International

Ein Kampftag für die Befreiung der Frau - rund um die Welt

09.03.11 - In vielen Ländern gingen gestern Frauen auf die Straßen – hier einige Eindrücke von den Aktivitäten rund um die Welt.

Unter dem Motto "Italien ist kein Land für Frauen – wir wollen, dass es eins wird"“ forderten in Rom, Mailand und Florenz die Frauen unter anderem mehr Kinderkrippen, einen verbesserten Mutterschaftsurlaub und Gleichbehandlung bei den Löhnen. Natürlich war auch die Kritik an Berlusconi, gegen dessen Frauenbild es bereits Massendemos gab, ein wesentliches Thema. 

Fast in allen Städten der Türkei fanden Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen statt. In den kurdischen Gebieten demonstrierten Frauen in rot-grün-gelben Kleidern (den kurdischen Farben) und trugen Transparente, auf denen unter anderem stand: "Gewalt gegen Frauen ist ein Verbrechen gegen die Gesellschaft – Nein zur Verharmlosung von Vergewaltigungen!" Die Gewerkschaften KESK, DİSK, Eğitim-Sen und SES riefen ebenfalls zu den Aktionen auf. In Istanbul beteiligten sich in Kadiköy Tausende von Frauen und Männer an der Demonstration und Kundgebung. Auch die im Widerstand stehenden Arbeiterinnen und Arbeiter von Ontex und PTT nahmen teil. Revolutionäre Kräfte, die auch der ICOR angehören, erinnerten an Frauen, die im Kampf für die Revolution und den Sozialismus in der Türkei und der gesamten Welt gestorben sind. 

In Bangladesch prägten am 8. März vor allem verschiedene Demonstrationen und Kundgebungen der Textilarbeiterinnen das Straßenbild. Die National Garment Workers Federation forderte 6 Monate Mutterschaftsurlaub. Die United Federation of Garment Workers bildete eine Menschenkette. Forderungen weiterer Organisationen waren u.a. gesetzliche Rechte für die Hausangestellten. Außerdem wurde gefordert, den 8. März zum Feiertag zu erklären. An den Aktivitäten nahmen u.a. auch die Vereinigung weiblicher Rechtsanwälte teil sowie Frauen der Stadtpolizei Dhaka. 

In Palästina gingen in Gaza 500 Frauen auf die Straße. "Frauen wollen ein Ende der Teilung" stand auf Plakaten. Auch im Westjordanland gab es mehrere Demonstrationen. In Beit Ummar blockierten Frauen für eine halbe Stunde eine Straße nach Hebron, um gegen die Straßensperren der israelischen Besatzer zu protestieren. 

In Kairo/Ägypten versammelten sich hunderte Frauen auf dem Tahrir-Platz und forderten gleiche Rechte für Frauen (auch das Recht, Präsidentin von Ägypten zu werden!) und ein Ende der sexuellen Belästigungen. Die Frauendemonstration wurde von einer Menge von reaktionären Männern angegriffen, die riefen, die Frauen sollten gefälligst zuhause bleiben. 

In Abidjan in der Elfenbeinküste gingen am Internationalen Frauentag Hunderte Frauen auf die Straße und protestierten gegen die Erschießung von sieben Frauen durch die Armee in der vergangenen Woche.

Und in Venezuela, wo die Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen mit großem Erfolg abgeschlossen wurde (mehr dazu bei www.worldwomensconference.org und ausführlich in der nächsten "Roten Fahne"), gab es einen Frauenmarsch durch Caracas. Ein Korrespondent berichtet: "3.000 bis 6.000 Menschen waren beteiligt. Mehrfach wurde laut die Internationale gespielt. Transparente aus aller Welt für Frauenrechte waren zu sehen. Die Teilnehmerinnen unterhielten sich angeregt und tauschten ihre Erfahrungen aus. Viele Stunden demonstrierten sie bei großer Hitze durch die Straßen mit ihren riesigen Hochhäusern. Es endete mit einer Kundgebung auf einem großen Platz: mit vielen Reden in verschiedenen Sprachen, einem gemeinsamen Essen und ausgelassenem Tanzen."