International

Frauenbewegung in Ägypten fordert ihre Rechte ein

21.02.11 - Im Lauf der 18-tägigen Massenproteste, die zum Sturz des ägyptischen Präsidenten Mubarak führten, ist der Anteil von Frauen unter den Teilnehmern der Streiks, Kundgebungen und Demonstrationen sichtlich gewachsen. Sie fordern seitdem immer lauter ihre Rolle als eine starke gesellschaftliche Kraft im Kampf für eine antiimperialistische demokratische Ordnung ein.

Eine Sprecherin der Frauen ist die Ärztin und Schriftstellerin
Nawal al-Saadawi. Die 79-jährige streitbare Frau kämpft seit vielen Jahren mutig für die Rechte der Frauen in Ägypten. Sie saß dafür im Gefängnis und lebte einige Jahre im Exil. In einem aktuellen Interview mit "welt-online" verurteilt sie die Einsetzung eines Verfassungskomitees vom Hohen Rat der Streitkräfte und erklärte:

"Dieses Komitee verrät alle Grundsätze dieser Revolution. Weil dieses Komitee all die Mängel in sich trägt, die wir am alten Regime beklagt haben. Zum einen sitzen in diesem Komitee nur alte Männer, allesamt Juristen. Wir brauchen einen kompletten Umbruch des Systems. Die Männer des Militärrats sind alles Mubaraks Generäle. Zweitens müssen alle Menschen, die an der Revolution beteiligt waren, auch Frauen und Jugendliche, in einem solchen Komitee gleichberechtigt vertreten sein... Frauen, Jugendliche und Arbeiter müssen sich jetzt organisieren. Ich persönlich werde zuerst daran arbeiten, die ägyptische Frauen-Union zu gründen."