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Katastrophale Arbeits- und Lebensverhältnisse für immer mehr Jugendliche auf der Welt

27.02.11 - Armut, Arbeitslosigkeit und schlechte Bildungsmöglichkeiten kennzeichnen laut dem am Freitag erschienenen Jahresbericht der UN-Organisation Unicef die materielle Situation von immer mehr der weltweit 1,2 Milliarden Jugendlichen. Die darin verwerteten statistischen Daten beziehen sich auf 2009. Deshalb weist Unicef darauf hin, dass sich die Entwicklung durch die Folgen der Weltwirtschaftskrise voraussichtlich noch erheblich verschlechtern werde. 2009 waren laut offizieller Statistik 81 Millionen Jugendliche arbeitslos, bereits 8 Millionen mehr als zwei Jahre zuvor.

Wenn Jugendliche Arbeit bekommen, seien dies meist Gelegenheitsjobs zu schlechten Bedingungen. "Viele Jugendliche verschwenden ihr Talent, sind desillusioniert und frustriert", heißt es dazu im Unicef-Bericht. Überdurchschnittlich hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit in Nordafrika. In Ländern wie Ägypten und Tunesien liegt selbst die offizielle Rate bei 24 Prozent. Dass die Jugendlichen sich mit dieser Situation nicht mehr abfinden wollen, ist ein Hauptfaktor für die länderübergreifende revolutionäre Gärung in diesen Ländern, in der gerade die Jugend eine besonders aktive Rolle spielt.

Auch in den Industrieländern ist die Jugendarbeitslosigkeit in den letzten Jahren stark angestiegen. Hier liegt die offizielle Rate im Durchschnitt immerhin schon bei 18 Prozent, 1998 waren es noch 14 Prozent. Für junge Menschen sei es im weltweiten Durchschnitt dreimal wahrscheinlicher als für Erwachsene, keine Arbeit zu finden. Auch deshalb seien Drogenmissbrauch und Essstörungen weit verbreitet, schätzungsweise jeder fünfte Jugendliche habe psychische Probleme.

Besonders prangert Unicef die Benachteiligung von Mädchen an. Sie seien meist schlechter ernährt und besuchten viel seltener eine weiterführende Schule als Jungen. Jedes dritte Mädchen in den abhängigen Ländern heirate vor seinem 18. Geburtstag, was ihre Abhängigkeit vom Mann bzw. patriarchalen Familienverhältnissen zementiert. Millionen Mädchen seien von Genitalverstümmelung bedroht.

Wenn Unicef als hauptsächliche Schlussfolgerung "gezielte Investitionen in Bildungs- und Gesundheitsprogramme" fordert, wird diese Forderung in den Ohren des herrschenden Finanzkapitals genauso verhallen wie es in den letzten Jahren und Jahrzehnten der Fall war. Die Unterordnung der gesamten Gesellschaft unter das Diktat weltmarktbeherrschender Konzerne führt gesetzmäßig dazu, dass die Jugend ihrer Perspektive beraubt wird. Investitionen in die Bildung kommen - wenn überhaupt - in erster Linie einer kleinen Elite zugute.

Dass viele Jugendlichen das nicht mehr hinnehmen wollen und welche Träume sie von einer besseren Welt haben, in wie vielen Kämpfen und Protestbewegungen sie sich engagieren - das alles spielt in dem Unicef-Bericht allerdings keine Rolle. Wenn er die bürgerlichen Politiker dazu ermahnt, die Unzufriedenheit der Jugend ernst zu nehmen, dann zielt das nicht zuletzt auch darauf ab, der weiteren Revolutionierung der Massen entgegen zu wirken. Im gemeinsamen Kampf von Jung und Alt für wirkliche Verbesserungen und in der Vorbereitung und Durchführung einer internationalen Revolution für vereinigte sozialistische Staaten der Welt liegt aber gerade die entscheidende Perspektive für die Masse der Jugend auf der Welt.

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