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Klüh-Cleaning GmbH: Kampf gegen verschärfte Ausbeutung in der Flugzeug-Reinigung

Oberhausen (Korrespondenz), 24.01.11: Kolleginnen und Kollegen der Klüh-Cleaning GmbH waren sowohl beim Solifest als auch beim Arbeitsgerichtsprozess von Zabit Cumcu, von fristloser Kündigung bedrohter Betriebsrat bei MAN Diesel&Turbo in Oberhausen, um ihre Solidarität zu bekunden. Sie führen einen gemeinsamen Kampf. Derzeit laufen am Arbeitsgericht Düsseldorf über 30 Klagen von Flugzeug-Reinigungskräften gegen die Klüh-Cleaning GmbH Düsseldorf und die DLG Personalservice GmbH auf Weiterbeschäftigung wegen "Betriebsübergang" auf die Leiharbeitsfirma von Klüh, die DLG Personalcservice GmbH.

Die Kolleginnen und Kollegen hatten bisher bei Klüh Cleaning den Auftrag, die Flugzeuge der Air Berlin zu reinigen. Die Flugzeuge sollen möglichst sofort wieder für den nächsten Flug freigegeben werden. Die 160 Beschäftigten der Klüh Cleaning sind eine zusammengeschweißte kämpferische Belegschaft, die auch bei Lohnkämpfen mit vorne dran stand. Sie haben auch Betriebsräte, die es an der Seite der Belegschaft immer wieder mit Erfolg verhindert hatten, dass geplante Verschärfungen der Arbeitsbedingungen durchgesetzt wurden. Air Berlin verlangte aber letztes Jahr drastische Preissenkungen für das Putzen der Flugzeuge.

Daraufhin hat Klüh-Cleaning den Betrieb geschlossen und den Auftrag bekam die DLG Personalservice zusammen mit der Düsseldorfer Flughafengesellschaft. Obwohl der Betriebrat die Zusage ausgehandelt hatte, dass die meisten Beschäftigten mit ihren bisherigen Verträgen übernommen werden, wurden aber nur ca. 90 Beschäftigte und von den sieben Betriebsräten nur einer übernommen.

"Die KollegInnen, die jetzt bei der DLG ihre Arbeit fortsetzen können, berichten schon jetzt davon, wie dramatisch sich ihre Arbeitsbedingungen durch den Übergang verändert haben. Sie müssen jetzt mit festen Vorgabezeiten für die Flugzeugreinigung arbeiten – völlig unabhängig davon, wie verschmutzt die Maschinen wirklich sind. Per computergesteuertem Funkgerät werden sie im Minutentakt an die Vorgabezeiten erinnert, und sobald eine Maschine fertig ist, teilt ihnen das Funkgerät mit, welches die nächste ist – ohne die Möglichkeit, zwischen der anstrengenden und hektischen Arbeit in der Kabine kurz zu verschnaufen." (nach Bericht auf www.labournet.de)

Bei den Prozessterminen am 11. und am 21. Januar erfuhr man ganz konkret, wie notwendig der Kampf der Belegschaft ist. Denn stolz führte der Geschäftsführer der DLG die Neuanschaffung dieser Head-Sets als Beweis dafür an, dass es kein "Betriebübergang" sei, sondern eine neue Art, die Flugzeuge zu reinigen. Er war regelrecht begeistert von diesen Geräten, wo die Kolleginnen gesagt bekommen: "Sie haben noch drei Minuten für diese Arbeit, noch zwei Minuten, noch eine Minute, Schluss!"

Der Arbeitsrichter wollte aufgrund der widersprüchlichen Angaben der "Beklagten" nicht zu einer Entscheidung kommen und vertagte auf den 10. Februar um 11 Uhr. Bereits am Montag, 24. Januar, sind weitere Kammertermine anderer Klüh-Kollegen. Die Kolleginnen und Kollegen von Klüh brauchen weitere Solidarität.

Solidaritätserklärungen an den Betriebsrat: br.dus@klueh.de