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Venezuela: Großes Interesse und Aufgeschlossenheit für die Weltfrauenkonferenz

Venezuela: Großes Interesse und Aufgeschlossenheit für die Weltfrauenkonferenz

Caracas (Korrespondenz), 26.02.11: Vorgestern sind wir mit einem Trupp von fünf Frauen und zwei Männern durch die Innenstadt von Caracas gezogen. In den Straßen zwischen dem Büro der Internationalen Brigaden und dem Regierungssitz haben wir Plakate aufgehängt und Spenden gesammelt. Schon an dem Kiosk, wo wir die Klebestreifen fürs Plakatieren kauften, erhielten wir einen kleinen Rabatt, nachdem wir auf die Wichtigkeit der Weltfrauenkonferenz hingewiesen hatten. So wie dieser Verkäufer erlaubten uns noch einige andere "vendedores ambulantes", an ihrem Stand ein Plakat aufzuhängen.

Überhaupt interessierten sich auffallend viele Männer für uns und unseren Einsatz, fragten nach, ließen sich gern mit den Plakaten fotografieren und gaben eine Spende. Ein Mann, der zunächst kein Kleingeld dabei hatte, rannte uns sogar noch hinterher und gab uns einen Zehn-Bolivar-Schein, was etwa zwei Euro entspricht (der Mindestlohn in Venezuela beträgt monatlich 1.200 Bolivar).

Wir stießen auf großes Interesse und Aufgeschlossenheit, oft bildeten sich regelrechte Trauben um uns. Viele Frauen wollten detailliert wissen, was auf der Weltfrauenkonferenz diskutiert wird. Besonders wichtig fanden sie die Frage der doppelten Ausbeutung und Unterdrückung und der Gewalt gegen Frauen. Einige wollten unbedingt zur Konferenz kommen und hinterließen ihre Adressen auf der Mitmachliste, um noch Näheres wie Uhrzeiten und Kinderbetreuung (!) zu erfahren. Insgesamt haben wir in eineinhalb Stunden 52 Plakate verklebt und 69,55 Bolivares gesammelt, das sind circa 14 Euro.