Umwelt

Protestaktionen für die Stilllegung aller Atomanlagen in mehr als 450 Städten

Protestaktionen für die Stilllegung aller Atomanlagen in mehr als 450 Städten
Protestaktion in Lübeck

15.03.11 - In mehr als 450 Städten Deutschlands fanden gestern kurzfristig organisierte Protest- und Solidaritätsaktionen anlässlich der atomaren Katastrophe in Japan für eine sofortige Stilllegung aller Atomanlagen statt. Nach Einschätzung der Anti-Atom-Initiative "ausgestrahlt" nahmen daran insgesamt über 110.000 Menschen teil (hier eine Übersicht). Ihr Sprecher Jochen Stay hebt beeindruckt hervor: "Eine Mobilisierung in dieser Geschwindigkeit habe ich noch nie erlebt." In vielen Städten hatten Umweltverbände, aber auch die MLPD und Montagsdemonstranten die Initiative dafür ergriffen. Bei "rf-news" gingen zahlreiche Berichte ein, die wir hier dokumentieren:

Aschaffenburg: Über 300 Leute nahmen heute an unserer aktiven Mahnwache aus Anlass der Atomkatastrophe in Japan teil. Die Initiative der MLPD-Ortsgruppe hatten viele Einzelpersonen und Organisationen wie die Montagsdemo, Attac und die Friedenstrommler und auch einige Vertreter der Kommunalen Initiative (KI) aufgegriffen und über Telefon-, Mund-zu-Mund-Propaganda und übers Internet für die Teilnahme geworben. Nachdem wir eine Gedenkminute für die Opfer eingelegt hatten und unsere Solidarität und Mitgefühl mit den Betroffenen in Japan bekundet hatten, forderten verschiedene Redner die sofortige Stilllegung der AKWs und griffen scharf die Politik der Atomkonzerne und der Bundesregierung an, die die Laufzeiten der AKWs verlängert hat, obwohl die Anti-AKW-Bewegung schon lange nachgewiesen hat, dass die Atomenergie nicht beherrschbar ist. Der MLPD-Redner ging auch auf die Hintergründe dieser menschenverachtenden Atompolitik ein: "Um kurzfristig Maximalprofite einzustreichen in einem wahnwitzigen Konkurrenzkampf um die Beherrschung der Weltmärkte, wird die Umstellung auf erneuerbare Energien bewusst hintertrieben. ... Notwendig ist ein international organisierter, aktiver Widerstand zur Rettung der natürlichen Umwelt vor der Profitgier." Die Rede kam so gut an, dass anschließend unsere 100 Flugblätter ruckzuck verteilt waren.

Attendorn: Knapp 100 Menschen kamen am Montag, 14. März, um 18 Uhr auf dem zentralen Marktplatz in Attendorn zusammen, um angesichts der Ereignisse in Japan deutlich zu machen, dass sie gegen die Atompolitik der Herrschenden sind.

Augsburg: Die Atomkatastrophe mit den Folgen für die Bevölkerung in Japan löste in Augsburg tiefstes Mitgefühl für die betroffenen Menschen und einen spontanen Protest von ca. 1.000 Atomgegnern aus. Um 18.00 Uhr trafen sich die Demonstrierenden am Rathausplatz zur Mahnwache für die Opfer der Katastrophe. Anschließend zogen die Atomgegner dann zum Königsplatz zur Montagsdemonstration und bekundeten ihren Protest am offenen Mikrophon. Es gelang der Bewegung eine Protestkundgebung auf gleicher Augenhöhe durch zu führen. Dabei fanden die Prinzipien der Montagsdemo zur Diskussion großen Zuspruch. Im Laufe der Auseinandersetzung wurden zwei Richtungen vertreten. Zum einen der individuelle Weg, indem jeder Einzelne nur Ökostrom kaufen sollte, oder den Anbieter wechseln kann und zugleich seinen eigenen Stromverbrauch senken solle, um somit das Geschäft mit Atomstrom unrentabel zu machen. Zum anderen wurde die Richtung vertreten, dass nur mit breitem internationalen Widerstand die Abschaltung der Atomkraftwerke erzwungen werden könne. Diese Richtung des Kampfes und des Widerstandes fand heute großen Anklang. Wir vereinbarten, den Protest in der nächsten Woche um 18.30 Uhr bei der Montagsdemo fortzusetzen.

Balingen: Über 70 Teilnehmer der Montagsaktion, der Aktion "Schwabenstreich gegen S21", der MLPD, der Linkspartei, Mitglieder der Grünen, Gewerkschafter und auch etliche Jugendliche protestierten am offenen Mikrofon in Balingen gegen die herrschende Atompolitik und die Verharmlosung der Umweltkatastrophe in Japan durch die bürgerlichen Politiker. In vielen Redebeiträgen wurden die bürgerlichen Politiker angegriffen, denen die Wahlen wichtiger sind als der Schutz der Menschen. Einigkeit bestand darin, diese Proteste am nächsten Montag weiter zu führen.

Bochum: Durch die aktuelle Situation in Japan beschloss der Aktionskreis Bochumer Montagsdemo kurzfristig, die Montagsdemo am Husemannplatz ausfallen zu lassen und sich an einer Kundgebung gegen die Atomkraft auf dem Rathausvorplatz zu beteiligen. Diese Mahnwache begann ebenfalls um 18.00 Uhr. Einer der Moderatoren der Montagsdemo hatte auf der Anti-Atom-Demo am Samstag, 13. März, vor dem Bochumer Hauptbahnhof mit einem Vertreter dem Veranstalter der heutigen Mahnwache vor dem Rathaus besprochen, dass die Montagsdemo auf der Mahnwache auch ein offenes Mikrofon einsetzen dürfe, da zu diesem Thema bestimmt ein hoher Diskussionsbedarf des Publikums bestehe. Auf der Mahnwache bestritt eine andere Person ausdrücklich eine Vereinbarung mit dem Veranstalter. Die Bochumer Montagsdemo erklärte sich bereit, während der Mahnwache das Mikro nicht einzusetzen und meldete eine spontane Kundgebung bei der Polizei für den Zeitraum nach Beendigung der Mahnwache ein. Trotzdem sprachen einige Vertreter von verschiedenen Parteien von einer Instrumentalisierung durch die MPLD, obwohl die Montagsdemo keine politische Partei ist und erklärten die Mahnwache für beendet. Die große Mehrheit der anwesenden Demonstranten (ca. 300 Leute!) folgten dem "Appell" des Veranstalters nicht, die Kundgebung zu verlassen. Die Spaltungsversuche scheiterten. Am offenen Mikrofon bildete sich in kurzer Zeit eine Schlange von Rednerinnen und Rednern. "Wir haben lange genug geschwiegen", erklärte ein Großvater, "meine Enkel sollen nicht verstrahlt werden! Wir müssen gegen die Atomkraftwerke gemeinsam auf die Straße gehen!" Ein kleiner Junge meldete sich: "Warum muss man Atom nehmen? Es gibt doch für Strom Wasser,- Wind- und Sonnenenergie!" Alle applaudierten. Ein anderes Kind rief: "Frau Merkel ist doof!" Die Redebeiträge wurden immer internationaler. Unter anderem meldeten sich türkische Mitbürger. Als Höhepunkt sagte eine Japanerin unter Tränen: "Ich habe Angst um meine Angehörigen." Die nebenstehenden Personen versuchten sie zu trösten. Über eine Stunde dauerte die spannende Diskussion. Zum Abschluss schlug einer der Moderatoren der Montagsdemo vor, in den nächsten Wochen den Widerstand gegen die Atomkraft fortzusetzen. Nach Abstimmung mit dem immer noch zahlreichen Publikum wurde beschlossen, anstelle der üblichen Montagsdemo in den nächsten drei Wochen eine gemeinsame Anti-Atom-Kundgebung vor dem Rathaus durchzuführen.

