Umwelt

Atomkraft tötet schon vor Inbetriebnahme der Kraftwerke

Oberhausen (Korrespondenz), 25.03.11: Bei MAN in Oberhausen (heute MAN Diesel&Turbo) wurden bis Ende der 1980er Jahre Kernkomponenten für Atomkraftwerke hergestellt. Zu jedem Reaktor gehörten, in Oberhausen gefertigt, ein Reaktordruckbehälter und vier Dampferzeuger. Fast alle deutschen AKWs sowie viele im Ausland stehende wie in Brasilien, Argentinien, Schweden usw. sind mit diesen Kernkomponenten ausgerüstet worden.

In der Fertigung dieser mehrere hundert Tonnen schweren Behälter wurden diese mehrfach auf ca. 500 Grad Celsius geglüht, warm bearbeitet usw. Sie wurden komplett mit Asbestmatten eingewickelt. Schlosser und Schweißer krochen auf den Asbestmatten herum, oder mussten sich zum Schweißen und Ultraschallprüfen in die 70 Zentimeter großen Einstiegslöcher beim Dampferzeuger zwängen und dort mit mehreren Leuten zusammen schweißen sowie schleifen. Der Dreck lag knöchelhoch.

Von den Kollegen sind so gut wie alle vorzeitig gestorben. Über 150 Kollegen, das ist eine komplette Schicht, starben inzwischen an Asbestose oder einem von Asbest ausgelösten aggressiven Tumor innerhalb weniger Monate. Vor einigen Wochen musste ein noch aktiver Kollegen beerdigt werden, gestern wurde wieder ein Fall bekannt.

Nach Aussage der Oberhausener Sicherheitsfachkraft gehen beim Arbeitsschutz jede Woche im Durchschnitt ein bis drei Meldungen von Asbesterkrankungen ein. Ganz abgesehen von den Kollegen, die im Nuklear-Service tätig waren, und bei Reparaturen in AKWs verstrahlt wurden oder radioaktiven Staub inkorporierten.

Die Strahlenkrankheit zieht sich lange hin, oft merkt man es daran, dass man Blut pinkelt. Die Atomkraft ist ein skrupelloses Geschäft mit dem Tod. MAN gab die Sache Ende der 1980er Jahrer auf, offensichtlich um allen Schadensersatzansprüchen auszuweichen. Eine spanische Firma baut in Lizenz weiter.