Umwelt

Ganz Mitteleuropa von Überflutungen bedroht

Ganz Mitteleuropa von Überflutungen bedroht
Die Flut am Rhein steigt

11.01.11 - In ganz Mitteleuropa schwellen Ströme und auch kleine Flüsse und Bäche an. Die rapide einsetzende Schneeschmelze und der Regen der letzten Tage lassen Schlimmes befürchten. Sechs Menschen sind bisher allein in Deutschland ertrunken. Seit heute Vormittag wird die Bevölkerung mit Meldungen über einen allgemeinen Rückgang des Hochwassers beruhigt. Bisher kann man aber nur sagen, dass sich die Geschwindigkeit des Anstieg der Wassermassen verlangsamt.

Ein Rückgang des Höchststandes verzeichnen vor allem Flüsse mit einem geringeren Einzugsbereich wie die Mosel oder der Main. Da die Speicher in den Oberläufen der vielen Zuflüsse der großen Ströme bald übervoll sind und geöffnet werden müssen, um nicht einen Bruch von Dämmen zu riskieren, drohen noch ungewisse Gefahren. Vor allem wenn noch größere Regengüsse in den nächsten Tagen dazu kommen.

Es ist zu hoffen, dass die Gefahr zurückgeht und keine weiteren Opfer an Menschenleben zu beklagen sein werden. Die Schäden der zerstörten Häuser und Wohnungseinrichtungen für Tausende von Betroffenen geht ohnehin schon in die Millionen. Auch wenn uns jetzt das Schlimmste noch nicht ereilt, heißt das überhaupt nicht, sich in Sorglosigkeit zu wiegen.

Der entschiedene Kampf zur Rettung der Umwelt muss weltweit deutlich gesteigert werden! Denn was wir derzeit an Häufung von Wetterextremen erleben, ist eine unkontrollierte Entfaltung des bereits eingeleiteten Umschlags in eine globale Umweltkatastrophe. Ein Blick auf den ganzen Erdball verdeutlicht diese dramatische Entwicklung: Australien erlebt zur Zeit die größte Hochwasserflut seiner Geschichte. Gestern haben Sturzfluten die Stadt Toowomba verwüstet. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

In Indien gab es einen noch nie zuvor gekannten Kälteeinbruch, dem über 130 Menschen, die zu den Ärmsten gehören, zum Opfer fielen. Dabei ist gemessen an dem, was in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf uns zukommt, die jetzige Auswirkung noch relativ geringfügig. Selbst wenn sofort die fossile Verbrennung um 80 Prozent reduziert wird, sind bereits Tatsachen geschaffen, die das Klima auf Jahrzehnte weiter aufheizen werden. Das kann nicht einfach gestoppt werden, so wie man eine Lokomotive, die gerade in Fahrt kommt, nicht sofort auf Null herunter bremsen kann.

Das kapitalistische Profitsystem zeigt sich unter den heutigen Bedingungen als völlig untauglich, hier eine Wende herbeizuführen. Umso mehr ist das ein Grund, die Diskussion über den Sozialismus und Kommunismus, also die Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, in der Mensch und Natur wieder zu einer Einheit gelangen werden, zu führen.