Bremen: So voll war der Marktplatz selten. Als um 17.30 Uhr die Montagsdemo begann, waren schon ein paar Hundert Leute gekommen. Der Moderator der Montagsdemo, Wolfgang Lange, traf die aufgewühlte Stimmung, als er in seiner Eröffnungsrede die Regierungen in Japan und Deutschland angriff, die alles tun, was die Stromkonzerne und AKW-Hersteller wünschen und die nur scheibchenweise das zugeben, was schon längst bewiesen ist. Als um 18.00 Uhr dann die von den Grünen angemeldete Mahnwache begann, waren inzwischen ca. 6.000 Menschen auf dem Marktplatz. Bis in die Seitenstraßen hinein standen dicht gedrängt die Menschen - darunter auffallend viele Junge, aber auch alte Anti-AKW-Aktivisten, die ihre Sonnen und Fahnen mitgebracht hatten. Nach einer ca. 15-minütigen Ansprache von Bürgermeister Böhrnsen und einer Schweigeminute sollte nach Grünen- und SPD-Meinung die Veranstaltung beendet sein. Die Aktivisten der Montagsdemo machten jedoch über ihre eigene Anlage den Vorschlag, eine Demo zum Bahnhof zu machen. "Stilles Gedenken reicht nicht - auch bei aller Betroffenheit. Wir müssen den aktiven Widerstand gegen die Atompolitik auf die Straße tragen - bis alle AKWs vom Netz sind - und wir dürfen diesen kriminellen Monopolen und Regierungen nicht das Schicksal dieser Welt, die Zukunft unserer Kinder und Enkel überlassen." Das fanden die meisten Kundgebungsteilnehmer offensichtlich auch: Ein Zug von ca. 4.000 Demonstranten setzte sich lautstark in Bewegung. Immer wieder gab es Kurzansprachen. Vom Montagsdemo-Moderator und einigen anderen wurde der Vorschlag gemacht, ab jetzt jeden Montag eine Montagsdemo auf dem Marktplatz gegen die Atompolitik zu machen - und zwar bis alle AKWs stillgelegt sind. Eine halbe Stunde vorher, um 17.30 Uhr trifft sich wie immer die Montagsdemo gegen Hartz IV - und der Schwabenstreich gegen "Stuttgart 21" soll auch nicht zu kurz kommen. Wie das in Zukunft genau laufen soll, wird in den nächsten Tagen Thema sein - und sicherlich auch beim Treffen der nordwestdeutschen Montagsdemos am kommenden Samstag in Bremen.

Braunschweig: Mindestens 1.000 Leute versammelten sich heute um 18 Uhr auf dem Braunschweiger Kohlmarkt zur gemeinsamen Kundgebung von Montagsdemo und Anti-AKW-Bewegung. Die Stimmung war recht aufgewühlt und es wurde mehrmals lautstark "abschalten, abschalten, abschalten ..." gerufen. Es wurden eine Reihe kämpferische Redebeiträge gehalten und mehr als die Hälfte der Teilnehmer hob die Arme, als vorgeschlagen wurde, sich vorerst jeden Montag um 18 Uhr zu treffen. Auf jeden Fall wird es nächsten Montag wieder eine Demonstration geben.

Chemnitz: Gut 200 Menschen nahmen an der kurzfristig organisierten Aktion in Chemnitz teil. Mit einer zuerst stillen Mahnwache und anschließenden Kundgebung mit offenem Mikrofon wurde die Solidarität und das Mitgefühl mit den Betroffenen zum Ausdruck gebracht und auch der Widerstand gegen die Atompolitik der Herrschenden. Es sprach ein breites Spektrum an Menschen, ein Wissenschaftler der Technischen Universität, ein im medizinischen Strahlenschutz beschäftigter Techniker, sowie Jugendliche und viele andere. Am Anfang stand die Information über das tatsächliche Ausmaß der Nuklearkatastrophe, das mit der möglichen Freisetzung von Plutonium eine noch nicht da gewesene Katastrophe in der Menschheitsgeschichte sich anbahnt. Aufgedeckt wurden die jetzigen taktischen Manöver der Bundesregierung, die offensichtlich von den anstehenden Landtagswahlen motiviert sind. Entsprechend kritisch hinterfragt werden müssen Aussagen von Wissenschaftlern, wenn sie im Auftrag von Energiemonopolen sprechen. Mut machte der Bericht, dass in vielen Städten in Deutschland, aber auch international wie in Indien, der Widerstand zum sofortigen Stopp der Atomkraftwerke zunimmt. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen nicht locker lassen, wir verstehen unseren Protest als Teil einer internationalen Widerstandsbewegung.

Darmstadt: Die Darmstädter Gruppe "atomkraftENDE" hatte für 17 Uhr auf den zentralen Luisenplatz in Darmstadt zur Kundgebung und kurzen Demo durch die Innenstadt aufgerufen. Ca. 2.000 bis 3.000 Leute, davon rund zwei Drittel Jugendliche und Kinder, waren gekommen - diese häufig im Gesicht mit Anti-Atomkraft-Aufklebern dekoriert. Bekannte Vertreter aller möglichen Aktivitäten in Darmstadt nahmen daran teil. Parteien traten nicht auf, nur die MLPD mit ihrem heiß begehrten Flugblatt. "AtomkraftENDE" hatte das Ganze organisiert mit wunderbarem, offenen Mikro und kurzen, kämpferischen Beiträgen. Ganze Gruppen von Jugendlichen traten auf und riefen ihre Parolen im Chor. Viele, viele Redner ergriffen das Wort. Mehrmals wurde klipp und klar die Gewinnsucht der Konzerne in Japan und hier angegriffen und es wurde teils sehr emotional angeprangert, dass Frau Merkel so eine Risiko-Technologie fördert - mit dem Hinweis auf die uns bisher als so vorbildlich gepriesene japanische Atomtechnologie. Es gab Redebeiträge, die dazu aufforderten, den Informationen der Medien und Regierungen nicht zu trauen und selbst aktiv zu werden. "Der Atomausstieg ist Handarbeit", hieß es. Und ein Redner forderte ein Netz von Messstationen der Radioaktivität unter Kontrolle und Obhut der Öffentlichkeit. Der Redebeitrag eines MLPD-Vertreters betonte die Notwendigkeit des Länder übergreifenden Widerstandes und warb für die internationale Umweltkonferenz im Oktober. Er schlug eine Debatte in der Umweltbewegung über eine gesellschaftliche Perspektive vor, da gerade die Atomkatastrophe die besondere Widerlichkeit des Profitsystems offenbart.

Dessau: Die Montagsdemonstration am Rathaus-Center in Dessau, die wie immer um 17 Uhr begann, war gut besucht mit einer sehr lebendigen Diskussion und Kultur. Schwerpunktthema waren die Solidarität mit den Menschen in Japan und der aktive Widerstand für die Abschaltung aller Atomanlagen, sofort und weltweit. Zu Beginn gab es eine Schweigeminute für die Opfer der verheerenden Natur- und Atomkatastrophe. Klaus Fuchs, Sprecher der Dessauer Montagsdemonstration, sowie weitere Teilnehmer und Passanten, brachten Redebeiträgen ihre Betroffenheit aber auch ihre Wut zum Ausdruck. Deutlich wurde, dass die Atomkraftbetreiber für ihre Profite buchstäblich über Leichen gehen. Man war sich einig, es gibt genügend erneuerbare Energiequellen, um sofort auf Atomkraft zu verzichten. Dazu ist es aber auch notwendig, sich zu organisieren, um weltweit den Widerstand für die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen zu entwickeln.

