Frauen

Internationaler Kampftag für die Befreiung der Frau mit vielfältigen Aktivitäten

Internationaler Kampftag für die Befreiung der Frau mit vielfältigen Aktivitäten
Auf dem Berliner "Alex" bildeten Teilnehmerinnen der Frauentags-Aktion eine große "100"

08.03.11 - Bei strahlenden Wetter fanden in Deutschland heute zahlreiche Straßenaktionen der kämpferischen Frauenbewegung statt. Auch am letzten Samstag gab es in verschiedenen Städten schon lebhafte Aktivitäten. Bereits aus den vorliegenden Berichten geht hervor, dass Tausende sich aktiv beteiligten und Zehntausende von Passanten erreichten. Berichtet wird über eine große Breite, eine gleichberechtigte Zusammenarbeit und Überparteilichkeit der Veranstalter - was auf  große Aufmerksamkeit und Zustimmung bei den Frauen und Passanten traf.

Die MLPD war überall aktiv dabei und brachte die Position des echten Sozialismus ein - letztlich ist die Befreiung der Frau nur im Sozialismus möglich, die gesellschaftliche Realität des Kapitalismus bringt eben keine wirkliche Gleichberechtigung. Größere Fortschritte bei Frauenrechten waren immer an Revolutionen gebunden. Darüber gab es vielerorts interessierte Diskussionen, auch über die ganze Bandbreite frauenpolitischer Themen wurde diskutiert, wie die schlechtere Bezahlung, fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, den Sexismus usw. 

Auch ein ausgeprägt internationaler Charakter zeigte sich bei diesem Tag: sei es in der engen Zusammenarbeit mit Migrantinnen, in der Unterstützung internationaler Kämpfe wie in Nordafrika und natürlich in der engen Verbundenheit mit der Weltfrauenkonferenz in Venezuela (vom Frauenmarsch in Caracas heute gibt es einen Film unter www.worldwomensconference.org). 

Die durchweg kämpferischen Aktivitäten zeichneten sich durch kulturelle Vielfalt und Ideenreichtum aus (Beiträge, selbst gemachte Gedichte und Lieder, Verkleidungen, Straßentheater, Spezialitäten usw.). Auch in und vor Betrieben gab es - teilweise erstmals wieder - Aktivitäten. An vielen Orten nutzten auch Männer die offenen Mikrofone, um ihre Solidarität mit dem berechtigten Kampf der Frauen auszudrücken. "rf-news" wird weiter berichten. Herzlichen Dank für die vielen interessanten Korrespondenzen, hier sind sie:

Berlin: Herzliche Grüße in alle Welt!

Am Samstag, den 5. März, waren 120 Frauen und Mädchen und einige Dutzend Männer auf dem Mathilde-Jacob-Platz vor dem Rathaus in Berlin-Moabit zusammengekommen, um den 100. Internationalen Frauentag zu feiern! Bei Eiseskälte wurden die Herzen von tollen Kulturbeiträgen erwärmt: Frauen aus neun Ländern sprachen die Begrüßung in ihrer Muttersprache, eine große Mädchentanzgruppe begeisterte mit ihrer Vorführung, eine kolumbianische Mutter stellte mit ihrer Tochter eindrucksvoll kämpferische Frauen aus Lateinamerika vor. Clara Zetkin und Mathilde Jacob, Freundin und Sekretärin Rosa Luxemburgs, kamen "zu Besuch" und wurden interviewt, eine Moabiterin aus den USA beeidruckte mit stimmgewaltigen Soul-Songs, und schließlich traute sich noch spontan ein Mädchen mit einer minutenlang auswendig vorgertragenen lateinamerikanischen Karaoke-Einlage ans Mikro. Erstmals seit vier Jahren waren außer der MLPD auch SPD-Frauen sowie eine Genossin der Linkspartei mit Infostand anwesend bzw. sprachen am offenen Mikro, auch eine Vertreterin der Bündnis-Grünen nahm engagiert teil. Der Frauenverband "Courage" warb für die Gründung einer Kiez-Gruppe, der Verein "Solidarität International" sowie eine Kiez-bezogene-Umwelt-Initiative waren mit Infoständen vertreten. Natürlich wurde auch die zeitgleich stattfindende Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Venezuela bekanntgemacht und für die zentrale Frauentagsdemo am 8. März im Zentrum Berlins geworben. Rosen und Frauentagsgrüße, Kaffee und Kuchen, Frauenbilder-Girlanden und lila Luftballons, das schöne Groß-Transparent - man konnte sich trotz Winterkälte wohlfühlen. Umso mehr wurde der seit Jahren anhaltende faktische Boykott der Veranstaltung durch Bezirksbürgermeister und Gleichstellungsbeauftragte von vielen Anwesenden missbilligend diskutiert - ob hier antikommunistische Vorbehalte die Unterstützung der überparteilichen Frauenbewegung verhindern? Nun, den Moabiter Frauentags-Aktivistinnen jedenfalls ist die Stärke, die in der wirklichen Überparteilichkeit der kämpferischen Frauenbewegung liegt, mit jedem Jahr mehr bewusst. Daran wird auf Dauer niemand mehr vorbeikommen! In diesem Sinne viele Grüße aus Berlin in alle Welt zum 100. internationalen Frauentag!

