Umwelt

Verheimlicht E.on Gründe für die Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld?

Schweinfurt (Korrespondenz), 01.04.11: Auch das AKW Grafenrheinfeld (Nähe Schweinfurt), ein Druckwasserreaktor, der 1981 ans Netz ging und in dem seit 2001 auch die plutoniumhaltigen MOX-Brennelemente eingesetzt werden, ist vom Betreiber E.on jetzt heruntergefahren und abgeschaltet worden, obwohl er nicht unter das "Atom-Moratorium" der Bundesregierung fällt. E.on erklärt, dies sei nur wegen der erforderlichen Revision, dem Austausch von 28 Brennelementen und dem Austausch eines Anschlussstutzen der Volumenausgleichsleitung im Bereich des Thermoschutzrohrs erfolgt.

Tatsache ist aber, dass es bereits im Juni 2010 nach Ultraschall-Untersuchungen Hinweise auf einen Riss im Bereich eines Thermoschutzrohres gab, die von E.on und der bayrischen Atomaufsicht bis Dezember 2010 vor der Öffentlichkeit verheimlicht worden sind. Der Vorfall sei angeblich nicht meldepflichtig gewesen. Der mögliche Riss von 2,7 Millimetern liegt im Innenbereich des Reaktors, im nuklearen Teil der Anlage an einer Leitung, die den Hauptkühlkreislauf mit dem Druckbehälter des Reaktors verbindet.

Ein Bruch der Leitung würde zu "schwerem Kühlmittelaustritt" und in der Folge zu einem in Deutschland so noch nie da gewesenen "Störfall der Stufe 3" führen, wie Atomkraftgegner Stellungnahmen des Bundesumweltministeriums zitieren.

Sofortige Offenlegung aller Fakten, die zur Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld geführt haben! Auch in den deutschen AKWs tickt eine Zeitbombe. Stilllegung aller AKWs!