Dortmund: Am 14. März versammelten sich in der Dortmunder Innenstadt rund 600 Menschen – verteilt auf drei Plätze. An der Reinoldikirche begann um 17.00 Uhr eine Mahnwache, die vor allem von den Grünen initiiert war, um 18.00 Uhr eine Mahnwache am Katharinenplatz, initiiert durch Falken und Jusos und am Platz von Netanya auf Initiative von Greenpeace. Die größte Kundgebung fand mit ca. 300 Teilnehmern an der Reinoldikirche statt, wo sich die Montagsdemonstration mit der bereits stattfindenden Mahnwache zusammen schloss und eine gemeinsame Demonstration und Kundge­bung durchführte. Nach einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer in Japan herrschte eine kämpferische Stimmung. Im Visier des Protestes standen die Energiemonopole und ihre Service-Agentur, die Bundesregierung. Beherrschendes Thema: Wie muss der Widerstand entwickelt werden. Große Mehrheitsmeinung war, dass er von unten entwickelt werden muss. Es wurden von den verschiedensten Leuten Meinungen kritisiert, die auf die Parlamente lenkten. Viel Applaus bekam auch der Beitrag des HSP-Betriebsrates Peter Nunhofer, der den aktiven Beitrag der Gewerkschaften gegen die Atompolitik forderte. Auch der Gedanke an eine gesellschaftliche Alternative, den echten Sozialismus, bekam Applaus. Die Kundgebung machte sich zwischenzeitlich lautstark auf den Weg zum Platz von Netanya, um sich mit der dortigen Mahnwache zu verbinden. Die Vertreter von Greenpeace wollten jedoch ausschließlich der Opfer still gedenken und lehnten eine politische Diskussion über Ursachen der atomaren Katastrophe und den Weg des Kampfes ab, was bei den übrigen Demonstranten auf Unverständnis stieß. Natürlich fühlen wir mit den Opfern und ihren Angehörigen. Aber eine Rettung der natürlichen Umwelt und damit auch un­ser aller Zukunftsperspektive ist ohne eine weltumspannende kämpferische Umweltbewegung nicht möglich. Allein der jetzige Kampf gegen die Energiepolitik muss schon mit aller Härte ge­führt werden, denn nur dieser Kampf kann das Durchsetzen was mit den AKW's passieren muss: Abschalten, abschalten, abschalten!

Duisburg: Auf Initiative einer spontanen Demonstration am Samstag in der Duisburger Innenstadt zur Solidarität mit dem japanischen Volk und gegen die menschenfeindliche Atompolitik hatten verschieden Kräfte wie das Klimabündnis Duisburg, die Linkspartei, die MLPD und andere zur Montagsdemo aufgerufen. Über 400 Menschen versammelten sich auf der Königstraße. Mit einer Gedenkminute wurde zuerst der Opfer unter der Bevölkerung gedacht. Die anschließende von der Montagsdemo moderierte Diskussion zeigte die große Betroffenheit, aber auch die Wut der Menschen über die nur am Profit orientieren Politik der Regierungen und Konzerne. Insbesondere wurde die Bundesregierung scharf kritisiert, die jetzt versuche, zu beschwichtigen und das Ganze auszusitzen. Sofort müssten alle Atomanlangen auf der ganzen Welt abgeschaltet werden und das auf Kosten der Betreiber. Ältere Teilnehmer erinnerten an die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl, die sich jetzt zum 25. Mal jährt, und an den Widerstand gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Schülerinnen berichteten von der Diskussion in der Schule zu den Vorgängen in Japan, die sie mit großer Sorge erfüllten, aber auch mit der Forderung, die Atomanlangen abzuschalten weil sie nicht beherrschbar sind. Es wurde der unbedingte Wille der Teilnehmer deutlich, jetzt den Widerstand gegen die Atompolitik zu entwickeln und sich nicht beschwichtigen zu lassen. Dazu wurden eine anschließende Demonstration durch die Duisburger Innenstadt durchgeführt, an der ca. 300 Menschen teilnahmen. Es wurde vereinbart, sollte es zum Super-Gau kommen, sich am selben Abend in der Duisburger Innenstadt um 18.00 Uhr zu treffen, ansonsten am nächsten Montag auf der Montagsdemo, die anbot, für die Zeit ihr Know-How und die Technik zur Verfügung zu stellen. Weiterhin wurde bekannt, dass überregionale Demonstrationen unter anderem in Köln geplant sind.

Eisenach: Heute fand wie in vielen anderen Städten auch in Eisenach um 18 Uhr eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des Erdbebens und Tsunami in Japan und wegen dem drohenden Super-GAU dort statt. Auf Plakaten stand unter anderem die Forderung nach "sofortiger Abschaltung aller Atomanlagen" oder "Rettet unsere Mutter Erde". Ein Plakat zeigte Merkel mit dem Boss des Atomkraftwerks aus der Zeichentrickserie "Simpsons" mit der Überschrift "Dream Team". Trotz der kurzfristigen Bekanntmachung kamen ca. 140 Menschen auf den Eisenacher Markt. Schon eine Stunde zuvor hatte die Eisenacher Montagskundgebung ebenfalls die Forderung nach dem sofortigen Atomaustieg und die Solidarität mit der Bevölkerung in Japan zum Schwerpunkt. Das heute erschienene Flugblatt der MLPD wurde von vielen Passanten interessiert genommen.

Emden: In Emden beteiligten sich um 17 Uhr ca. 60 Personen an einem spontanen offenen Mikro in der Emder Innenstadt. Es wurde rege über die Risiken der Atomkraft und die Möglichkeiten, mit erneuerbaren Energien den gesamten Bedarf der Menschen zu decken. Teilwiese gab es sehr große Kontroversen und es war nicht immer einfach, eine solidarische Streitkultur durchzusetzen. Die Methode des offenen Mikros (das so zum ersten Mal in Emden zum Einsatz kam) wurde von allen Teilnehmern und Passanten sehr begrüßt. Anschließend gingen alle zusammen zur Mahnwache um 18 Uhr, die vor allem von Greenpeace organisiert wurde. Leider war hier die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und einem gemeinsamen offenen Mikro am nächsten Montag sehr gering. Jetzt steht die Frage im Raum, ob nächsten Montag wieder ein offenes Mikro ab 17 Uhr mit anschließender Unterstützung der Mahnwache durchgeführt wird oder nicht.

Essen: Heute wurde in der Essener Innenstadt vielfältig demonstriert und protestiert. Unter anderem wurde ab 17.00 Uhr auf der Porschekanzel auf Initiative der MLPD eine Solidaritäts- und Protestkundgebung durchgeführt. Am offenen Mikrofon ergriffen zahlreiche Passanten das Wort. Sie drückten nicht nur ihre große Anteilnahme und Solidarität mit der japanischen Bevölkerung aus. Immer wieder wurden Forderungen laut, alle AKWs auf der ganzen Welt sofort abzuschalten. "Dazu müssen wir noch viel mehr werden. Wir sollten eine Demonstration in Berlin organisieren, um der Bundesregierung mal richtig den Marsch zu blasen", so eine ältere Kollegin. Stolz hören wir von den mindestens 250 anderen Kundgebungen, die heute stattfinden. Ebenso von den internationalen Protesten wie in Indien oder in Japan selbst. Die Empörung über das menschenverachtende System der Profitmacherei der großen Energiekonzerne wurde immer lauter. Deshalb marschierten wir dann gemeinsam mit der Montagsdemonstration dann ab 18.00 Uhr durch die Essener Innenstadt. Dort schlossen sich uns weitere Demonstranten an, die – organisiert durch Greenpeace – sich zuvor zu einer Mahnwache getroffen hatten. Der Zug schwoll auf 251 Teilnehmer an, wie ein kleiner Junge stolz feststellte. Es ging am Hauptbahnhof vorbei zum Sitz eines der größten Umweltverbrecher, dem RWE-Turm. Hier hatten bereits seit 18.00 Uhr weitere hundert Menschen eine "stille Gedenkstunde" eingelegt. Nach deren Ende wurde es noch einmal richtig laut: "Abschalten! Abschalten! Abschalten". Eine kurze Schlusskundgebung beendete diesen ersten Anfang eines immer breiter werdenden Protestes. Nächste Aktionen werden bereits geplant: Für Samstag, 19. März, wird um 14.00 Uhr eine regionale Demonstration und Kundgebung wieder vor dem RWE-Turm geplant. Weitere Informationen und engere Vernetzung der gemeinsamen Proteste werden verabredet.

