Umwelt

Radioaktive Verseuchung aus Fukushima inzwischen weltweit messbar

03.04.11 - Trotz der international koordinierten Verharmlosungsstrategie müssen die bürgerlichen Medien inzwischen auch von der Zunahme der radioaktiven Verseuchung im weiten Umkreis von Fukushima, von der Verseuchung des Meeres und einer weltweiten Verbreitung der radioaktiven Belastung berichten. Es wird aber so getan, als ob das keine Gefahr für die Menschheit außerhalb Japans darstelle, nur ein Problem für die japanische Fischerei und die in der japanischen Küche beliebten Meeresalgen wäre, weil sich die Radioaktivität "verdünnen" würde. Das ist eine verbrecherische Verharmlosung, zumal von einer lang anhaltenden radioaktiven Verstrahlung ausgegangen werden muss. Es gibt auch keine "ungefährliche Aufnahme" radioaktiver Isotope im Körper. Diese lagern sich in den Knochen und Organen an, lösen Krebs und Immunkrankheiten aus, schädigen das Erbgut.

Radioaktive Partikel, die mit den Tausenden Kubikmetern verseuchter Wassermassen ins Meer strömen, breiten sich dort aus. Das Hamburger "Johann Heinrich von Thünen-Institut" für Meeresökologie ging kurz nach dem Reaktorunglück in Fukushima davon aus, dass Cäsiumisotope - Cs-134, die eine Halbwertzeit von zwei Jahren haben und Cs-137 mit einer Halbwertzeit von 30 Jahren - in die Atmosphäre gelangten. Die Wissenschaftler des Institutes hielten es für wahrscheinlich, dass sich aufgrund der Änderung des Wetters und der Windrichtung das Cäsium großflächig über dem Pazifischen Ozean verteilt, und auch mit der Schneeschmelze und dem Regen, in das Meerwasser fließt. Dort werden die Kontaminationen (Verunreinigungen) durch die Nahrungskette in allen Meerestieren und Pflanzen aufgenommen.

Da das freigesetzte Cäsium mit Kalium verwandt ist, wird es von den Organismen schnell im Stoffwechsel verarbeitet. Erfahrungsgemäß kann es zuerst im Plankton nachgewiesen werden. Danach sind auch Muscheln und Algen, die einen größeren Wasserumsatz benötigen, betroffen. Erst einige Wochen später kann das Cäsium auch in den Meerwassertieren nachgewiesen werden. Entgegen dieser kritischen Anmerkungen konzentriert sich das Institut jetzt darauf, zu verbreiten, dass für in Deutschland zum Verzehr angebotene Fische keine Gefahr bestünde, weil von 900.000 Tonnen importiertem Fisch nur 60 Tonnen aus Japan stammten. Warum wurden von der EU dann im Eilverfahren die Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel heraufgesetzt? ("rf-news" berichtete) Wurden die Wissenschaftler des Instituts zurückgepfiffen?

Bereits jetzt wird in den USA radioaktive Belastung der Milch festgestellt. Der so genannte "Jetstream" (ein "Starkwindband") in Höhen von 10 bis 16 Kilometern treibt die radioaktiven Wolken über Japan und dem japanischen Meer mit Geschwindigkeiten von über 540 Kilometern pro Stunde von Ost nach West über den Pazifik, was jetzt bereits zu radioaktiven Niederschlägen in den USA und Kanada führt. Gemessen wurde erhöhte Radioaktivität mittlerweile nicht nur in Kalifornien, sondern auch in Florida sowie Nord- und Süd-Carolina. Wo Gebirge im Weg sind, werden die Wolken aufgehalten und regnen sich ab. Die radioaktiven Partikel gelangen in den Boden, das Grundwasser, Flüsse und Seen. Messungen an der Ostküste der USA in Ohio zeigten in Regenwasser gestiegene Werte von Jod-131, was eine Folge der Nuklearkatastrophe in Japan ist. 

Die Westküste Kanadas ist ein besonders regenreiches Gebiet - hier sind schon jetzt Wälder durch globale Schadstoffe belastet. Am 30. März haben Wissenschaftler der "Simon Fraser University" im kanadischen Vancouver in aufgefangenem Regen und in Algen aus dem Hafen in der Innenstadt Spuren von Jod-131 entdeckt. Eine Woche, nachdem die Atomanlage von Fukushima vom Erdbeben und Tsunami zerstört wurde, hatten die Messgeräte in Vancouver noch keinerlei Radioaktivität durch Jod-131 angezeigt. Bereits am 25. März 2011 waren die Werte jedoch auf elf Becquerel pro Liter angestiegen, berichtete der Fernsehsender CTV aus Vancouver.

Ein Grund mehr, auf den morgen stattfindenden Montagsdemonstrationen und Protestaktionen die verbrecherische Verharmlosung der Atomkatastrophe zu entlarven, und für die Schaffung einer weltweiten kämpferischen Widerstandsfront einzutreten.