Umwelt

Schwerer Schiffsunfall im Rhein

St. Goar (Korrespondenz), 13.01.11: Wir wohnen in direkter Nähe zu dem Tanker-Unfall im Rhein bei der Loreley und möchten euch davon berichten.

Der Rhein war über Nacht gesperrt. Etwa um 5.15 Uhr heute Morgen, ca. eine halbe Stunde nachdem er für die Schifffahrt wieder freigegeben worden war, lief an der Loreley ein Tanker mit 2.400 Tonnen hoch konzentrierter Schwefelsäure, von BASF kommend, auf einen Felsen bzw. auf ein Riff. Dabei kenterte das Schiff, zwei Mitarbeiter konnten gerettet werden, zwei weitere werden noch vermisst. Nach ihnen wurde zunächst mit Wärmebildkameras gesucht, inzwischen wird davon ausgegangen, dass sie in der Kajüte eingeschlossen sind.

Inzwischen wurde der Tanker mit Stahlseilen am Ufer befestigt, ein Auseinanderbrechen des Schiffes ist nicht auszuschließen. Bislang sind angeblich "nur" 200 bis 300 Liter Schwefelsäure ausgetreten. Es gibt ein großes Aufgebot der Feuerwehren, des Katastrophenschutzes, des Bundesschifffahrtsamts und von Krankenwagen. Da der Rhein bereits Hochwasser führt, besteht die Gefahr, dass Schwefelsäure in die Keller der Anwohner eindringt, dort weitere Schäden anrichtet, dass die Uferanlagen noch mehr beschädigt werden, abgesehen von einem zu erwartenden Fischsterben. Wenn der Tanker auseinanderbricht, wäre das für die Anwohner ein Super-GAU, weil die hoch konzentrierte Schwefelsäure auch noch dampft.

Hier geht der Profit vor Sicherheit, wenn solche Gefahrenschiffe nachts und bei Hochwasser fahren. Bei dem Schlamm, den ein Hochwasser mit sich bringt, sind im Radar nicht alle Felsen zu sehen. Das sagte mir jemand vom Technischen Hilfswerk.