Umwelt

Monsterstürme in Australien und USA - Übergang in Klimakatastrophe beschleunigt sich!

05.02.11 - Der Wirbelsturm "Yasi", mit der höchsten Sturmstärke fünf und fast so groß wie ein Viertel des australischen Kontinents, ist in einer breiten Schneise über das Land hinweg gezogen und hinterließ Chaos und Vernichtung. In der Stadt Tully wurde jedes dritte Haus zerstört oder das Dach abgedeckt. Rund 175.000 Menschen sind ohne Strom. "Es ist unfassbar still, alle Vögel sind geflohen. Wie im Katastrophenfilm", sagte ein Anwohner. Durch die rechtzeitige Warnung vor dem Sturm, eine schnelle Evakuierung sowie durch hohe Standards bei den Bauvorschriften konnten eine noch schlimmere Verwüstung und offenbar auch Todesopfer vermieden werden. Das ist die dritte Umweltkatastrophe, die Australien innerhalb eines Jahres trifft, nach den Riesenwaldbränden vor ein paar Monaten und den verheerenden Überschwemmungen vor kurzem. Eine wesentliche Ursache dieses stärksten Sturms in der Geschichte Australiens ist die seit Jahren ansteigende Temperatur des Pazifiks. Die Meeresoberfläche in der Korallensee über dem Great Barrier Reef vor der Küste Ost-Australiens war in den vergangenen Monaten teilweise mehr als zwei Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Je höher die Wassertemperatur des Ozeans, desto stärker ist die Gewalt des Sturms. 

Zugleich tobt ein massiver Blizzard über weiten Teile der USA und Kanadas, mit heftigen Schneefällen, Hagel, Eis, orkanstarken Winde und dazu sibirischer Kälte. Die 3200 Kilometer lange Sturmfront erstreckt sich über fast die Hälfte der US-Bundesstaaten. Ein Drittel des Landes ist unter einer eisigen Schneedecke verschwunden. Insgesamt sind rund 100 Millionen Menschen von den Unwettern betroffen. Aus vielen Staaten werden Stromausfälle gemeldet. Die Menschen decken sich mit Lebensmitteln ein. "Dies ist ein lebensbedrohender Sturm", warnte der Nationale Wetterdienst der USA, "ein Sturm, wie wir ihn seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben".

Seit mehr als einem Monat führen auch heftige Niederschläge auf den Philippinen zu katastrophalen Zuständen. Rund zwei Millionen Menschen haben ihre Bleibe und Lebensgrundlage verloren. Mindestens 75 Menschen kamen bisher ums Leben. Es ist bisher kein Ende des Regens absehbar. Auch auf Madagaskar sind in den letzten Tagen bei schweren Regenfällen und Überschwemmungen sieben Menschen ums Leben gekommen. Ein Ende der Regenfälle ist auch auf der Tropeninsel nicht in Sicht. Erst vor wenigen Wochen verzeichnete Brasilien die stärksten jemals aufgezeichneten Regenfälle, die 800 Todesopfer forderten.

Regionale Umweltkatastrophen nehmen in den letzten Jahren beschleunigt zu, seien es gigantische Feuersbrünste wie in Australien oder Russland, alles verschlingende Überschwemmungen, oder extreme Witterungsschwankungen. Der Übergang in eine globale Umweltkatastrophe beschleunigt sich deutlich. Dabei stellt das alles nur einen Vorgeschmack auf das dar, was in den nächsten Jahren auf die Menschheit zukommt. Denn wir erleben heute nur die Auswirkungen vor allem des CO2-Ausstoßes von vor 30 Jahren. Seine Wirkung auf das Klima entfalten in die Atmosphäre tretende Gase wie CO2 oder Methan erst im Laufe von Jahrzehnten. 

Aber durch die internationalen Großkonzerne wird insbesondere durch die Verbrennung fossiler Energien die künstlich erzeugte rasante Erderwärmung ungebremst vorangetrieben. Von 1990 bis 2009 stieg der CO2-Gehalt in der Atmosphäre um 37 Prozent. 2001 - 2010 war das wärmste Jahrzehnt seit der Temperaturaufzeichnungen. Die Eisdecke in der Arktis ist im Dezember 2010 so stark geschmolzen wie nie zuvor. 

Die gesamte Produktionsweise unter dem Takt der  500 führenden internationalen Übermonopole funktioniert nur noch in Einheit mit einer gewaltigen Zerstörungskraft,  die gesetzmäßig die Lebensgrundlagen auf der Welt zerstört. Die Umweltkatastrophe schreitet beschleunigt voran.   Die  Regierungen der Länder mit den Hauptverursachern  widersetzen sich selbst den noch so geringfügig wirksamen Maßnahmen dagegen. Der Schutz der Milliardenprofite der "eigenen" Großkonzerne beim Feilschen um Konkurrenzvorteile auf dem Weltmarkt ist für sie oberstes Gebot. 

Das macht den länderübergreifenden aktiven Widerstand  und  dessen Verbindung zum Kampf für den Sozialismus dringend notwendig.