN-Vorstand

Oberhausen (Korrespondenz), 15.01.11: In der Auseinandersetzung um die fristlose Entlassung des Betriebrats von MAN Diesel&Turbo Oberhausen, Zabit Cumcu, fand am Freitag, 14. Januar, der "Gütetermin" vor dem Arbeitsgericht statt. Vor dem Gerichtstermin wurde, übrigens das erste Mal in der Geschichte dieses Arbeitsgerichts, eine Kundgebung durchgeführt. Der Soli-Kreis "Gemeinsam sind wir stark" und Kollegen aus dem Betrieb hatten das organisiert. Die Kundgebung war von der Polizei nur auf der gegenüberliegenden Straßenseite genehmigt worden, um "den Fußgängerverkehr vor dem Gerichtsgebäude nicht zu behindern".

Dr. Jeske vom MAN-Vorstand ließ am Freitag alle Führungskräfte verschiedener Ebenen zusammen rufen und verhängte ein absolutes Interview-Verbot, da man befürchtete, dass auch das Fernsehen die Sache aufgreifen würde. Die MAN-Bosse sind in Panik, da die Auseinandersetzung inzwischen auch international durch die Medien geht. Im WDR-Fernsehen kam um 18 Uhr der Anwalt von Zabit Cumcu zu Wort, der klar äußerte, dass man diese Auseinandersetzung gewinnen werde.

Vor dem Gericht hatten sich nach und nach über 50 Kolleginnen und Kollegen von MAN Diesel&Turbo, aber auch aus anderen Betrieben wie Mannesmann Röhrenwerke Mülheim und Thyssen Krupp Steel in Duisburg eingefunden. Ebenso Kolleginnen der "Flugzeugreinigung Klüh" in Düsseldorf, die gegen ihre Entlassung kämpfen. Solidarität bekundete auch die Montagsdemo in Mülheim und Oberhausen, der Kreisverband Oberhausen der Linkspartei und die MLPD Mülheim-Oberhausen. Der WDR war mit einem Fernsehteam dabei, ebenso Vertreter türkischer Medien und die Lokalpresse.

Der "Fall Cumcu" ist Thema in Oberhausen und der ganzen Region, und es wird auch in den Medienberichten immer klarer, dass es sich um eine politisch motivierte Kündigung handelt. In der Solidaritätserklärung der Oberhausener Linkspartei wurde unter Beifall auch völlig berechtigt kritisiert, dass die örtliche IG Metall auch fünf Wochen nach dem Kündigungsantrag nicht ein einziges Mal mit Zabit Cumcu gesprochen hat und man erwarte, dass sich das ändere.

Der "Gütetermin" ging natürlich ohne Ergebnis zu Ende, die erste Gerichtsverhandlung ist am 21. Februar um 9.30 Uhr vor dem Arbeitsgericht Oberhausen. "Wenn nur 15 Zuschauer in den Gerichtssaal passen, dann werden wir eben mit der zehnfachen Anzahl vor dem Gerichtsgebäude sein", so ein Kollege von Zabit Cumcu am Schluss der Kundgebung.