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Libyen - El Dorado für internationale Monopole

05.03.11 - Aus Libyen werden aus verschiedenen Regionen sehr schwere Kämpfe gemeldet zwischen der Aufstandsbewegung und dem Gaddafi-Regime. Auch in der Hauptstadt Tripolis, die noch in der Hand des Gaddafi-Clans ist, kam es wieder zu Protesten gegen das Regime. Nach den Freitagsgebeten versammelten sich dort an verschiedenen Stellen Demonstranten. 

Während einerseits Interventionsvorbereitungen unter der falschen Flagge der "Sorge um die Flüchtlinge" vorangetrieben werden (die USA stationieren jetzt Marineeinheiten, einen Hubschrauberträger und ein amphibisches Landungsschiff auf Kreta), wurde nach Berichten des "Hamburger Abendblatt" von der britischen Marine ein deutsches Containerschiff mit libyschen Banknoten im Wert von 100 Millionen Pfund (rund 119 Millionen Euro) an Bord gestoppt. Die "Sloman Provider" der Bremer Sloman Neptun Schiffahrts AG sei auf dem Weg nach Libyen abgefangen worden, habe das Innenministerium in London mitgeteilt.

Internationale Übermonopole haben bis heute enge Verbindungen mit dem Gaddafi-Regime, das ihnen "Ruhe" für die Ausbeutung der riesigen Energieressourcen garantierte. Der internationale Gewerkschaftsdachverband ITUC richtete am 3. März einen Brief an 28 internationale Monopole, die in Libyen in der Öl-, Infrastruktur- und Chemiebranche aktiv sind, mit der Forderung, sofort ihre Zahlungen an das Gaddafi-Regime einzustellen und das Geld in einen Fonds einzuzahlen, bis eine demokratische Regierung eingesetzt sei.

Die Adressaten des Briefes: ENI, BP, Royal Dutch Shell, Exxon Mobil, Occidental Petroleum, Gazprom, RWE, Nippon Oil and Energy, Petrobras, Statoil, Total, Chevron, Dow Chemical, Impreglio, Haliburton, Fluor, Vinci, ConocoPhilips, Marathon Oil, Amerada Hess, Wintershall Holding, OMV, Inpex, Polish Oil and Gas, Suncor, Repsol YPF, Tatneft und China National Petroleum Corporation.