Bochum: Eine Opel-Kollegin berichtet

Vor dem Tor wurden durch Kolleginnen und Kollegen IGM-Karten zu 100 Jahre Internationaler Frauentag und Kulis verteilt. Die Kolleginnen haben sich sehr darüber gefreut – vor allem darüber, dass die Situation der Frauen mal wieder ein Extra-Thema ist. Das ist in den letzten Jahren gar nicht mehr so üblich. Die Männer fanden es zum Teil auch ganz gut – vor allem auch, weil in den letzten Wochen die Weltfrauenkonferenz in Venezuela immer wieder im Betrieb diskutiert wurde.

Bochum: Mit Parolen und Kochtöpfen

Beim herrlichsten Sonnenschein feierten verschiedenste Frauenverbände den 100. Jahrestag des Internationalen Frauentags auf dem Dr. Ruer Platz. Dieser wurde von der Gleichstellungsstelle organisiert. Damit es nicht nur beim Feiern blieb ergriffen im Vorfeld Gewerkschafterinnen die Initiative eine Kundgebung und eine Demonstration auf die Beine zu stellen. So wurde nach Jahrzehnten in Bochum ein kämpferischer 8. März durchgeführt. Auf der Kundgebung sprachen Frauen, denen es ein Anliegen war, weiterhin für die Frauenrechte, für die Befreiung der Frau, gegen Krieg, gegen den Sexismus und für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, den Sozialismus zu kämpfen. Es wurde die Weltfrauenkonferenz begrüßt und ebenso, dass eine Kollegin von Opel als Delegierte dort die arbeitenden Frauen vertritt. Die ca. 80 Frauen, Männer und Kinder begrüßten es, dass die kämpferische Frauenbewegung in Bochum stärker wird. Auf der Kundgebung sprachen Frauen vom Frauenverband Courage, die Opel-Betriebsrätin A. Gärtner Leymann, Sevim Dagdelen, Bundestagsabgeordnete von der Linkspartei, eine Frau vom Bundesverband der Migrantinnen, eine Frau von der MLPD und eine vom REBELL. Anschließend zogen ca. 50 Demonstrierer durch die Innenstadt, mit Kurzreden und Parolen und Kochtöpfen. Das war ein guter Anfang für einen kämpferischen 8. März unter dem Motto: "Her mit dem ganzen Leben!"

Bottrop: Mitmachaktion in der City

Bei strahlendem Sonnenschein fand in der Bottroper City der 100. Internationale Frauentag statt. Bei einer Mitmachaktion, zu der sich eine Aktionseinheit aus Montagsdemo, Frauenverband Courage, "Kumpel für AUF", MLPD, Rotfüchse und einige Einzelpersonen zusammengeschlossen haben, hatte etwa 30 ständige Teilnehmer. Zahlreiche Passanten blieben stehen und es gab viele angeregte Diskussionen. Auf Grußkarten konnte man Grüße und Wünsche an die Weltfrauenkonferenz senden - hier ein paar Auszüge: "Dass Frauen, egal welcher Religion, Arbeit finden", "An alle Frauen: seid euch euren Wertes und eurer Persönlichkeit bewusst!", "Dass sie nicht darauf reduziert werden, dass sie Frauen sind. Gleichberechtigung!", "Eine gleichberechtigte Zukunft in einer nicht vergifteten Welt!", "Dass die Frau international geehrt wird. Z.B. als Mensch gesehen", "Eine Welt ist nur so frei – wie die Frauen frei sind", "Eine weltweite Organsierung zur Durchsetzung ihrer Interessen". Die Rotfüchse verkauften Rosen, die mit selbstgebastelten Grüßen versehen waren. Bei Kaffee, Kuchen und wer wollte, einem Gläschen Sekt, ließen die Teilnehmer die Aktion ausklingen.

Dessau: Die Montagsdemo hat eingeladen

Aus Anlass des 100-jährigen Kampftags der internationalen Frauenbewegung lud die Montagsdemo Dessau – ausnahmsweise zum Dienstag – zur Kundgebung mit offenem Mikro. Die Montagsdemonstranten freuten sich über engagierte Redebeiträge – u. a. eines Vertreters der Bremer Montagsdemo und der Direktkandidaten der MLPD/Offene Liste für Dessau-Roßlau-Wittenberg, Klaus Fuchs, und für Wolfen, Stadträtin Ina Korntreff. Die Moderatorin Cornelia Jungk überbrachte die Grüße der Weltfrauenkonferenz an die Frauen und Mädchen der Welt und stellte unter Beifall ihre Beschlüsse zu den drei internationalen Kampftagen der Frauenbewegung vor. Traditionell wurden heute vielerorts den Frauen Blumen geschenkt – vor allem von Kaufhäusern und den im Wahlkampf stehenden Parteien. Ina Korntreff: "Lassen wir uns mit Blumen an diesem einen Tag im Jahr nicht abspeisen. Nach wie vor geht es nicht in erster Linie um die Anerkennung der besonderen Leistungen und Opfer der Frauen für die Gesellschaft, sondern um die ganzjährige Befreiung von doppelter und dreifacher Ausbeutung und Unterdrückung der Frau." Bei zeitweise ca. 40 Teilnehmern wurde das Selbstbewusstsein der werktätigen Frauen in Sachsen-Anhalt gewürdigt. Das darf nicht mit dem subjektiven Gefühl, als Frau bereits befreit zu sein, verwechselt werden. Im Gegenteil muss es dazu ermutigen, für die Befreiung der Frau im echten Sozialismus einzutreten. Solidarische Grüße wurden zur Weltfrauenkonferenz und zu den Kolleginnen im öffentlichen Dienst gesendet – letztere sind heute in vielen Städten Sachsen-Anhalt für höhere Gehälter und gleiche Rechte in Ost und West ab 11 Uhr in den Warnstreik getreten.