Frankfurt/Main: 2.000 Menschen fanden sich am Montag um 17.00 Uhr auf der Hauptwache ein, um gegen die mörderische Atompolitik zu demonstrieren. "AKWs sofort abschalten" war die wichtigste Parole auf der anschließenden Demonstration durch das Frankfurter Westend zu einer Niederlassung von RWE. Aufgerufen hatten über Internet Attac und Linkspartei, IPPNW, Montagsdemo, per Telefonketten verschiedenste Organisationen. Die Montagsdemo hatte ihren Beginn um eine Stunde vorverlegt und war mit dem Offenen Mikrofon im Demozug vertreten. Augenfällig war eine Reihe jüngerer Menschen, teils mit ihren Kindern, gekommen. Verschiedene Passanten reihten sich zum ersten Mal seit Jahren in die Demonstration ein, weil diese Atompolitik lebensbedrohend ist. In den Gesprächen wurde deutlich, dass der Mut der revolutionären Volksbewegung in den Mittelmeerstaaten die Leute auch hier bestärkt, gegen die Regierung zu protestieren. Die Merkel-Regierung fand keine Verteidiger, während die Grünen positiver beurteilt werden. Dabei haben sie unter der Schröder/Fischer-Regierung den sogenannten Atom-Kompromiss zur Laufzeitverlängerung erst möglich gemacht. Das drückt sich auch darin aus, dass die meisten Redner die Hauptlosung wieder relativierten, mindestens die älteren AKWs abzuschalten, sofort die ganz alten. Es gibt ein großes Informationsbedürfnis: die MLPD verteilte 800 Flugblätter. Für nächsten Sonntag wird zu einer Demonstration in Biblis aufgerufen, und am Montag, den 21. März, ab 17.00 Uhr wieder an der Hauptwache Frankfurt.

Gelsenkirchen: Zwischen 60 und 80 Personen folgten am Montag, dem 14. März, dem Aufruf der Montagsdemonstration Gelsenkirchen, die 332. Gelsenkirchener Montagsdemo ins Zeichen der Trauer, der Solidarität und des aktiven Widerstandes gegen die Atomkatastrophe in Japan zu stellen. Dieter Grünwald von der "Bürgerbewegung für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft" informierte eingangs über die heraufziehende größte Atomkatastrophe in der Geschichte der Menschheit: "Außer von zwei Naturkatastrophen – dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami – wird Japan von einer durch verbrecherische Politik heraufbeschworenen Atomkatastrophe heimgesucht. Keiner der Verantwortlichen kann sagen, er habe von nichts gewusst!" Nach einer Schweigeminute der Trauer und des Gedenkens an die Opfer in Japan beteiligten sich am offenen Mikrofon und an der Kundgebung viele Rednerinnen und Redner, unter anderem Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen, DKP, MLPD, REBELL und AUF Gelsenkirchen. Dabei wurde ebenso eindringlich zu Spenden aufgerufen wie zu einem aktiven Einsatz für die sofortige Abschaltung sämtlicher Atomkraftwerke in Deutschland und weltweit. Dr. Willi Mast, Arzt und Vorstandssprecher von AUF Gelsenkirchen, informierte eindringlich über die verheerenden Strahlenschäden, die aus dem zu erwartenden Super-Gau entstehen werden. Einhellig wurde das dreimonatige, von der Bundesregierung angekündigte Moratorium als erstes Rückzugsgefecht, aber auch als Augenwischerei und Wahlkampfmanöver beurteilt. Die Proteste werden weitergehen, unter anderem kündigten mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits an, sich am Wochenende an den Protesten vor der RWE in Essen oder an weiteren Aktivitäten in Gelsenkirchen zu beteiligen.

Halle: Rund 300 Menschen waren in Halle zu einer beeindruckenden Anti-Atom-Mahnwache zusammen gekommen. Auffallend waren viele Kinder und Jugendliche, teilweise brachten Leute Chrysanthemen und große Kerzen mit. Die Leute wollten ihre Trauer und Verbundenheit mit dem japanischen Volk, aber auch ihren Willen zum Widerstand gegen die weltweite Atommafia zum Ausdruck bringen. Eröffnet wurde die Kundgebung mit lauten Rufen: "Atomkraft abschalten!" Mit dem offenen Mikrofon der Montagsdemonstration konnte sich dann dort eine lebhafte Diskussion über den weiteren Weg entfalten. Ein Teilnehmer griff die Vertuschungspolitik des japanischen AKW-Betreibers an und zog Parallelen zur deutschen Beschwichtigung durch Bundesregierung und Konzerne. Die eifrig aus dem Hut gezauberte dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerung durch Merkel und Co. wurde als das bewertet, was sie ist: als Lachnummer. Während die Landtagskandidaten der MLPD, Frank Oettler und Jörg Weidemann, neben der Solidarität mit dem japanischen Volk die Profitgier der Energiekonzerne anprangerten und das sofortige Abschalten der AKWs weltweit forderten, sprach die Spitzenkandidatin der Grünen nur von der Trauer und dem angeblich "langen Atem der Grünen" gegen die Atomkraft. Der Vertreter der Linkspartei drückte sich positiv aus: "Wir sind es den japanischen Menschen schuldig, gegen die Atomkraft aktiv zu werden. Ausstieg jetzt!" Der Sprecher der Esslinger Montagsdemo zog aus seinen Erfahrungen mit dem Kampf gegen "S21" den Schluss: "Es sind heute Tage der Trauer, aber wir brauchen auch Tage des Zorns." Er nahm dabei Bezug auf die Volksaufstände in Nordafrika. Vor dem Abschluss der Kundgebung mit einer Schweigeminute stimmte die große Mehrheit der Teilnehmer für eine Fortsetzung des Protestes am nächsten Montag.

Hamburg: In Hamburg fand eine Protestkundgebung in der Innenstadt vor dem Vattenfall-Kundencenter statt, von 18.00 Uhr bis ca. 19.30 Uhr, mit einer Beteiligung von über 1.500 Leuten. Die Moderation hatte ein "Robin Wood"-Aktivist. Es sprachen auch Vertreter der Montagsdemo Hamburg, die angekündigt wurde als diejenigen, die schon seit über sechs Jahren Montag für Montag ausdauernd gegen die Regierungspolitik demonstriert. Es traten auch Kollegen mit IG-Metall-Fahnen auf. Die MLPD trat mit Transparent, Literaturverkauf und Einsatz des aktuellen Flugblatts auf. Es soll zunächst weiter jeden Montag vor Vattenfall demonstriert werden. Am 26. März ist eine regionale Großdemo in Hamburg geplant.

Hannover: In Hannover kamen 1000 Menschen zusammen. Auf Vorschlag der MLPD wurde eine kurze Demonstration durch die Innenstadt gemacht. Alle Teilnehmer und weitere Passanten schlossen sich dem an. Sowohl Britta Kellermann (Anti-Atom-Plenum Weserbergland), Vertreter der Montagsdemo als auch der MLPD hielten kurze Redebeiträge. Parolen wie "Abschalten" oder "Merkel, Merkel, Atomkraftferkel" machten die Runde. Zum Abschluss wurden die Teilnehmer darüber informiert, dass am Samstag eine weitere Demonstration und Kundgebung vorbereitet wird. Die Montagsdemo stellte ihre Mikrofonanlage zur Verfügung.

Hattingen: Etwa 40 Menschen beteiligten sich an der Kundgebung zum sofortigen Atomausstieg, die am Wochenende spontan von Hattinger Schülern, Linksjugend und Rebell initiiert wurde. Das Interesse war groß, gerne wurde das Flugblatt vom 12. März mitgenommen. Der Veranstaltung stand das "offene Mikrofon der Montagskundgebung" zur Verfügung, von dem reichlich Gebrauch gemacht wurde. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass das nicht alles gewesen sein kann. So wurde am Schluss der Veranstaltung beschlossen den Atomprotest jeden Montag, mit den Protesten gegen die Agenda 2010 zu verknüpfen.

