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Kämpferische Demonstration zur Solidarität mit dem Volksaufstand in Libyen

Kämpferische Demonstration zur Solidarität mit dem Volksaufstand in Libyen

Düsseldorf (Korrespondenz), 28.02.11: Rund 70 Demonstranten, davon etwa 90 Prozent arabische Migrantinnen und Migranten aus Libyen, Tunesien, Ägypten und Marokko trafen sich am Samstag auf kurzfristige Initiative einer in Düsseldorf lebenden Ägypterin. Sie kamen aus einem Umkreis von über 50 Kilometer angereist zum Burgplatz. Viele hatten selbst gefertigte Schildern mit Parolen wie "Freiheit für Libyen" dabei und stellten Kerzen für die Opfer der Massaker auf.

Sie brachten bewegt ihre große Trauer und auch ihren Hass über Gaddafi zum Ausdruck. Selten war eine so kleine Demonstration mit lauten Sprechchören und Ansagen so unüberhörbar wie diese, trotz einsetzenden Regen, der leider viele Passanten von den Straßen vertrieb. Die MLPD Düsseldorf unterstützte die Demonstration tatkräftig, stellte Lautsprecherwagen zur Verfügung und beteiligte sich im Einvernehmen mit den Veranstaltern an der Moderation.

Sachlich und kameradschaftlich diskutiert wurde die Forderung eines Teils der Demonstranten nach einem Eingreifen der UNO. Sie setzten ihre Hoffnung darauf, das Massaker an den kämpfenden Massen in Libyen wenigstens auf diese Weise beenden zu können. Dagegen wurde argumentiert, dass hier bei den führenden Regierungen der Nato offene Türen eingerannt werden, die bereits Pläne für eine militärische Intervention ausgearbeitet haben.

Die Erfahrung aus Afghanistan oder dem Irak muss als eine Mahnung gesehen werden, dass - wenn man den Wolf zur Haustüre hinaus jagt - man nicht den Tiger durch die Hintertüre herein lassen darf. Die MLPD griff in ihren Ansprachen die Rolle der deutschen Regierung an, die lange mit Gaddafi engste Geschäftsbeziehungen und politische Kumpanei betrieb und die Polizei-Spezialeinheiten, die jetzt auf die Bevölkerung schießt, mit ausgebildet hat.

Viele der Teilnehmer bestätigten aus Berichten ihrer Verwandten in der Heimat, dass nicht die Volksmassen in Libyen sich die Köpfe einschlagen. Es wächst die Einheit im Kampf um das Ziel, die Gaddafi-Clique zu stürzen und aus dem Lande zu jagen. Die Menschen sind sehr wohl in der Lage, ihre Sache selbst in die Hand zu nehmen und für eine neue Ordnung im Lande zu kämpfen. Hier drohe "kein islamistischster Terror, sondern alle - ob Muslime, Christen, Atheisten - wollen dass Gaddafi geht", meinte engagiert eine junge Marokkanerin.

Mit dem Versprechen, sich weiter gegenseitig zu unterstützen und im Geiste der internationalistischen Aktionseinheit die Solidarität zu verstärken, verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit herzlichem Händeschütteln. Viele waren erstmals auf einer Demonstration und betonten, dass sie während des Marsches wiederholt Tränen der Trauer über die Opfer in ihren Ländern, aber auch der Freude über diese gemeinsame von Herzen kommende Aktion bekommen hatten.