Dortmund: Heiß erkämpft gegen antikommunistische Angriffe

Die traditionelle Veranstaltung der Stadt Dortmund zum internationalen Frauentag war mit etwa 200 Frauen gut besucht. Die offiziellen Reden rissen jedoch keine Frau vom Hocker. Sie hinterließen den Eindruck, dass man nur genügend Quotenfrauen im Führungspositionen braucht, dann wäre das Problem gelöst. Die realen Probleme der Frauen spielten keine Rolle. Das im Vorfeld gegen antikommunistische Angriffe heiß umkämpfte Forum des Frauenverbandes Courage zur Weltfrauenkonferenz war ein richtiges Kontrastprogramm dazu. Anhand eines kurzen Powerpoint-Vortrages und mehrerer ganz aktueller Filme aus dem Internet von Caracas entfaltete sich eine lebhafte Duiskussion. Die beteiligten Frauen waren sich einig, dass die Frauenkonferenz der Basisfrauen eine zukunftsträchtige und begeisternde Sache ist. Besonders begrüßt wurden die Beschlüsse, soweit sie schon bekannt waren. Die Zeit ist reif, sich zu organisieren und der Vorschlag, die Stadtfrauenkonferenz als Gremium des Erfahrungsaustausches und des Zusammenschlusses der kämpferischen Frauenbewegung weiterzuführen, wurde begrüßt. Eine Veranstaltung mit der Dortmunder Delegation wird mit Spannung erwartet und auch die Demonstration am 12. März unter dem Motto "Brot und Rosen! Her mit dem ganzen Leben!" stieß auf Zustimmung.

Dresden: Die kämpferische Frauenbewegung unter der "Trümmerfrau"

Mitglieder der MLPD waren schon den ganzen Tag unterwegs, um herzliche und kämpferische Grüße zum Frauentag zu überbringen: am Werkstor von Infineon, hinter dem die IG Metall-Aktivisten auch dieses Jahr ihr konzernweites Flugblatt verteilten und bei der Kundgebung der GEW und anderer Lehrerverbände, an der 17.000 Teilnehmer, vor allem Frauen, waren. Um 15 Uhr begann die gemeinsame Frauentagsaktion, koordiniert von der Stadtkonferenz Dresden zur Unterstützung der Weltfrauenkonferenz. Etwa 40 Teilnehmerinnen fanden anfangs zum etwas abgelegenen Platz unter der "Trümmerfrau" vor dem Rathaus, die an die antifaschistisch-demokratischen Aufbauleistungen der Frauen in der frühen DDR erinnert. Ein passender Ort für die kämpferische Frauenbewegung heute! Herzlich wurden zwei Kolleginnen gegrüßt, die an der Weltfrauenkonferenz in Venezuela teilnehmen und auch von ihnen Grüße und E-Mails vorgetragen. Es folgten kurze Redebeiträge einiger Initiatoren dieser Aktion: Stadtfrauenkonferenz, Frauenverband Courage, Naturfreunde, MLPD, Verein jüdischer Frauen. Auf der Rückseite der "Trümmerfrau" fand wie jedes Jahr eine pressewirksame Niederlegung von Blumen durch eine Delegation der SPD statt. Von dort kamen die Mitarbeiterin der Gleichstellungsstelle der Stadt, Frau Dr. Krause, die sich auch für die Weltfrauenkonferenz eingesetzt hatte, und die Frauenbeauftragte der Technischen Universität zur Kundgebung der kämpferischen Frauen und Männer und hielten ebenfalls ein Grußwort. Verschiedene Frauen betonten die Notwendigkeit des gemeinsamen Kampfes von Männern und Frauen, insbesondere auch Frauen von Infineon. Viel Beifall riefen die ersten Ergebnisse der Weltfrauenkonferenz in Venezuela hervor, ebenso die Auswertung der erfolgreichen antifaschistischen Aktion in Dresden vor zwei Wochen. Der Frauenverband Courage und die MLPD hatten Infotische aufgebaut. Mehrere Rote Fahnen mit dem Schwerpunkt "Internationaler Frauentag" wurden verkauft und zur Veranstaltung mit Stefan Engel am 18. März in Halle eingeladen. Der Redebeitrag der MLPD forderte die Frauen - und Männer - insbesondere dazu auf, alle Hindernisse zu überwinden und sich zu organisieren, damit das große Projekt - eine Gesellschaft des echten Sozialismus zu erkämpfen - Realität werden kann. Mit einem gemeinsamen Lied wurde die erfolgreiche Aktion beendet.