Heidelberg: Zirka 250 Menschen drängten sich am Montag, 14. März, um 18 Uhr auf dem Heidelberger Bismarkplatz zur Mahnwache wegen der Atomkatastrophe in Japan. Die Stimmung war eindeutig: "Abschaltung aller AKWs auf Kosten der Konzerne" war die Aussage des Abends. Mitten unter den Menschen, die zu der vom Bündnis "abgeschaltet" organisierten und von den Umweltschutzorganisationen BUND und "Robin Wood" unterstützten Mahnwache kamen, waren auch – wie immer um diese Zeit - die Aktiven der Montagsdemonstration gegen Harz IV und Sozialabbau. Nachdem im Rahmen der Mahnwache die Vertreter der bürgerlichen Umweltschützer und eine Sprecherin der Grünen gesprochen hatte, eröffneten die Montagsdemonstranten das offene Mikrofon, an dem ein Vertreter der MLPD, Mitglieder des Vereins Üsoligenial, ein Vertreter der Linkspartei und verschiedene Passanten sprachen. Trauer und Solidarität mit den betroffenen Massen in Japan war allerorten zu spüren. Gleichzeitig richtete sich die Aufmerksamkeit der Menschen auf die deutschen AKW, von denen die Regierung bis zu diesem Abend behauptet hatte, sie seien sicher und man müsse sich nicht sorgen. Das sahen die Demonstranten auf dem Bismarkplatz naturgemäß anders. Mit Schrottreaktoren wie Biblis, Neckar-Westheim und Phillipsburg, die seit Jahren immer wieder Störfälle produzieren, in unmittelbarer Nähe, rückte die Katastrophe in Fukushima den Menschen in Heidelberg besonders drastisch vor Augen, was auch bei ihnen passieren kann. Entsprechend stark beklatscht wurden die Beiträge, in denen die Abschaltung aller Reaktoren weltweit auf Kosten der Konzerne und der Übergang zu regenerativen Energien gefordert wurden. Die Stimmung unter den Menschen ist besorgt und wütend. Kein Wunder, dass die Regierung vorerst von der Verlängerung der AKWs Abstand nehmen musste.

Heilbronn: Wie ein Lauffeuer hat es sich in Heilbronn herumgesprochen – Montag um 18 Uhr Protestaktion gegen die Atompolitik auf dem Kiliansplatz. Per Telefon, Mail, Ansagen im örtlichen Radio, Lautsprecheransagen auf dem Platz kamen 300 Demonstranten zusammen. Passanten blieben stehen, wollten der Opfer des Erdbebens und der nuklearen Katastrophe in Japan gedenken und ihre Wut auf die Regierung mit anderen teilen. Einige brachten Kerzen, in der Mitte des Platzes wurde eine "Windanlage" aufgebaut als Zeichen dafür, dass ein Umstieg auf erneuerbare Energien möglich und dringend notwendig ist. Die Kundgebung war eingebettet in die Heilbronner Montagsaktion und wurde umrahmt von Musikbeiträgen des Heilbronner Liedermachers Pit Bäuml. In einer Schweigeminute wurde die Trauer und Betroffenheit über die Ereignisse in Japan zum Ausdruck gebracht. Mit Sprechchören "Jetzt abschalten!" bekräftigten die Teilnehmer der Kundgebung die Forderung nach sofortiger Abschaltung aller Atomanlagen. Mit der Ankündigung der nächsten Protestaktionen, Liedern und einem Dank an die Heilbronner Montagsdemo für die gute Zusammenarbeit wurde die Kundgebung geschlossen.

Husum: Die Initiative "Ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie" hatte auch hier zu einer Mahnwache mit Kundgebung aufgerufen. Mit einer eindringlichen kurzen Ansprache wurde zu einer halben Stunde Schweigen aufgerufen. Die ca. 350 auf dem Marktplatz versammelten Teilnehmer entschlossen sich jedoch spontan, ihre Wut und Betroffenheit laut kundzutun. Es gab viele selbst hergestellte Transparente und Schilder, sowie Anti-AKW-Fahnen, auch eine gelbe Tonne mit "verstrahltem Atommüll" wurde herbeigerollt. "Abschalten, abschalten" wurde im Sprechchor gerufen, Lieder wurden gesungen, getrommelt und gepfiffen und es wurde intensiv diskutiert. Einhellig war man der Meinung, dass jetzt weltweit sofort alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen und dass man sich ab jetzt jeden Montag in Husum zu einer Montagskundgebung trifft.

Kassel: Am Montag morgen um neun Uhr in der Kindertagesstätte Oase e.V.: Der Morgenkreis beginnt, ich kann nicht mit Liedchen oder Spielen beginnen, wenn in Japan die Menschen ums Überleben kämpfen. In allen Familien wird das am Wochenende Thema gewesen sein. Ich frage die Kinder, ob sie von Japan gehört haben und darüber erzählen wollen. Viele Kinder melden sich. Überschwemmung, Flutwellen, Erdbeben, Zerstörung, Tod und die Atomkatastrophe sind Thema. Wir denken an die Kinder, die kein zuhause, keinen Kindergarten und keine Schule mehr haben. Die Angehörige vermissen. Einig sind wir uns darin, dass die Atomkraftwerke ausgeschaltet gehören. Alle weltweit! Wir sind zwar die "Oase", aber die Themen von heute gehen uns trotzdem etwas an!

Köln: Tiefe Trauer, Entsetzen, Wut – diese Gefühle teilten sich mit, als sich um 18 Uhr am Dom Montagsdemonstranten und AKW-Gegner versammelten. Die Menge schwoll auf etwa 700 Menschen an. Die Kölner Montagsdemo organisierte sofort ein offenes Mikrofon – das rege genutzt wurde. Man begann mit einer Schweigeminute im Gedenken an die Opfer des Tsunami. Dann kam sofort die Diskussion in Schwung. Abschalten – sofort – das war der Tenor der Versammelten. Kein Vertrauen in die Regierung und ihr Moratorium – dass Atomkraft nicht beherrschbar ist, wissen wir seit langen – und trotzdem ging man das katastrophale Risiko ein – im Interesse der Profit! Als ein Sprecher der Piratenpartei sich meldete und die Abschaltung der AKWs verlangte, erschollen Rufe: "Keine Parteien!" Das konnte geklärt werden am offenen Mikrofon: Jeder, der sich einsetzt für die Abschaltung der AKWs, muss willkommen sein, über parteipolitische Grenzen hinweg. Das aktuelle Flugblatt der MLPD ging gut weg – teils wurde es aber auch abgelehnt – von der MLPD lesen wir grundsätzlich nichts, hieß es dann. Von der Domplatte aus ging es dann zum Rudolfplatz, in einer Demonstration, die weitere Menschen anzog. Abschalten jetzt! "Ob Süd ob Nord – AKWs sind Mord" war eine der Parolen, die laut gerufen wurden. Am Rudolfplatz stieß der Zug auf eine zweite Kundgebung, die von Naturfreunden und der grünen Jugend angemeldet worden war (es war versucht worden, beide zusammenzulegen – aber in der Kürze der Zeit nicht gelungen). Auf dieser Kundgebung konnte sich die Parole "Keine Parteien" durchsetzten, und die Organisatoren, die Mikrofonhoheit hatten, inspizierten jeden Redner auf mögliche parteipolitische Zugehörigkeit. Hier gab es tolle Musik mit Klaus dem Geiger und Band und verschiedene Ansprachen. Viele Schilder mit "Kapitalismus – abschalten!" und auch wieder als bestimmender Slogan: "Abschalten jetzt!" Zusammen waren es dann etwa 2.000 Menschen.

Krefeld: Heute am 14. März fand auch in Krefeld eine Mahnwache bzw. Protestkundgebung statt. 200 bis 300 Menschen versammelten sich auf dem Neumarkt. Ihr wichtigstes Anliegen: schnellstmögliches Abschalten aller Atomkraftwerke. Interessant: die SPD-Ratsfraktion unterbrach ihre Sitzung, um sich zu zeigen... Die MLPD verteilte ihr aktuelles Flugblatt, das interessiert genommen wurde. Anschließend trafen sich Vertreter verschiedener Organisationen, um das weitere Vorgehen im Protest zu beraten. Als erstes wurde eine Demonstration am Samstag, 19. März, 11.00 Uhr, ab Hauptbahnhof Krefeld, beschlossen.

