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Die Fackel der demokratischen Revolution in Arabien brennt...

Die Fackel der demokratischen Revolution in Arabien brennt...
Das Plakat rief letzte Woche zum "Tag des Zorns" in Syrien auf

18.02.11 - Die Fackel der demokratischen Revolution hat inzwischen auch Bahrein und Libyen erreicht. Aufstandsähnliche Auseinandersetzungen sind in Bahrein, insbesondere in der Hauptstadt Manama, wo Streitkräfte und Polizei in die Menschenmenge schießt, um Demonstrationen zu unterbinden. Polizei überfiel eine Trauerdemonstration und erschoss vier Teilnehmer. Der Terror gegen die Bevölkerung erfolgt mit unmittelbarer Billigung der USA, die in Bahrein das Hauptquartier der 5. US-Flotte unterhalten. Bahrein, eine Insel im Persischen Golf, hat 1,3 Millionen Einwohner, die Hälfte davon sind nicht einheimische Arbeiter, vorwiegend aus asiatischen Ländern. Bahrein wird seit 200 Jahren von der sunnitischen Familie des Königs Hamad bin Issa al-Chalifa beherrscht. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört der Glaubensrichtung der Schiiten an, die seit Jahren gegen Benachteiligung und Armut protestiert. Neben Ölvorräten, die in ca. 20 Jahren zu Ende gehen, hat Bahrein große Bedeutung als internationales Finanzzentrum im so genannten „Offshore-Banking“. Mit der 5. US-Flotte, die 2010 um mehrere Flugzeugträger verstärkt wurde, die vor den iranischen Hoheitsgewässern kreuzen, kontrollieren die USA  die Öl- und Erdgasregion im Nahen Osten. Gestern wurde diese imperialistische Flotte durch einen weiteren Flugzeugträger, die USS Enterprise verstärkt, die vom Mittelmeer durch den Suezkanal nach Bahrein fuhr. Tausende Demonstranten fordern den Sturz der verhassten Königsfamilie. Kippt das Regime, muss vor allem der US-Imperialismus einen Domineffekt befürchten, der am Ende seine Vormachtstellung in der Region gefährden kann, wenn sich die Bewegung der demokratischen Revolution auch auf die anderen Golfstaaten wie Saudiarabien, Oman oder Qatar ausweitet. 

In Libyen sind zahlreiche Menschen am Donnerstag allen Einschüchterungsversuchen der Sicherheitskräfte zum Trotz auf die Straßen gegangen. Bei den Kundgebungen sollen mindestens 20 Demonstranten getötet worden sein. Bürgerkriegsgeschulte Elite-Polizeieinheiten gehen mit äußerster Härte gegen die Demonstranten vor. Laut oppositionellen Medien in Libyen feuerten Scharfschützen in die Menge. Auf Internetseiten der libyschen Opposition und von einem Gaddafi-Gegner hiess es, in vier Städten des Landes hätten am Donnerstag, der zum «Tag des Zorns» ausgerufen worden war, Protestkundgebungen stattgefunden. Die Aufrufe zur Teilnahme an den Demonstrationen wurden wie auch in Tunesien und Ägypten per Facebook und Twitter verbreitet. Bei Protesten in der Stadt Sentan, waren Demonstranten zu sehen, die einen Banner mit der Aufschrift «Nieder mit Ghadhafi. Nieder mit dem Regime» trugen. "Heute haben die Libyer die Mauer aus Angst durchbrochen. Es ist ein neuer Morgen", sagte Fais Dschibril, ein im Ausland lebender Oppositionspolitiker gegenüber der "Basler Zeitung".

Damit wächst auch die Bedeutung der internationalen Solidarität mit den Befreiungskämpfen in den arabischen Ländern. Ermutigt von seiner Teilnahme an der Düsseldorfer Solidaritätsdemonstration letztes Wochenende schrieb uns Mohamed, der jetzt in seine Heimatstadt Kairo zurückgekehrt ist: "Sie alle waren sehr herzlich und stark für Ägypten engagiert, was mich sehr berührt hat und mich weiterhin bewegt. Deshalb möchte ich mich im Namen Ägyptens und aller freiheitsliebenden Ägypter und Ägypterinnen, die in Deutschland leben herzlich bedanken. Es bleibt zu hoffen, dass das ägyptische Volk wach und stark bleibt und den Opportunisten keine Gelegenheit gibt, seine teuer erkämpfte Freiheit zu stehlen. Ich umarme euch im Herzen"