Essen: Gelungener Kampf- und Feiertag zum hundertsten 8. März

Der 100. Internationale Frauentag wurde in Essen von einem breiten Bündnis getragen. 150 Personen beteiligten sich am Aktionstag auf dem Willy-Brandt-Platz. Darunter Mitglieder von Courage, Stadtfrauenkonferenz, MLPD, REBELL, ROTFÜCHSE, Vertreter der Linkspartei, Bürgerinitiative Oase, Essen steht AUF, Bir Kar, Frauen für ein freies Iran, solidarische Frauen Afghanistans, Verein Kinder- und Jugendliteratur, Ver.di Klinikum, Montagsdemonstration Essen sowie verschiedene Künstler und Einzelpersonen. Eingeleitet wurde die Kundgebung von einem kämpferischen Betrag des Ortsvorstandes von Courage, der sich dafür stark machte, dass die Frauen sich organisieren und selber für ihre Interessen einsetzen müssen. Die ersten Resolutionen und Beschlüsse der Weltfrauenkonferenz aus Venezuela wurden vorgestellt und begeistert aufgenommen. Die kulturellen Beiträge, sowie der Auf- und Abbau wurden von frauenbewegten Männern engagiert unterstützt. Eine Vertreterin der iranischen Frauen mobilisierte dazu, sich gegen das Eingreifen der US- oder EU-Imperialisten in Libyen zu engagieren. Das Volk kann sich nur alleine befreien. Das wurde auf der Demonstration von einer Vertreterin der Linkspartei bekräftigt. Eine Rebellin führte souverän und engagiert die Demonstration, die Rotfüchse verkauften Rosen und trugen mit ihrem Lied vom Songcontest vom Frauenpolitischen Ratschlag "Wer sagt, dass Mädchen dümmer sind?" zum Gelingen dieses Kampftages bei. Die MLPD ging in ihrem Beitrag darauf ein, dass der Kampf um die Befreiung der Frau in Zusammenhang mit dem Kampf für den echten Sozialismus gebracht werden muss, um die Frau wirklich zu befreien. Das löste intensiv Diskussionen darüber aus, wie die Frauen im Sozialismus leben. Mit vielen Teilnehmerinnen wurde gerungen, dass es notwendig ist, sich in Courage zu organisieren. Eine Frau (68) erklärte, sich zu organisieren, ebenso eine 18-jährige türkische Frau. Zum Abschluss wurden Ballons auf die Reise geschickt, die mit einer schön gestalteten Karte zum 100. Geburtstag des Internationalen Frauentags geschmückt waren. Am 19. März werden um 16 Uhr Teilnehmerinnen der Weltfrauenkonferenz in Venezuela eine erste Berichterstattung im Courage-Zentrum Essen durchführen.

Esslingen: Ein wunderschöner Tag

Bei strahlendem Sonnenschein fand heute unsere Demonstration und Kundgebungen auf verschiedenen Plätzen in Esslingen zum 100. Internationalen Frauentag statt. Dem Aufruf der Stadtfrauenkonferenz Esslingen waren ca. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefolgt, aber mehrere Hundert blieben bei den Kundgebungen stehen und verfolgten die Reden. Die Vertreterin der Presse war begeistert von unserer Aktion und den interessanten Reden und meinte, dass bei solch einem Anlass viel mehr Menschen hätten anwesend sein müssen. Viel spontaner Beifall und Interesse kam uns von den zahlreichen Passanten entgegen. Der 100. Frauentag in Esslingen zeigte: der Kampf um die Befreiung der Frau ist aktuell und den Menschen ein tiefes Bedürfnis. Es gab Redebeiträge von verschiedenen Frauen, die in der Stadtfrauenkonferenz aktiv geworden waren, und einer ganzen Reihe von Vertrerinnen und Vertretern der beteiligten Organisationen. Bei der Eröffnung durch die Sprecherinnen der Stadtfrauenkonferenz wurde vor allem die Situation der Frauen nach der Weltwirtschaftskrise angeprangert, die Weltfrauenkonferenz als ein riesiger Schritt in Richtung der weltweiten Befreiung der Fraun bekannt gemacht, und zu unserem Fest am 16. April um 16.00 Uhr aus Anlass der Berichterstattung von der Weltfrauenkonferenz eingeladen. Heribert Müller von der Montagsdemo Esslingen prangerte vor allem die Auswirkungen von Hartz IV auf alleinerziehende Frauen an. Die Auswirkungen der kommunalen Haushaltsdefizite auf Frauen wurde von Dilek Toy vom überparteilichen Personenwahlbündnisses FÜR Esslingen angegriffen. Die Rotfüchse berichteten, dass sie sich ausführlich darüber unterhalten hatten, dass Frauen weniger verdienen als Männer, und warfen die Frage auf, warum das so sein muss. Sie verkauften eine Menge roter Rosen für die Weltfrauenkonferenz. Der Vertreter des REBELL griff den Sexismus an, der heute auch schon auf Kinder wirkt. Heinrich Freer von der Linksjugend und der Linkspartei hielt einen kämpferischen Redebeitrag für die tatsächliche Gleichberechtigung der Frau. Gabi Conrad forderte als Vertreterin der MLPD auf, weiter zu denken als der Kapitalismus erlaubt, der den Frauen nur ein paar Rechte auf dem Papier zugesteht, aber in der Realität die tatsächlichen Urdsachen für die dopplete Ausbeutung und Unterdrückung der Frau niemals beseitigen kann. Weitere Frauen berichteten von der Situation in den Betrieben, riefen auf, sich zu organisieren, weil die Frauen selbst für ihre Befreiung aktiv werden müssen, die Männer in den Kampf um die Befreiung der Frau einzubeziehen, weil sie unsere Söhne, Männer, Väter und Brüder sind. Ein wunderschöner Tag.