Leipzig: "AKW - Abschalten", "Rettet die Umwelt vor der Profitgier", das waren die lautstarken, sehr einmütigen Rufe von ca. 500 Demonstranten zunächst durch die Leipziger Innenstadt vom Augustustuspalatz zum Hauptbahnhof und dann kurz über den Ring zu Siemens. Von einer zunächst geplanten Mahnwache auf dem Augustusplatz entwickelte sich eine Spontandemo. Die Montagsdemo von der Nikolaikirche marschierte zum Augustusplatz, stellte ihre Lautsprecheranlage zur Verfügung und machte den Vorschlag zur Demo, der einmütig aufgegriffen wurde. Auch Rufe wie "Hoch die internationale Solidarität" wurden begeistert aufgegriffen. Beifall gab es zum abschließenden Redebeitrag, dass wir Teil des weltweiten Widerstands sind, auf keine Wahlversprechen der bürgerlichen Politiker vertrauen dürfen und heute ein Signal für den weiteren Widerstand gesetzt haben. Klar, wir treffen uns nächsten Montag wieder. Mütter mit Kindern, junge Leute, Vertreter aus verschiedensten Bewegungen standen zusammen. Die Flugblätter der MLPD, die einzigen die verteilt wurden, fanden reißenden Absatz.

Lübeck: Heute Abend ist der Lübecker Montagsspaziergang von knapp 50 Teilnehmern in den letzten Wochen auf über 300 Teilnehmer angewachsen. Die Wut über das Herumeiern und Festhalten der Regierung an der Kernkraft machte sich immer wieder lautstark in Sprechchören "Abschalten, abschalten!" Luft. Die Stimmung lässt sich am besten mit "Es reicht!" auf den Punkt bringen. Ein 13-jähriger Gymnasiast hielt eine Kurzrede und hob hervor, das hier Jung und Alt gemeinsam protestiert. Alle Reden prangerten das Festhalten an der Atomkraft an und es wurde aufgezeigt, dass es jetzt schon ohne Atomkraft geht und sofortige Abschaltung kein Problem ist. Die Situation in Japan hat alle aufgeschreckt. Einige prangerten auch die Profitmacherei der Energiekonzerne an und ein Genosse ergänzte, dass wir den Profitjägern die Welt aus der Hand nehmen müssen, bevor sie verbrannt ist. Das kann nur bedeuten, den echten Sozialismus zu erkämpfen.

Magdeburg: Die Montagsdemo Magdeburg und das Aktionsbündnis-Anti-Atom Magdeburg führten gemeinsam eine Mahnwache mit ca. 170 Teilnehmern durch. Nach der Mahnwache schloss sich das Aktionsbündnis der Montagsdemonstration an. Mit Musik, und Sprechchören, in denen die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke gefordert wurde, zog der Demonstrationszug eindrucksvoll zum Bahnhofsvorplatz, wo die Abschlusskundgebung mit offenem Mikrofon durchgeführt wurde. In den Redebeiträgen kam immer wieder zum Ausdruck, dass eine sofortige Abschaltung und Umstellung auf erneuerbare Energien möglich wäre und gefordert wird. Kritik wurde an der CDU/CSU/FDP-Regierung geübt, die den Energiekonzernen durch die Verlängerung der Laufzeiten Milliardengewinne zuschanzt. Im Abschluss wurde eine gemeinsame Solidaritätserklärung verabschiedet.

Mannheim: Rund 800 bis 1.000 Mannheimerinnen und Mannheimer nahmen heute um 18.00 Uhr teil an einer Protestkundgebung, Mahnwache und Demonstration gegen Atomkraft und für die Solidarität mit der Bevölkerung in Japan. Aufgerufen dazu hatte der Verein "100 % Energiewende". Vertreter verschiedener Parteien und Verbände, darunter ein Vertreter der Montagsdemo Mannheim, Betriebsräte aus Mannheimer Großbetrieben und der Grünen brachten in kurzen Reden ihre Betroffenheit, ihre Wut und ihre Kritik an der Atompolitik der japanischen genauso wie an der Atompolititk Bundesregierung zum Ausdruck. Verlesen wurde unter anderem die Pressemitteilung der bundesweiten Montagsdemo gegen die herrschende Politik und den Zusammenhang mit den seit sechs Jahre anhaltenden Protesten gegen Hartz IV. Die Hauptrednerin von "100 % Energiewende" forderte dazu auf, diese Proteste jetzt jede Woche fortzusetzen. Die Montagsdemo Mannheim hofft, dass die Proteste weiter gemeinsam durchgeführt werden und nicht, wie es auch Vorschläge gibt, dies auf getrennten Plätzen in der Stadt zu tun. Es wurden verschiedenste Flugblätter von Verbänden und Parteien verteilt, darunter die Presseerklärung der MLPD und einen Aufruf zum Sternmarsch am 25. April auf Biblis, dnm ältesten Atommeiler Deutschlands, der sich in unserer unmittelbaren Nähe von Mannheim (ca. 30 Kilometer) befindet. Wir machen weiter!

Marl: Rasch wuchs die Montagsdemonstration von sonst ca. 15 Teilnehmer auf 80 Teilnehmer an in der sonst beschaulichen Fußgängerzone in Marl-Hüls. Die Naturkatastrophe in Japan und die Folgen einer atomaren Verseuchung hielt es viele Menschen nicht mehr zuhause. Solidarität mit dem japanischen Volk können wir am besten ausüben, wenn wir den aktiven Widerstand für die Abschaltung aller Atomkraftwerke organisieren. Die Profitgier der Energiekonzerne weltweit und die jeweiligen Regierungen, die sich diesem Streben hingeben, standen im Mittelpunkt der Kritik der Teilnehmer, genauso wie die Anteilnahme mit dem japanischen Volk. Auch die Grünen von Marl führten eine Mahnwache durch und beteiligten sich zeitweise an der Diskussion. Die Vertreterin der MLPD forderte: Nehmt den Energiemonopolen und ihrer Regierung die Welt aus der Hand, bevor sie sie zerstören. Wir verabredeten uns auf alle Fälle für nächsten Montag und wiesen unsere Homepage hin, wenn zu größeren regionalen Demonstrationen aufgerufen wird.

Mülheim/Ruhr: Bis zu 50 Teilnehmer hatte die heutige Montagsdemonstration um 17 Uhr auf dem Kurt-Schumacher-Platz, in deren Mittelpunkt die Solidarität mit den vom Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe betroffenen Menschen in Japan stand. Gleich zu Anfang legten wir eine Schweigeminute im Gedenken an die Opfer ein. Bei den Diskussionsbeiträgen am offenen Mikrofon blieben immer wieder Passanten stehen und hörten kopfnickend zu. Mitglieder der MLPD, der Linkspartei, vom kommunalen Wählerbündnis WIR AUS Mülheim, vom Frauenverband Courage und Parteilose meldeten sich zu Wort. Unser bester Beitrag zur Solidarität mit den Betroffenen in Japan ist, dass wir hier gegen die Atompolitik den Widerstand zur sofortigen Abschaltung aller Atomanlagen entwickeln, das wurde bei allen deutlich, und es wurde betont, dass wir ausdrücklich für einen notwendigen internationalen Widerstand eintreten. Die Greenpeace-Gruppe Mülheim hatte sich ausdrücklich bedankt für die Einladung zur heutigen gemeinsamen Aktion, sie nahm aber an einer Aktion in Oberhausen teil. Um 18 Uhr trafen sich die Grünen noch zu einer Mahnwache, an der ebenfalls bis zu 50 Personen teilnahmen. Auch ihre Hauptforderung war die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen. In mehreren Gesprächen wurde deutlich, dass es darauf ankommt, gemeinsame Aktionen zu machen.

