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Blutiger konterrevolutionärer "Feldzug" von Mubaraks Schlägertruppe

03.02.11 - Die von den bürgerlichen Medien verbreiteten Illusionen einer "friedlichen ägyptischen Revolution" mit Volksfestcharakter unter dem Schutz der Armee haben sich gestern jäh zerschlagen. Geschätzte 4.000 Gefolgsleute von Mubarak haben überfallartig und organisiert Demonstranten auf dem Tahrir-Platz angegriffen. Abdel Samad, ein Augenzeuge, berichtete im "Deutschlandfunk":

"Plötzlich kamen vereinzelte Personen, Anhänger von Mubarak, und haben versucht, uns zu beschimpfen und Mubarak als Held zu titulieren. Wir blieben eigentlich ruhig und haben auch die jungen Menschen gewarnt, auf solche Provokationen zu reagieren. Am Nachmittag dann kamen diese Reitertruppen auf Kamelen und Pferden und haben dann mit Knüppeln und Schlagstöcken auf uns eingeschlagen."

Sie knüppelten wahllos auf alles ein, darunter Kinder, Frauen und alte Menschen. Die Massen haben sich nach Kräften gewehrt. In der gestrigen Nacht soll es nach Meldungen fünf Tote und bis zu 1.500 Verletzte gegeben haben. Die herrschende Clique um Mubarak ist nicht bereit, dem Willen der großen Mehrheit des Volkes nachzukommen und zu verschwinden. Obwohl Soldaten und auch Polizisten desertieren und der Staatsapparat sich zunehmen zersetzt, verfügt die Regierung durchaus noch über Machtinstrumente. So sind die neben der Armee bestehenden paramilitärischen Einheiten mit geschätzten 400.000 Mann zahlenmäßig gleich stark wie die reguläre Armee.

Es ist eine unerhörte Beleidigung, wenn unsere Boulevardpresse die Zuspitzung am Tahrir-Platz mit dem Begriff "Krawall" belegt und damit auch den Widerstand der Massen diskreditiert. Abdel Samad unterstrich die Berechtigung der Gewalt der Volksmassen: "Wir haben dafür gesorgt, dass zwischen Freitag und gestern jeder, der zum Tahrir-Platz hineinkam, keine Schlagstöcke und keine Waffen bei sich hatte. Es gab Durchsuchungen und so weiter, die von Zivilisten, von Demonstranten selber durchgeführt wurden, nicht von der Armee. Erst als diese Knüppelbanden, die Straßenhunde von diesem Regime - die Hunde haben eigentlich diesen Vergleich nicht verdient - auf uns eingeschlagen haben, dann müssen die Leute sich irgendwie verteidigen ..."

Heuchlerisch haben Angela Merkel, Nicolas Sakozy, David Cameron und Silvio Berlusconi und José Luis Zapatero eine gemeinsame Erklärung der EU heraus gegeben. Darin verurteilen sie unterschiedslos "alle, die Gewalt anwenden oder zu Gewalt anstiften, was die politische Krise in Ägypten nur weiter verschärft". Den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak nennen sie nicht mal namentlich. Und ihre eigene Rolle zur Unterstützung der konterrevolutionären Gewalt verschweigen sie tunlichst. Allein im Jahr 2009 hatte die BRD ihre Waffenlieferungen an Ägypten gegenüber 2008 von 33,6 Millionen Euro auf 77,5 Millionen verdoppelt, untar anderem Maschinenpistolen von Heckler & Koch. 

Solidarität mit der Volkserhebung in Ägypten! Schluss mit sämtlichen Waffenlieferungen der BRD an die Regierungen der Staaten in Nordafrika!