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Kairo: Hunderttausende feiern den Sieg über Mubarak

19.02.11 - Die Proteste im gesamten arabischen Raum weiten sich aus auch gegen den Einsatz brutaler Gewalt, mit der die herrschenden Regimes in Bahrein und Libyen diese im Keim zu ersticken versuchen. Während gestern auch erstmals von Protesten aus den Golfstaaten Oman und Kuweit berichtet wurde, fand in Kairo die offizielle Siegesfeier über das Mubarak-Regime statt. Gestern strömten hunderttausende von Menschen auf ihren Tahrir-Platz, der 18 Tage lang das Zentrum der Volkserhebung war. Die Stimmung war ausgelassen und überschwänglich. 

Die überwiegen von der Jugend getragene Protestbewegung, die Mubarak zu Fall brachte, forderte von den Militärs, die Forderungen der Massen auch umzusetzen. Dazu gehören solche wie: Zulassung aller unter Mubarak verbotenen Parteien, das Recht auf Streiks und Demonstrationen, die Anerkennung der regierungsunabhängigen Gewerkschaften, die Freilassung aller während der Aufstandssituation inhaftierten Demonstranten, die Verfolgung und Bestrafung aller Mubarak-Anhänger, die sich gegen das Volk schuldig gemacht haben.

Die Armeeführung ließ vier ehemalige Minister und enge Vertraute Mubaraks festnehmen und für 15 Tage in Untersuchungshaft setzen. Ihnen wird Geldwäsche vorgeworfen und ihre Konten wurden eingefroren. Das kommt einem Wunsch der Volksmassen entgegen, die die Rückgabe der gestohlenen Reichtümer einfordern. Nach wie vor sollen aber auch noch mehrere Hunderte von festgenommenen Demonstranten im Gefängnis sitzen. Wenn diese nicht freigelassen würden, sei dies ein Zeichen dafür, dass die Versprechen der Armee "nicht ehrlich" seien, sagte Mohamed Waked, einer der Organisatoren der Kundgebung.