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Evelyn Hecht-Galinski: "Ich vermisse das Mitgefühl von Frau Merkel für das Gaza-Massaker"

11.01.11 - Die Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Evelyn Hecht-Galinski, gab eine Erklärung zu dem Massaker gegen die Kopten in Ägypten mit dem Titel "Feigheit vor dem Freund" ab. Diese beginnt mit den Worten:

Kanzlerin Merkel empfindet Ekel und Abscheu nach dem schrecklichen   Attentat in Ägypten, begangen an koptischen Christen. Das schrieb sie an Präsident Mubarak. Auch ich verabscheue dieses Attentat. Aber sind nicht auch Abscheu und Ekel zu empfinden vor einer Diktatur des Regimes Mubarak und seines fürchterlichen Sicherheitsapparates? 

Wurde nicht El Baradei zum Weggang vor der Wahl, zum Weggang aus Ägypten "genötigt"? War es nicht eine Farce, diese ägyptischen Wahlen widerspruchslos hinzunehmen, aber die "demokratisch gewählte  Hamas-Regierung" in Gaza zu negieren und angebotene Verhandlungen  auszuschlagen? Unsere christliche Leit/Leid-Kultur mit Kriegen im Irak, Afghanistan, Pakistan und Jemen einzuführen, das rächt sich jetzt.

Ich vermisse das Mitgefühl von Frau Merkel für das Gaza-Massaker, das am 27. Dezember 2008 begann, bei dem 1.417 Palästinenser getötet wurden und das formal am 18. Januar 2009 endete. In Wahrheit endete es nicht und setzt sich bis heute fort. Das Blockieren, Besetzen und Morden an den von Israel in Geiselhaft gehaltenen Palästinensern wird von Kanzlerin Merkel toleriert."