Betrieb und Gewerkschaft

Opel Bochum: "Verhandlungen gescheitert - jetzt die richtige Antwort geben!"

18.03.11 - Unter dieser Überschrift erschien gestern eine Extra-Ausgabe der gemeinsamen Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland, "Der Blitz". Im Hauptartikel heißt es unter anderem weiter:

"Opel hat die Verhandlungen über den Personalabbau platzen lassen und will bis 1. Mai diesen Jahres 1.200 Kollegen in Bochum kündigen! Von der Einigungsstelle wollen sie dafür die Genehmigung holen. Damit wird klar: Opel will offene Massenentlassungen durchführen.

Seit Jahren predigen uns Konzernleitung, Bundes- und Landesregierung, dass wir durch Ruhighalten und Verzicht betriebsbedingte Kündigungen verhindern können. Alles Lug und Betrug - gleichzeitig haben sie diese Schritte längst vorbereitet. Und Betriebsrats- und IGM-Spitze haben sich darauf eingelassen. Jetzt stehen sie vor dem Scherbenhaufen ihrer eigenen Illusionen - als ob GM sich für die Arbeitsplätze interessieren würde und nicht ausschließlich für ihre Profite und Position auf dem Weltmarkt. Statt aus diesem Scheitern zu lernen, weiß Rainer Einenkel in Bochum aber nichts Besseres, als ein nichtssagendes Flugblatt herauszugeben, auf die Betriebsversammlung am Montag zu vertrösten. ...

Die Weltlage insgesamt sollte uns darin bestärken, GM die richtige Antwort zu geben: Mit Schrecken und Trauer verfolgen wir in Japan, wie der Kapitalismus und seine Machthaber über Leichen gehen. ... Diesen Leuten muss irgendwann Einhalt geboten werden! Aber wir sehen auch Hoffnungsvolles in der Welt: Wie die Menschen sich in Nordafrika auch nach 30 Jahren erduldelter Schreckensherrschaft erheben, Regimes stürzen und sich organisieren. Wann kommen unsere 'Tage des Zorns'?

'Es ist nicht so schlimm, die Einigungsstelle heißt noch lange nicht, dass gekündigt wird.' Das sind Beruhigungspillen, die gestern von Meistern und Betriebsräten verbreitet wurden, die einfach Augenwischerei sind. Die Einigungsstelle hat kein anderes Ziel, als die Vernichtung von 1.200 Arbeitsplätzen zu regeln. Dass die Geschäftsleitung sich dabei nicht mehr auf sogenannte 'sozialverträgliche' Maßnahmen einigen will, hat sie hinreichend bewiesen. Das Ergebnis können nur Kündigungen sein. ...

Jeder hat eine Verantwortung. Jeder einzelne muss seinen Kindern und Enkeln noch in die Augen schauen können, dass er sich nicht kampflos ergeben hat. Wenn Einenkel propagiert 'Es gibt Aktionen erst, wenn die erste Kündigung raus ist', soll das beruhigen und spielt der Geschäftsleitung in die Karten, die auf die dann eintretende Spaltung in betroffene und nicht betroffene Kollegen hofft.

Viele sagen 'Warum arbeiten wir überhaupt noch?' und 'Früher wären wir bei so einer Meldung sofort auf der Wiese gewesen'. Recht haben sie - die Antwort, die unsere Geschäftsleitung jetzt braucht, ist Streik. Wann und wie - das muss die Belegschaft entscheiden!

Kein zweites Nokia - Kampf um jeden Arbeitsplatz!"