München: An der heutigen Mahnwache für die Opfer der Natur- und Atomkatastrophe in Japan und den Sofortausstieg aus der Atomkraft in München beteiligten sich laut Polizeieinsatzleitung etwa 3.000 Menschen. An der anschließenden spontanen kämpferischen Demonstration vom Stachus über die E.on- und Siemens-Konzernzentrale zur bayerischen Staatskanzlei nahmen etwa 1.500 bis 2.000 Menschen teil. Der hauptsächliche Schlachtruf der Demonstranten war "Abschalten! Abschalten!" Nachdem die von "greencity" (einer von der Stadt München gesponserten Umweltinitiative) geladenen Redner von SPD und Grünen bei der Mahnwache gesprochen hatten (die Mahnwache bestand allerdings zumeist aus politischen Kurzreden) wurde das Mikrofon freigegeben. Klaus Dumberger, Landesvorsitzender der MLPD, betonte den Stolz auf den Anti-AKW-Widerstand und kritisierte die Grünen- und die SPD-Führung, die vor zehn Jahren die Kernkraft eben nicht als nicht beherrschbar betrachteten, sondern einen faulen Kompromiss aushandelten. Sein Vorschlag für eine spontane Demo bekam viel Applaus. Wir hatten vom Kreis München her eine Lautsprecheranlage vorbereitet und machten einen etwa einstündigen Marsch durch die Stadt. Für nächsten Montag, 21. März, hat sich die Anti-AKW-Bewegung wieder für 19.00 Uhr für eine Kundgebung "für die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen" am Stachus verabredet, um dort zu protestieren und nach Abstimmung ggfs. wieder zu demonstrieren.

Münster: Am 14. März demonstrierten in Münster ca. 1.000 Menschen gegen die Atomkraft auf dem Domplatz in Münster vor dem Sitz des Regierungspäsidenten. Mehrere Initiativen, unter anderem auch die Initiative "Sofortiger Atomausstieg" haben an diesem Tag eine Demonstration in Münster organisiert. Zu sehen waren Schilder mit Forderungen wie "Mitgefühl und Solidarität mit den Opfern in Japan! Atomausstieg sofort!" Ebenso häufig zu sehen war die in der Atombewegung der 1980er-Jahre bereits bekannte lachende rote Sonne auf gelben Grund, mit der erhobenen Faust. Kerzen wurden auf dem Domplatz gestellt, zum symbolischen Zeichen der Betroffenheit und der Solidarität mit den Opfern in Japan. Lautstark machten die Teilnehmer nach einer Schweigeminute für die Opfer in Japan ihren Ärger Luft, als das von der Bundesregierung beschlossene Moratorium angesprochen wurde. Es wurde von den meisten Demonstrationsteilnehmern als unzureichend kritisiert. "Man muss gegen diese Technologie sein. Sie ist die teuerste und gefährlichste überhaupt", betonte Jürgen Fehrensen, ein Aktivist aus der Anti-Atomkraft-Bewegung in Münster. Damit sprach er vielen Teilnehmern aus der Seele, welche die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke forderten. In Münster sollen nun wöchentlich montags Anti-Atomkraft-Demonstrationen stattfinden, ganz im Sinne der Tradition der Montagsdemonstrationen. Wir von der MLPD hatten über verschiedene E-Mail-Verteiler ebenfalls zur Kundgebung aufgerufen und hierbei gleich unser aktuelles Flugblatt verbreitet. Wir waren die einzige Partei, die sich bisher mit Flugblättern an den Anti-Atomkraft-Aktionen beteiligte. Für die nächsten Tage wird in Münster und Umgebung bisher zu folgenden Aktionen aufgerufen: Sonntag, 20. März, 14 Uhr: Demo am Zwischenlager Ahaus; Montag, 21. März, 18 Uhr: Demonstration auf dem Domplatz in Münster; Samstag, 26. März: Großdemo in Köln (weitere Infos: www.ausgestrahlt.de)

Recklinghausen: Die schreckliche Katastrophe in Japan schockiert alle – auch unsere Montagsdemo war erheblich mehr besucht als die üblichen Veranstaltungen. Es wurde in der Diskussion deutlich, dass wir alle einmütig zur Forderung "Abschaltung aller Atomkraftwerke weltweit auf Kosten der Betreiber" stehen. Wir fragen uns nicht nur – nein – wir stellen fest, dass die Betreiber solcher Anlagen bewusst den Massenmord an der Bevölkerung in Kauf nehmen, nicht nur zu dem Zweck, dass sie durch den Betrieb Maximalprofite einstreichen, sondern auch deshalb, weil der Betrieb dieser Kraftwerke eine Grundvoraussetzung für die Existenz des militärischen Komplexes ist. Hunderttausende haben sich gestern allein in Deutschland an Mahnwachen und Protesten gegen diese Atompolitik beteiligt. Keiner glaubt mehr an die Aussagen der herrschenden Politiker von einer sogenannten "Brückentechnologie" – diese Damen und Herren beteiligen sich mit ihren Aussagen am Verbrechen der Atomindustrie gegen die Bevölkerung – wir dürfen nicht mehr zulassen, dass uns solche Lügner und Betrüger auch nur einen Tag länger regieren. Alle 17 deutschen Atomkraftwerke müssen unverzüglich auf Kosten der Betreiber abgeschaltet werden; diese Forderung gilt ebenso für die gesamten Atomkraftwerke, die in der Welt noch am Netz sind. Das ist die einzige sinnvolle Antwort auf die Katastrophe in Japan! Die nächste Montagsdemo findet am kommenden Montag um 17.15 Uhr auf dem Altstadtmarkt in Recklinghausen statt. Unser Schwerpunktthema lautet auch dann: "Abschalten sofort – Kampf gegen die Atompolitik der Regierung!"

Rostock: Am Montag versammelten sich in Rostock ungefähr 200 Leute am Kundgebungsort der Montagsdemo, um ihre Solidarität mit dem japanischen Volk kundzutun und vor allem auch, um ihre Wut über die Verantwortungslosigkeit der AKW-Betreiber zum Ausdruck zu bringen. Es waren neben der MLPD und dem REBELL auch Leute von verschiedenen Organisationen und Bündnissen da und am offenen Mikrofon der Montagsdemo entstand eine rege Diskussion. Dabei stand vor allem die Empörung über die Profitgier der Energiekonzerne im Vordergrund, die bereit sind, Millionen Menschen leben zu riskieren, um ihren ohnehin schon ungeheuren Profit mit Hilfe von AKWs noch weiter zu maximieren. Auch die Regierungen sowohl in Deutschland als auch international wurden stark kritisiert dafür, dass sie diese Skrupellosigkeit sowohl mit Beschlüssen wie der Laufzeitverlängerung als auch mit Geldern für die Endlagerung der Brennelemnte unterstützen. Im Anschluss wurde noch eine Spontandemo zu einer Außenstelle der "E.On Edis" organisiert, die mit Parolen und Sprechchören belagert wurde. In der Diskussion wurde auch deutlich, dass die Anliegen der Montagsdemonstranten und die der Umweltbewegung durch einen gemeinsamen Feind miteinander verbunden sind, nämlich durch die Profitgier der Monopolkonzerne.

Saarbrücken: In Saarbrücken fand heute eine Demonstration gegen die Atompolitik der Bundesregierung statt. Die etwa 500 Menschen waren ernst, nachdenklich, zum Teil aber auch sehr aufgebracht über die ernste Situation in Japan und die Atompolitik der Regierung. Oskar Lafontaine forderte zur Solidarität mit den betroffenen Menschen in Japan auf. Der Grünen-Vorsitzende im Saarland, Ullrich, der die Politik der "Saarmaica"-Koalition (CDU-Grüne-Regierung) rechtfertigen wollte, wurde von Protesten begleitet. Die meisten Redner waren sehr kämpferisch, ihre Beiträge erhielten den meisten Beifall, sie forderten die Stilllegung der Atomanlagen. Die Kundgebung wurde über die Lautsprecheranlage der Montagsdemonstration abgehalten, da die Veranstalter ("Montagsspaziergang gegen die Laufzeitverlängerung") keine eigene Anlage hatten und sie nach einigem Zögern dankbar annahmen. Während sie anfangs trotzdem sogar der Montagsdemonstration ein Rederecht verweigern wollten, ließen sie sich später überzeugen, so dass insgesamt ca. 15 Redner zu Wort kamen, die die verschiedenen Seiten des Kampfes gegen die Atompolitik zum Ausdruck brachten. Die MLPD verteilte die neuesten Flugblätter, die heiß begehrt waren, so dass wir die Anwesenden teilweise bitten mussten, mit ihren Nachbarn zusammen zu lesen, da die Flugblätter nicht ausreichten. Nächsten Montag wird eine erneute Demonstration stattfinden.