Gelsenkirchen: Internationale Solidarität

Gelsenkirchener Frauen und Mädchen feierten den 100. Geburtstag des internationalen Frauentags und der 1. Weltfrauenfrauenkonferenz in Caracas mit Freunden und Unterstützern. Gedacht wurde der Anfänge vor 100 Jahren, aufgerufen wurde zur aktiven Gestaltung von Gegenwart und Zukunft - starke engagierte, aktive Frauen für eine Welt, in der wir friedvoll miteinander leben können. Mit einer Kundgebung von mehreren Organisationen, unterstützt von der Montagsdemo, ergriffen die Frauen von Courage die Initiative: gemeinsam gegen Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Sexismus, Armut und Gewalt! Marie Bauer berichtete von der Solidarität der Kollegen im Betrieb gegen das Vorgehen von BP gegen sie, mehrere Männer erklärten ihre handfeste Solidarität mit dem Kampf der Frauen um ihre Befreiung, der REBELL machte eine Umfrage unter Mädchen. Solidarität und große Sympathie zeigten alle rund 100 Zuhörer und Teilnehmer mit den kämpferischen Frauen in Ägypten, Libyen und Tunesien. Mit Spannung erwarten alle die Berichte der Frauen, die in Kürze aus Venezuela zurückkommen und von der 1. internationalen Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen berichten werden. Viele Flyer über die 1. Weltfrauenkonferenz wanderten in Frauenhände - mit Interesse, Sympathie und Überlegung, selbst auch aktiver zu werden. Nach einem gemeinsamen Umzug durch die Fußgängerzone ging es zum Sektempfang ins Courage-Zentrum, zum Feiern, zur Life-Übertragung der Weltfrauenkonferenz, zum Kennenlernen, Beratung und natürlich - das schöne Buffet stürmen. Das Courage Zentrum platzte mit ca. 50 Besuchern fast aus den Nähten.

Hamburg: Begeisternder Abend für die Weltfrauenkonferenz

Die Flügel wachsen mit der Aufgabe ... Dieser Satz von Clara Zetkin passt wunderbar zu den Aufgaben der erstmals stattfindenden Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen derzeit in Venezuela. Weit über 150 Besucherinnen und Besucher fanden am 5. März ihren Weg zum internationalen Kulturfest im Saal der Apostelkirche in Hamburg-Eimsbüttel. Eingeladen hatte die Hamburger Stadtfrauenkonferenz und weitere Organisationen. Ab 18 Uhr gab es für fünf Stunden ein mitreißendes Programm, dessen Bezug zur Weltfrauenkonferenz und den internationalen Frauentag allgegenwärtig war. So las der Schauspieler Rolf Becker zwei Texte von Clara Zetkin: es wurde für die Zuhörer deutlich, dass Clara Zetkin die wirkliche Befreiung der Frau stets mit der Befreiung vom Kapitalismus und einer sozialistischen Zukunft verband. Als Überraschungsgast trat dann tatsächlich Clara Zetkin selbst auf, berichtete aus ihrem Leben, ihrer revolutionären Arbeit – und freute sich, dass der Kampf um die Befreiung der Frau bis in die heutigen Tage in die ganze Welt getragen wird … Tänze und Lieder aus Afghanistan, aus Kamerun, südamerikanische Live-Musik, Gedichte und Performance spannten einen bunten Bogen zu den Belangen, Lebenssituationen und Kämpfen der Frauen dieser Welt. In einem bewegenden Abschluss mit "Todo Camibia" - gesungen von vielen Künstlern des Abends gemeinsam mit den Besuchern – war dieser Abend eine tolle Einstellung auf den internationalen Frauentag selbst. Die MLPD Hamburg unterstützte dieses Fest tatkräftig, es gab lebhafte Diskussionen am Büchertisch und Freude über die Glückwunschkarte der MLPD an alle Frauen zum 100. Jahrestags des internationalen Frauentags.

Hamburg: Bunte und kämpferische Demo

Zwischen 400 und 500 Frauen, Männer und Kinder beteiligten sich an der bunten und kämpferischen Demonstration am 8. März in Hamburg. Mit der Auftaktkundgebung an der Sternschanze wurde die Demonstration eines breiten Aktionsbündnisses eröffnet. Die frauenpolitische Sprecherin der MLPD Hamburg, Narzisse Nianur, erinnerte in ihrer Rede an die Geschichte des internationalen Frauentags und dass der Kampf um die Befreiung der Frau mit dem Kampf um eine sozialistische Zukunft verbunden werden muss. Mitten in der Demonstration gab es ein Telefonat aus Venezuela und einen tollen Live-Bericht über die dort gerade beginnende Demonstration.

