Betrieb und Gewerkschaft

Für die Weltfrauenkonferenz am Betriebstor bei BMW in München

München (Korrespondenz): 09.02.11 - Den schönsten Vorschlag hatte ein älterer Arbeiter: „Der Internationale Frauentag sollte ein gesetzlicher Feiertag sein – weltweit.“ Ihm war der 8. März als internationaler Frauentag sehr wohl ein Begriff, anders als einigen jungen Kollegen und auch Auszubildenden. Einen solchen Frauentag auszurufen – vor 100 Jahren – welchen Grund sollte es geben.

Ein paar türkische Jugendliche meinten, vielleicht, weil die Frauen immer alles machen müssen, kochen und putzen und so? Auch keine schlechte Idee, aber die Frage der Gleichberechtigung, das Frauenwahlrecht war nicht der erste Gedanke. Umso interessanter dann die Diskussion darüber, warum Arbeiterinnen im Schnitt 30 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. „Männer schon schwere Arbeit machen“ ein türkischer Kollege – da hatte er aber keine Zustimmung bei seinen Begleitern, die meinten: "Auch Frauen können schwer arbeiten." Wir erläuterten: "Seit wann bezahlen die Kapitalisten unsere Arbeit, wir alle verkaufen unsere Arbeitskraft. Dafür wollen die Kapitalisten den Frauen weniger zugestehen. Sie sehen es als ein Risiko für ihren Profit, Frauen zu beschäftigen, weil sie Kinder kriegen." Dass er ihnen deshalb von vornherein schon einmal weniger zahlt, war dann meist ein Aha-Erlebnis.

Daran schloss sich meist rege Kritik. Junge Leute bekommen oft nur Zeitverträge, Leiharbeitsposten, unsichere Arbeitsverhältnisse, wo man nicht planen kann, von wegen eine Familie gründen. Das war ein spannender Nachmittag vor BMW, ein toller Meinungsaustausch in dem die Weltfrauenkonferenz in Venezuela bekannt gemacht wurde, einmal die Frauen im Mittelpunkt der Gespräche standen und immerhin 35,00 € Spenden zusammen kamen. Ein Filmteam des Rebell machte Interviews mit jungen Autobauerinnen. Ein deutliches Selbstbewusstsein war zu spüren, nein sie selbst fühlten sich nicht unterdrückt, da würden sie sich nichts gefallen lassen – aber weltweit, da gibt es noch viel zu tun für die Befreiung der Frau. Das war einhellige Meinung.