Umwelt

Mumbai: Freitagsdemonstrationen gegen größtes Atomkraftwerk der Welt

13.03.11 - Die Katastrophe in Japan hat die Anti-Atom-Bewegung in Indien bestärkt. In der Nähe von Mumbai soll in Jaitapur (Region Konkan) das größte Atomkraftwerk der Welt mit einer Gesamtleistung von 10.000 Megawatt entstehen.  Damit will die Regierung Indien zur atomaren Großmacht machen. Betreiber der Anlage sind der indische Staatskonzern Nuclear Power Corporation of India (Ltd) in Zusammenarbeit mit dem französischen Areva-Konzern. Am 4. Dezember 2010 unterzeichnete der französische Präsident Nicolas Sarkozy in Indien ein Abkommen über den Bau von sechs Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 1.650 Megawatt. 

Gegen den Bau des größten Atomkraftwerk der Welt hat sich eine breite Widerstandsbewegung im Konkan Bachao Samiti ("Rettet Konkan-Komitee") zusammengeschlossen. Es ist eine Aktionseinheit von Umweltschützern mit der ansässigen Bevölkerung, die in einer Fläche von 968 Hektar von ihrem Land vertrieben werden soll.
In Verbindung mit dem Aufruf der ICOR zu einem weltweiten Kampftag zur Rettung der Umwelt organisierte das Komitee am 4. Dezember eine Massendemonstration mit tausenden Teilnehmern rund um die Kraftwerksbaustelle.

Trotz Demonstrationsverbot und Verhaftung von tausenden Teilnehmern bildeten weitere Tausend eine Menschenkette um die Baustelle mit Forderungen gegen die indische Regierung, Sarkozy und Areva und die imperialistische Umweltzerstörung. In Mumbai fand eine Solidaritätsdemonstration statt, auf deren Schlusskundgebung Sanjay Singhi, Mitglied der CPI (ML) und stellvertretender Hauptkoordinator der ICOR, sprach.

Sanjay Singhi teilte heute telefonisch mit, dass sie - in Anlehnung an die Montagsdemonstrationen - beginnend mit dem vergangenen Feitag ab sofort jede Woche eine Protestversammlung an wechselnden Plätzen in Mumbai organisieren. Das Kraftwerk in Jaitapur soll in einer ähnlich erdbebengefährdeten Region wie Japan errichtet werden