Köln: Lila Luftballons mit Grüßen an die Weltfrauenkonferenz

Mitten im Karnevalstrubel fand am Samstag von 11 bis 13 Uhr in Köln eine gelungene Straßenaktion zum 100. Jahrestag des Internationalen Frauentags statt. Direkt vor dem Kölner Dom, wo zwar ein eisiger Wind ging, aber eine breite Öffentlichkeit erreicht wurde. Unter das Motto "Brot und Rosen – her mit dem ganzen Leben" hatte das Bündnis aus Frauenverband Courage, ATIK-Neue Frau, Demokratische Frauenbewegung in Europa, MLPD, Rote Anti-Fa, Bund Sozialistischer Frauen, Verdi-Jugend, Mitgliedern verschiedener Gewerkschaften und Einzelfrauen die Aktion gestellt. Zu den rund 100 festen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesellten sich immer wieder Interessierte - gerade auch aus den Reihen der Karnevalisten -, die zuhörten, sich am Offenen Mikrofon äußerten oder einfach mittanzten. In einem großen Halbkreis waren Info-Stände aufgebaut, es gab Kaffee und Kuchen, ein Theaterstück und Musik. In Redebeiträgen ging es um die besondere Unterdrückung der Frau, trotz formaler Gleichstellung. Höhepunkte waren ein kurzer Bericht von der Weltfrauenkonferenz, den Ulja Schweitzer, Delegierte aus Köln, per SMS aus Venezuela geschickt hatte, sowie eine Luftballon-Aktion mit persönlichen Grußkarten der Kölnerinnen an die Weltfrauenkonferenz.
Als sich im Anschluss über 600 Frauen und Männer am Ebertplatz in Köln zu einer Demonstration trafen, war das wohl eine der größten selbstorganisierten Aktionen zum internationalen Frauentag in Deutschland. Auf den Schildern und in den Parolen wurde vor allem die besondere Unterdrückung der Frauen und des ganzen kurdischen Volkes angeprangert. Aufgerufen zu dieser Demonstration hatte der kurdische Frauenverband "Çeni", es beteiligten sich aber auch Kräfte, die am Vormittag bereits die Straßenaktion auf der Domplatte getragen hatten, vor allem starke Delegationen von verschiedenen Migratenorganisationen aus der Türkei mit Transparenten und Schildern. Die MLPD war mit einer MLPD-Fahne, Verteilern und "Rote Fahne"-Verkäufern vertreten. Die Karnevalsjecken machten vor dem Dom respektvoll Platz für die Demonstration. Einige hörten sich die Abschlusskundgebung an, die mit anspruchsvoller kurdischer Folklore ausklang. Ausgehend von der Straßenaktion und zeitgleich mit der Demonstration und Kundgebung führte Mina Ahadi mit iranischen Freundinnen und Freunden eine Mahnwache mit Bildern und Plakaten ebenfalls auf der Domplatte durch. Dort wurde der bestialische Terror des iranischen Regimes gegen alles Fortschrittliche und insbesondere gegen Frauen an geprangert.

Mülheim/Ruhr: Mit der "Frauenraupe" durch die Fußgängerzone

Der Stand mit offenem Mikrofon und vor allem die Frauenraupe erregten großes zustimmendes Aufsehen auf der Schlossstraße in Mülheim. Die bunte Frauenraupe war geschmückt mit aktuellen Forderungen der kämpferischen Frauenbewegung und Plakaten der Weltfrauenkonferenz. Es war ein selbstbewusste kämpferische Aktion, damit wurden mehrere hundert Menschen erreicht. Die Frauenraupe zog nach ihrem Marsch durch die Schlossstrasse zu der Saalveranstaltung der Gleichstellungsstelle, an der sich die Frauengruppe der etablierten Parteien und des Frauenrings beteiligten. Dort wurde ausdrücklich begrüßt, dass die bürgerliche Frauenbewegung und die sozialistische Frauenbewegung gemeinsam handeln. Die Stadtfrauenkonferenz Mülheim-Oberhausen zeigte dort an einem Infotisch Live-Aufnahmen der Weltfrauenkonferenz in Venezuela. Die ganze Aktion war eine tolle Sache - das war die einhellige Meinung und es wurden neue Kontakte geknüpft.

