Politik

Magdeburger demonstrieren gegen Neofaschisten

Magdeburger demonstrieren gegen Neofaschisten
Infostand der MLPD auf der "Meile der Demokratie"

Magdeburg (Korrespondenz), 17.01.11: Zu schauriger Trauermusik zogen 1.000 Faschisten, geschützt durch starke Polizeikräfte, am 15. Januar durch Magdeburg. Wegen der bevorstehenden Landtagswahl und ihrer Niederlage in Dresden im Februar 2010 hatten die Faschisten auch stärker bundesweit mobilisiert. Dieser Aufmarsch anlässlich der Bombardierung Magdeburgs im II. Weltkrieg treibt jedes Jahr mehr Gegendemonstranten auf die Straße.

Die Innenstadt wurde eingenommen durch die "Meile der Demokratie", ein buntes Straßenfest mit Infoständen von Initiativen, Schüler- und Studentengruppen, der Montagsdemo und der Friedensinitiative Offene Heide, Gewerkschaften und Parteien, mit Kulturbühnen und Aktionen. Es waren 1.000 Mitwirkende aktiv und mindestens 6000 Besucher gekommen.

Am Infostand der MLPD war die Kommunismus-Debatte das Hauptthema. "Die Grundsätze von Karl Marx wurden in der DDR nicht mehr verwirklicht - aber sie sind richtig!" Unserer Kritik an den Zuständen des bürokratischen Kapitalismus in der DDR stimmen in letzter Zeit immer mehr zu. Eine Genossin meinte: "Wir sind eben nicht der Meinung 'die Partei hat immer Recht' - für uns sind Kritik und Selbstkritik das Entwicklungsgesetz der Partei. Die demokratische Kontrolle ist sehr wichtig." Das wollten viele genauer wissen. Es gab auch noch skeptische Stimmen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das klappen kann." Doch dahinter steckt meist ebenfalls die Suche nach einer Alternative.

Etwa 500 meist junge Antifaschisten wollten aktiver gegen die Nazis vorgehen. Genossen von MLPD und REBELL beteiligten sich daran. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, es gab Festnahmen. Durchgeführt wurde auch eine halbstündige Sitzblockade in Magdeburg-Buckau. Auch viele Teilnehmer der "Meile der Demokratie" wollten Blockaden, aber es gab noch kein Bündnis, das eine Blockade organisiert wie in Dresden. Denn das "Bündnis gegen Rechts" ist dominiert von der Fraktionen des Magdeburger Stadtrats und unterstützt Blockade-Aktionen nicht. Das bleibt eine Aufgabe für die kommende Zeit.