International

Massendemonstrationen im Iran

16.02.11: Ermuntert durch die Kämpfe in Ägypten und Tunesien finden auch im Iran Massendemonstrationen gegen das reaktionär-islamistische Regime statt. Oppositionsgruppen sprechen von 100.000 Demonstranten von Montag bis Dienstag allein in Teheran.

Die Wut und der Hass auf das Regime von Ali Chamenei, dem so genannten „Religionsführer“ und Präsident Mahmud Ahmadinedschad entladen sich in brennenden Straßenblockaden und Sprechchören: „Mubarak, Ben Ali und jetzt unser Herr Ali!“ und „Chamenei ist ein Mörder! Seine Herrschaft ist illegal und wir erkennen sie nicht mehr an!“. Das Regime geht mit Polizei und bewaffneten Milizen gegen die Demonstranten vor. Tränengasgranaten und mit Gummi ummantelte Stahlgeschosse werden in die Menge gefeuert. Regimetreue Milizen, die so genannten Bassidsch, rasen mit Dutzenden Motorrädern in die Menschenmenge. Auf jedem Motorrad sitzen zwei Mann, einer lenkt, der andere drischt mit einer Stahlstange auf die Demonstranten ein.
Die Demonstrationen sind offensichtlich gut organisiert, blitzschnell tauchen Tausende von Demonstranten auf, die sich ebenso plötzlich wieder geschickt vor dem Polizeiterror zurückziehen. Obwohl das Regime Handynetze und das Internet weitgehend kappen ließ, finden die Massen Mittel und Wege, den Widerstand zu organisieren. Die Menschen lassen sich zunehmend nicht mehr vom faschistischen Terror des Regimes einschüchtern, das in den letzten Monaten über 50 Menschen hinrichten ließ, alles Mitglieder so genannter „Oppositionsgruppen“. Gegenüber Medien erklärt ein Demonstrant: „Was in Ägypten und Tunesien geschehen ist, hat uns gezeigt, dass man jeden Diktator stürzen kann. Und jetzt haben wir ein paar Vorteile gegenüber 2009: Wir wissen jetzt, dass sich dieses Regime nicht aus sich selbst heraus reformieren wird. Es gibt keinen Grund mehr abzuwarten.“ (Zeit online)