Münster: Den meisten gefiel der Begriff „Kampftag“

Am Internationalen Frauentag haben wir in Münster vor dem Universitätsklinikum Rosen an die weiblichen Beschäftigten verteilt und hierzu auch den Aufruf zum Internationalen Frauentag der MLPD. Den Aufruf haben wir auch unter den männlichen Beschäftigten verteilt. Viele sagten: "Das ist eine gute Aktion!" oder "Ich kämpfe mit!" Besonders Frauen haben hier sehr positiv reagiert. Beim Begriff der besonderen Unterdrückung der Frau und der doppelten Ausbeutung der Masse der Frauen waren sich viele mit uns einig, ebenso wie auch bei der Frage nach einer grundsätzlichen sozialistischen Lösung zur Befreiung der unterdrückten Frauen und auch der Arbeiter und unterdrückten Völker. Der Aufruf zum Internationalen Frauentag fand überwiegend positiven Anklang! Nur wenige haben sich bei dem Begriff "Kampftag" unwohl gefühlt oder meinten, dass es heute keine Ausbeutung der Frauen mehr geben würde, obgleich von einer Frau auch diese Einstellung vertreten wurde. Aber das war eher die Ausnahme. Den meisten gefiel der Begriff "Kampftag" sehr. Sie waren sich einig, dass die besondere Ausbeutung und Unterdrückung der Frau nicht mit Quoten und Parlamentsreden bezwungen werden kann, ebenso auch nicht mit dem individuellen Aufstieg, sondern nur mit einem gemeinsamen und entschlossenen Kampf! Die Ausbeutung betrifft sowohl männliche als auch weibliche Arbeiter, Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter im besonderen. Daher ist hier ein gemeinsamer Kampf von Jung und Alt, Mann und Frau, Leiharbeiter und Vollbeschäftigter und auch internationale Solidarität unter den Beschäftigten von wichtiger Bedeutung im Kampf für eine wahrhaft gerechte Gesellschaftsordnung!

Recklinghausen: Direkte Grüße vom Weltfrauenmarsch

In Recklinghausen fand heute eine gemeinsame und kämpferische Aktion mit vielen Ständen und verschiedenen Attraktionen ausgehend von der Stadtfrauenkonferenz statt. Sie wurde unterstützt vom Frauenverband Courage, von den Montagsdemonstranten, der Linkspartei, der MLPD, dem Jugendverband REBELL und dem Personenwahlbündnis "Auf Herten". Direkte Grüße aus Caracas wurden verlesen: "Wir stellen uns gerade auf zum Frauenmarsch in Caracas! Vamos mujeres! Olé, olé olé! Herzliche Grüße von einer schönen und vielfältigen, eng verbundenen und manchmal komplizierten Weltfrauenkonferenz." Viele Redebeiträge und Passanten äußerten Kritik daran, dass die Frauen in Deutschland vor allem in der Entlohnung ungerecht behandelt werden. Sechs Jugendliche aus der Hermann-Claudius-Schule aus Marl führten ein lustiges kleines Theaterstück auf und unter einem Pavillon konnten sich alle über die Weltfrauenkonferenz mit Kurzvideos über den Verlauf und erste Ergebnisse der Weltfrauenkonferenz informieren.

Stuttgart: Eindruckvolle Ausstellung der Verdi-Frauengruppe am Stuttgarter Katharinenhospital

Mit Grüßen und Glückwünschen an die Frauen der Welt wurde die Ausstellung, an der viele Kolleginnen mitarbeiteten, eröffnet. So gibt es eine ganze Fotowand, wo Kolleginnen ihre Gedanken und Wünsche zum Frauentag persönlich zum Ausdruck bringen. Auf einer Wand ist auch ein Foto von Frau Dr. Else Kienle zu sehen, die in den zwanziger Jahren am Katharinenhospital arbeitete und gemeinsam mit dem bekannten kommunistisch eingestellten Arzt Friedrich Wolf gegen den § 218 kämpfte. Dieser Paragraph verbot Abtreibungen und verurteilte die Frauen zum „Gebärzwang“. Voll stolz wurde bei der Eröffnung auch berichtet, dass eine junge Kollegin aus dem Katharinenhospital derzeit als Mitglied der deutschen Delegation an der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Venezuela teilnimmt. Nicht zuletzt ziehen die Verdi-Frauen den Schluss, dass die Gewerkschaftsarbeit im Klinikum gestärkt werden muss und werben dafür neue Mitglieder. Die Ausstellung ist noch bis zum 11. März im Foyer des Stuttgarter Katharinenhospital in der Kriegsbergsstraße zu sehen und hätte es verdient, dann auf Wanderschaft geschickt zu werden.

Tübingen: Riesenspektakel auf dem Holzmarkt

Auch dieses Jahr veranstalteten die Frauen in Tübingen wieder ein Riesenspektakel. Es war ein richtig toller Tag: strahlender Sonnenschein, super Stimmung, kulturelle Beiträge und ein lebendiger Diskussionsaustausch.Vierzehn Frauengruppen, Parteien und Organisationen hatten sich auf dem zentralen Holzmarkt in Tübingen eingefunden. Von ver.di, Courage und "Solidarität International" über Stadtfrauenkonferenz, SPD, Linkspartei und "amnesty international" bis zu "terre des femmes", Frauen helfen Frauen und der MLPD reichte unter anderem das Bündnis. Moderiert wurde diese große Veranstaltung unter freiem Himmel von zwei Vertreterinnen von Courage. Viele Rednerinnen, unter anderem auch die Ver.di-Frau aus dem Bundesvorstand, Ellen Paschke, und Heike Hänsel, Bundestagsmitglied der Linkspartei, nannten in lebendigen Beiträgen die immer noch bestehenden Ungleichheiten wie z.B. das 29 Prozent niedrigere Lohnniveau bei Frauen in Baden-Württemberg unter großem Beifall beim Namen. Ver.di-Frauen ließen auch Clara Zetkin wieder zum Leben erwachen und aus ihrem Leben berichten. Auch mehrere Männer kamen ans offene Mikrofon und zeigten, weshalb auch sie diese Frauenbewegung aus vollem Herzen unterstützten. Die Aussage des Verteters der MLPD, dass eine wirkliche Befreiung der Frau erst im Sozialismus möglich sei, regte zum Nachdenken und Diskutieren an. Auf großes Interesse stießen auch die Informationen aus Venezuela von der Weltfrauenkonferenz.

