Umwelt

Widerstand gegen die herrschende Atompolitik - Solidarität mit den japanischen Massen

Widerstand gegen die herrschende Atompolitik - Solidarität mit den japanischen Massen
Protestaktion am 12. März vor dem Zwischenlager Ahaus mit ca. 100 Teilnehmern

13.03.11 - Solidaritäts- und Protestaktionen fanden schon gestern in zahlreichen Städten Deutschlands statt. Inzwischen erreichte uns auch eine entsprechende Nachricht aus Indien. Wir veröffentlichen hier fortlaufend aktuelle Berichte und Korrespondenzen von Solidaritäts- und Protestaktionen:

Duisburg: In Duisburg demonstrierten am Freitag um 18.00 Uhr ca. 60 Leute, auch einige Passanten schlossen sich spontan an und beteiligten sich am offenen Mikrofon, darunter auch einige Jugendliche. Einig waren sich alle Teilnehmer in der Forderung alle Atomkraftwerke sofort stillzulegen. Viele Menschen waren empört über die Äußerung von Umweltminister Röttgen, dass wir hier ja nicht betroffen seien.
Es waren Mitstreiter aus dem breiten Spektrum der Anti-AKW-Bewegung dabei: Menschen, denen die Umwelt und die Zukunft der Menschen am Herzen liegt, dabei Grüne, BUND, Friedensforum, MLPD, Linke, Rebell, Montagsdemonstranen, Antifaschisten, Migranten von ATIF, ADHK, DIDF, Gewerkschafter von IGM und Verdi. Am Montag, 18.00 Uhr, ist die nächste Aktion in Duisburg Stadtmitte, Königstraße am Lebensretter-Brunnen. Anwesende Montagsdemonstraten fanden es selbstverständlich, dass dies ein geeigneter Treffpunkt ist.

Gelsenkirchen: "Sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke auf Kosten der Betreiber! Rettet die Umwelt vor der Profitgier!" Unter diesem Motto führten heute am späten Nachmittag Freunde von AUF Gelsenkirchen, der Bürgerbewegung für Kryo Recycling, Courage, MLPD, Rebell und Rotfüchsen sowie Vertreter der Montagsdemonstrationsbewegung in der Innenstadt eine Protestkundgebung anlässlich der atomaren Katastrophe in Japan durch.
Viele angesprochene Passanten stimmten den oben genannten Forderungen uneingeschränkt zu. Besonders Frauen mit kleinen Kindern machten ihrer Empörung Luft über die gesamte Politik der Regierung. Zum Beispiel sagte eine Frau: "Nicht nur die Umwelt, sondern alles wird hier für den Profit geopfert." Ein anderer Passant ging so weit, zu sagen: "Man muss ihnen die Sache aus der Hand nehmen. Das ganze System muss gestürzt werden." Es gab auch Stimmen, die meinten, man müsse im Kleinen anfangen und als Vorbild leben und die Kinder richtig erziehen, dann werde es schon irgendwann besser. Dazu argumentierte am Mikrofon Toni Lenz von der MLPD, dass es in Wirklichkeit schon 10 nach 12 ist und wir die Dinge im großen Maßstab anpacken müssen. Nötig ist eine weltweite Widerstandsfront gegen die imperialistischen Umweltverbrecher.
Gegen den manchmal geäußerten Zweifel, keine drei unter einen Hut zu bekommen, berichtete eine Courage-Frau von der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Venezuela, an der über 2.000 Teilnehmerinnen aus 42 Ländern der Erde teilgenommen haben. In ihrer Abschlussresolution wurde als eine Leitlinie des Handelns der Kampf gegen die Zerstörung der natürlichen Umwelt festgelegt.
Auf die Frage: "Und was soll ich jetzt tun?" forderten wir auf, sich zu organisieren und gemeinsam zu kämpfen. Die nächste Gelegenheit ist kommenden Montag um 17.30 Uhr. Dort wollen wir das Thema in den Mittelpunkt der Montagsdemonstration stellen.

Hamburg: "Gegen EON und Vatenvall - Atomkraft abschalten - überall!" Am Samstag und Sonntag demonstrierten unter solche Sprechparolen mehrere Hundert Menschen gegen die Atompolitik angesichts der Ereignisse in Japan. Die Hamburger Montagsdemonstration ruft für Montag, den 14. März, ab 18.15 Uhr zu Protesten und Solidaritätsaktionen auf. Vorgeschlagen ist eine Demonstration und Kundgebung vor der Vattenfall-Passage (Mönckebergsraße).

Köln: Innerhalb weniger Stunden gelang es, am Samstag um 18 Uhr eine Protestaktion auf die Beine zu stellen. "Solidarität mit den Opfern der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan!" und "Der Super-GAU in Japan mahnt: Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen auf Kosten der Betreiber!" stand auf selbst gemachten Schildern. Am Offenen Mikrofon wurde das Mitgefühl mit den Opfern des Erdbebens zum Ausdruck gebracht, aber auch die verbrecherische Atompolitik der Herrschenden angeprangert, die dazu geführt hat, dass die Katastrophe in Japan jetzt noch furchtbarere Ausmaße annimmt. Der Zynismus der Bundesregierung wurde angegriffen, die allen Ernstes die Leute hierzulande damit zu beruhigen versucht, dass Japan viel zu weit weg und der Wind dort aufs offene Meer weht. Längst könnte die Atomenergie durch erneuerbare Energien vollständig ersetzt werden. Es ist einzig und allein die Profitgier der Atomkonzerne, die das verhindert. Die Stilllegung aller Atomanlagen kann nur durch den weltweiten aktiven Widerstand der Masse der Bevölkerung durchgesetzt werden. Diese Standpunkte und Forderungen stießen zusammen mit den verteilten Flugblättern auf großes Interesse der zahlreichen Passanten. Viele blieben kurz stehen, um sich zu informieren und darüber zu diskutieren, was getan werden kann bzw. muss. Entsprechend orientierten wir in Diskussionen auf weitere Widerstandsaktionen, aber auch die Stärkung der MLPD.

Nürnberg: Das Bündnis 8. März hatte dazu aufgerufen, anlässlich des 100. Internationalen Frauenkampftages am Samstag nochmals auf die Straße zu gehen, nachdem am 8. März selbst schon Aktionen stattfanden. Eine kämpferische Demonstration mit ca. 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern marschierte dann am Samstag-Nachmittag von der Südstadt zur Lorenzkirche. Dort wurde die Schlusskundgebung vor ca. 500 Menschen durchgeführt. Zum Abschluss sprach ein Redner der MLPD, sowie eine Vertreterin des Frauenverbandes Courage und der Stadtfrauenkonferenz Nürnberg. Der Redner der MLPD griff die Nuklearkatastrophe in Japan auf und prangerte die verbrecherische Politik der Atomkonzerne und ihrer Regierungen an, die zur Sicherung ihres Maximalprofits buchstäblich über Leichen gehen. Er forderte als Konsequenz die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen. Das neue Flugblatt der MLPD zur Natur- und Atomkatastrophe in Japan stieß auf viel Zustimmung. Es wurde dann noch dazu aufgerufen, zur Kundgebung und ggf. Demonstration gegen die herrschende Atompolitik am Montag, 14. März, um 17.30 Uhr zur Lorenzkirche zu kommen. Dort wird in Rahmen der Montagsdemo der Protest unter Einbeziehung verschiedener anderer Kräfte organisiert.

Vorherige Berichte, unter anderem über die Menschenkette von Stuttgart bis Neckarwestheim