Umwelt

Super-GAU: Aktiver Widerstand muss unverzügliche Sofortmaßnahmen zum Schutz der japanischen Bevölkerung erkämpfen

27.03.11 (14.00 Uhr) - Es sind Horrormeldungen, was aus Fukushima mittlerweile an gemessenen Strahlenwerten an die Öffentlichkeit dringt. So hieß es heute, dass diese im Wasser unter dem Reaktorblock 2 auf das zehnmillionenfache des normalen Werts gestiegen sind. Das wird zwar mittlerweile wieder dementiert, dennoch steigt die Strahlung gefährlich weiter an. Greenpeace forderte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA auf, die Katastrophe in die höchste Stufe 7 der internationalen Bewertungsskala für Atomunfälle einzuordnen. Gleichzeitig gibt es von der japanischen Regierung und der Betreiberfirma immer noch die unglaublichsten Beschwichtigungen - ein krasser Gegensatz! Da wird allen Ernstes als "Erfolgsmeldung" verbreitet, dass das radioaktive Jod in dem Wasser ja "innerhalb eines Tages" zerfalle.

Es ist "Zwei vor Zwölf" und allerhöchste Zeit für unverzügliche Sofortmaßnahmen zum Schutz der japanischen Bevölkerung. Nach der erfolgreichen Massenmobilisierung mit über 250.000 Teilnehmern an den Großdemonstrationen am Samstag ist der aktive Widerstand nun gefordert, seine Agenda um entsprechende Forderungen zu erweitern:
- Alle Atomkraftwerke weltweit sofort abschalten!
- Uneingeschränkte Veröffentlichung der Wahrheit über die Entwicklung in Fukushima!
- Mobilisierung sämtlicher internationaler Hilfsorganisationen, um großflächige Evakuierungen durchzuführen!
- Alle Schwangeren und Kinder müssen außer Landes gebracht werden!
- Gewährleistung der Versorgung der Bevölkerung mit unverstrahlten Lebensmitteln!
- Einrichtung kontinuierlicher Luftbrücken und Schiffskonvois zu diesem Zweck!

Noch wirkt weltweit eine gewisse Schockstarre angesichts der Ereignisse, aber auch die verharmlosende Desinformationskampagne. Es ist aber jetzt notwendig, zu handeln und nicht, wenn es zu spät ist! Hunderte Millionen von Menschen auf der Welt wären bereit und in der Lage, dies tatkräftig zu unterstützen.

Oft wird behauptet, Massenevakuierungen in diesem Umfang wären nicht möglich. Tatsächlich gibt es in Japan selbst solche Pläne, die aber nicht umgesetzt werden. Auch für Terroranschläge in europäischen Städten wie z.B. London wurden großflächige Evakuierungspläne ausgearbeitet und erprobt. "rf-news" bittet alle internationalen Experten und Wissenschaftler, ihre Kenntnisse darüber zur Verfügung zu stellen. Schickt alles, was ihr darüber wisst, an "rf-news"!

Hunderte Demonstranten zogen heute erneut durch die Innenstadt von Tokio und forderten die Stilllegung aller Atomkraftwerke, von denen auch in Japan die meisten weiterlaufen. Seit der Katastrophe in Fukushima habe die japanische Anti-AKW-Bewegung starken Zulauf erhalten, sagte einer ihrer Sprecher, Toshihiro Inoue: "Seit dem Zwischenfall im Atomkraftwerk fragen sich die Leute, ob wir die Atomenergie wirklich brauchen. Und wir hoffen, dass wir so den Ausstieg in die Wege leiten können." ("tagesschau.de", 27.3.11)

Ein Höhepunkt des internationalen aktiven Widerstands muss der 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am 26. April werden. Das gilt es jetzt schon in Deutschland und weltweit systematisch vorzubereiten - insbesondere aktive Widerstandsaktionen und politische Streiks in den Betrieben.

("rf-news" wird heute im Laufe des Abends eine erste Bewertung der Landtagswahlen, insbesondere in Baden-Württemberg, veröffentlichen.)