Villingen-Schwenningen: Samba, Narrenmarsch, Brot und Rosen!

Sambarhythmen, Narrenmärsche und das Lied "Brot und Rosen" hallten heute Nachmittag durch die Villinger Innenstadt. Etwa sechzig Frauen und viele Männer trafen sich zum "historischen Frauenmarsch", kurz vor dem Fasnetsumzug! Vorneweg lief eine Percussionsgruppe mit heißen Sambarhythmen à la Fußball-WM. Dann kamen in schönen Kostümen und mit erläuternden Tafeln und Wägen die "historischen" Frauen. Clara Zetkin, die Mitbegründerin des Frauentags und ihre sozialistischen Mitkämpferinnen Rosa Luxemburg und Käthe Kollwitz. Anne Frank und Sophie Scholl für den antifaschistischen Widerstand, Alice Schwarzer und Simone de Beauvoir für die kleinbürgerliche Frauenbewegung. Erfolgreiche und bekannte Frauen wie Margarete Steiff, Coco Chanel und Hilde Knef durften ebenso wenig fehlen, wie die Milchbäuerinnen von heute. Am Schluss lief eine Gruppe alevitischer Frauen und Männer mit aktuellen Forderungen und dem Transparent "Kämpfen überall wo es Leben gibt!" Bei drei Stationen gab es Ansprachen, die auf das Anliegen der Frauenbewegung aufmerksam machten. Junge Mädchen gaben eine gelungene Hip-Hop-Tanzeinlage. Die Reaktionen unter den zumeist begeisterten Zuschauern reichten von "Frauen an den Herd" bis zu "S21-Demo?!" Alles in allem eine sehr gelungene Aktion am hundertsten Geburtstag des Internationalen Frauentags! Denn real waren es Frauen – und Männer – mit sehr unterschiedlichen politischen Standpunkten, die heute für das gemeinsame Anliegen "Internationaler Frauentag" auf die Straße gingen!

Waren: Forderungen auf der Wäscheleine

Bei strahlendem Sonnenschein fand am 7. März, dem Vortag des 100. Weltfrauentags, eine gemeinsame Aktion eines breiten Bündnisses von Vereinen und Parteien auf dem Warener Rathausplatz statt. "Her mit dem ganzen Leben! Brot und Rosen!" war das Motto. Mit Liedern der Frauengruppe Courage und einer Kindergartengruppe, Tänzen und zahlreichen Beiträgen am Offenen Mikrofon wurde der Tag als Feiertag und Kampftag begangen. Auf einer langen Wäscheleine waren die Forderungen der Frauen mit Klammern befestigt. An unterschiedlich hohen Holzstämmen wurde die ungleiche durchschnittliche Bezahlung von Männern und Frauen deutlich. Besonders hervorgehoben wurde der internationale Charakter des Weltfrauentags und die Verbindung zur ersten Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Venezuela hergestellt. Am Ende eines bunten Programms stiegen Luftballons mit Forderungen in den Himmel.

Wilhelmshaven: Sekt und Filme von der Weltfrauenkonferenz

Etliche Frauen und Männer folgten der Einladung der MLPD zu einem "kämpferischen Frauenempfang" im "Stadtteilbüro westliche Südstadt". Jede Frau wurde mit Sekt und einer Grußkarte begrüßt (die Männer durften auch was trinken). Das löste die Zungen und wir standen zusammen, die ersten Erfahrungen über das Leben von Frauen kamen zur Sprache. Dem dann folgenden Bildervortrag über die hundertjährige Geschichte des internationalen Frauentages folgten die Besucher gespannt, Zwischenrufe und Bemerkungen zeigten, wie sie in den Bann des Geschehens gezogen wurden. Eigentlich war dann Pause angesagt, aber die Gespräche gingen sofort los. Persönliche Erfahrungen wurden berichtet; ein Genosse, der gerade eine Woche Wahlkampf in Sachsen-Anhalt hinter sich hatte, berichtete, was er über die Feiern des Frauentages in der DDR erfahren hatte; was es mit dem doppelten Produktionsbegriff auf sich hat, wurde besprochen; und wie im Sozialismus die Befreiung der Frau angegangen wird kam zur Sprache. Highlight waren dann die neuesten Filme von der Weltfrauenkonferenz direkt aus dem Internet. Gespendet wurden 20,60 Euro, die je zur Hälfte der MLPD und der Weltfrauenkonferenz zugute kommen.