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Sehenswert: "Kinder der Steine"

Nürnberg (Korrespondenz), 04.03.11: Im Filmkino "Casablanca" in Nürnberg wurde der Film "Kinder der Steine" aus Palästina gezeigt. Der Regisseur Robert Krieg kam und führte anschließend eine interessante Diskussion. Der Film erzählt sechs Lebens-Geschichten von Kindern, die 1989 auf einem Foto zu sehen sind, wie sie das Victory-Zeichen in die Kamera halten und die 20 Jahre später nochmal interviewt wurden. Heute sind sie alle Familienväter, die sich mit mehreren Jobs durchs Leben schlagen müssen.

Ihre Zukunftschancen sehen sie düster, sie finden keine Arbeit, sie können sich nicht frei bewegen in ihrem Land, das besetzt ist von Israel. Viele der Interviewten drücken ihre Sehnsucht nach Freiheit aus, und dass sie sich für ihre Kinder ein besseres Leben erhoffen. Vor allem auch die Frauen und Kinder sind die Hauptleidtragenden der unmenschlichen Zustände. Doch es gibt eine große Solidarität, alle helfen sich, wo Not ist, und sie sehen es als ganz selbstverständlich an. 

Die anschließende Diskussion zeigte bei den Zuschauern große Empörung über die Zustände im besetzten Palästina, vor allem darüber, dass Israel seine brutale Siedlungspolitik so fortsetzen darf, mit internationaler Unterstützung.

Auf die Frage, wie sich die gegenwärtigen Aufstände in den Ländern von Nordafrika, wo die Menschen aufbegehren und nicht mehr so leben wollen, auch auf Palästina auswirken, sagt der Regisseur R. Krieg, dass er Hoffnung hat, dass dieser Prozess nach vorne geht und auch den Palästinensern neuen Mut gibt. Es ist wie ein Signal, das sich ausbreitet, vor allem bei der Jugend, die aktiv wird, die Freiheit will und sich einsetzt für ein besseres Leben.

Der Film ist sehenswert und wird im "Casablanca" in Nürnberg noch bis zum 9.3.11, jeweils um 19.00 Uhr, gezeigt.