Schweinfurt: Auch in Schweinfurt sowie in vielen umliegenden kleinen Städte Unterfrankens wurde am Montag für die sofortige Abschaltung des KKW`s Grafenreinfeld rausgegangen, in Schweinfurt wird Mann und Frau nun regelmaßig jeden Montag um 18.00 Uhr dafür auf den Georg-Wichtermann-Platz aufgerufen.

Stuttgart: In Stuttgart trafen sich 700 Demonstranten aus der Anti-AKW-Bewegung und von der Montagsdemonstration gegen Hartz IV, um gemeinsam der Opfer der Nuklearkatastrophe in Japan zu gedenken und gegen die verbrecherische Atompolitik zu protestieren. Immer wieder war zu hören "Abschalten". Ein Sprecher des BUND sprach den Demonstranten aus dem Herzen, als er erklärte, dass die AKWs "sofort und dauerhaft abgeschaltet werden müssen", denn "sicher ist nur das Risiko". Bernd Riexinger von Verdi prangerte an, dass die Weltöffentlichkeit jahrelang belogen wurde und forderte auch, dass sofort abgeschaltet werden muss. Schilder und Sprechchöre "Mappus weg" und "Lügenpack" griffen auch die Tatsache auf, dass der baden-württembergische CDU-Ministerpräsident ein besonderer Scharfmacher bei der Verlängerung der Laufzeiten der AKWs ist. Verschiedene Redner machten deutlich, dass ein länderübergreifender internationaler Widerstand entwickelt werden muss. Peter Borgwardt von der MLPD und Montagsdemonstration machte deutlich, dass der aktive Widerstand sich auch energisch gegen die Pläne richten muss, Hunderte neuer Atomkraftwerke erst noch zu bauen. Hier sind weltweit deutsche Monopole wie Siemens vorne dran, um daraus nahezu unvorstellbare Profite zu schlagen. Den Kapitalismus als Grundursache gilt es ins Visier zu nehmen. Verschiedene Aktivisten der Anti-AKW- und "S21"-Bewegung forderten zurecht, dass der Kampf mit aller Härte mit Blockaden und auch Streiks geführt werden muss und man sich deshalb organisieren muss. Am Schluss wurde vereinbart, sich am nächsten Montag wieder um 17 Uhr auf dem Schlossplatz zum gemeinsamen Protest zu treffen. Danach zogen die Demonstranten zur 67. Montagsdemonstration gegen "S21", an der erneut 7.000 Menschen teilnahmen, um den Widerstand gegen die verbrecherische Atompolitik auch dorthin zu tragen.

Tübingen: Einem Aufruf des Friedensplenums waren am Montagabend weit über 500 Tübinger gefolgt, um der Opfer in Japan zu gedenken und für die sofortige Abschaltung auch der deutschen AKW’s als Konsequenz aus der Katastrophe in Japan zu demonstrieren. Auch sehr viele Jüngere hatten sich eingefunden. Auf dem Tübinger Holzmarkt waren Vertreter mehrere Parteien und Organisationen, die die Gelegenheit, am offenen Mikrofon das Wort zu ergreifen, vielfach nutzten. Eine in Tübingen lebende Japanerin, die 1945 in der Nähe von Hiroshima geboren worden ist, fasste die letzten Tage mit folgenden Worten zusammen: "Es gibt keine friedliche, keine ungefährliche Nutzung der Atomkraft." Mit großem Beifall wurde danach auch der Beitrag der MLPD bedacht: Ursache für solche Katastrophen ist die grenzenlose Profitgier des Kapitalismus; wer also solche Katastrophen wirklich verhindern will, muss etwas gegen das kapitalistische System unternehmen. Auffällig war das Fehlen von Vertretern der Regierungsparteien CDU und FDP, umso lauter wurden Rufe wie "Abschalten" und "Lügenpack" skandiert, als es um die Verknüpfung der Politik mit den Energiekonzernen ging.

Ulm: Angesichts der dramatischen Ereignisse in Japan fand am 14. März in Ulm eine Mahnwache mit Kundgebung statt. In Ulm kamen 700 Menschen und brachten ihre Sorgen und Betroffenheit, aber auch ihre Wut und Empörung zum Ausdruck. ... Der Protest wird weitergehen. Da waren sich die Veranstalter und viele Teilnehmer einig. Noch in dieser Woche, voraussichtlich am kommenden Donnerstag, wird eine Demonstration in Ulm stattfinden. Genaueres ist der örtlichen Presse zu entnehmen. Wir werden Euch auf dieser Homepage auf dem Laufenden halten. Die MLPD-Ortsgruppe Ulm beteiligte sich auch an der Kundgebung. Das aktuelle Flugblatt wurde von Teilnehmern gerne genommen (vollständiger Bericht auf der Homepage der Ortsgruppe Ulm).

Wilhelmshaven: Um 18 Uhr veranstalteten die "Wilhelmshavener Montagsdemo gegen Hartz IV" und das "Aktionsbündnis gegen Atomkraft Wilhelmshaven und Umgebung" eine Protestkundgebung gegen Atomkraftwerke. 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gekommen, darunter Vertreter der Linkspartei, der MLPD und der Grünen. Nach einer Gedenkminute für die Opfer der Erdbeben-, Tsunami-, und Atomkatastrophe in Japan eröffneten die Moderatoren der Montagsdemo das offene Mikrophon. Die Redner waren sich einig, dass alle Atomkraftwerke sofort abgeschaltet werden müssen. Viel Applaus gab es immer dann, wenn die Profitgier als Triebfeder der verbrecherischen Atompolitik angegriffen wurde. Am Ende setzte sich eine spontane Demonstration mit ca. 50 Teilnehmern in Richtung des örtlichen CDU-Büros in Bewegung. Nach der kurzen Besetzung einer Straßenkreuzung gab es vor dem Büro für alle die Möglichkeit, ein paar Worte an Bundeskanzlerin Angela Merkel zu richten. Eine Frau sagte: "Merkel, folge deinem Lügenbaron!"

Witten: Die gestrige Montagsdemonstration in Witten befasste sich ausschließlich mit der Natur- und Atomkatastrophe in Japan. Betroffen zeigten sich viele Redner von dem über die Menschen hereingebrochenen Unglück durch Erdbeben und Tsunami. Doch die verheerende nukleare Verseuchung hat mit Schicksal nichts zu tun, sondern ist Ergebnis einer auf Profitmaximierung basierenden Energiepolitik. Die Politik von "Rot-Grün", die mit ihrem Ausstiegsszenario die damals maximale Laufzeit der Atomkraftwerke erst ermöglicht hat und die Politik von "Schwarz-Gelb", die den Ausstiegsbetrug durch eine Verlängerung noch mal weitergetrieben hat, zeigen nur eines: sicher im Zusammenhang mit der Atomkraft sind nur die Riesenprofite der Betreiber und Anlagenhersteller und die Willfährigkeit der Berliner Politik. Deshalb ging die Montagsdemo im Anschluss zur Kundgebung und Demonstration am Rathausplatz und wird den Aufbau einer aktiven Widerstandsbewegung für eine sofortige Stilllegung aller Atomanlagen unterstützen.

Wuppertal: Es fand zunächst eine Versammlung der Menschen statt und dann eine Demonstration durch Elberfeld, an der sich ca. 1000 Menschen beteiligten.

Berichte von früheren Aktionen am Wochenende, 12./13. März