Politik

Montags ist Tag des Widerstandes

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 05.04.11: Der gestrige Tag unterstrich eindrücklich die Notwendigkeit, heute vielfältig aktiv zu werden! Zunächst traf sich um 16.30 Uhr die kämpferische Opposition gegenüber von Schloss Horst, um antifaschistisch Flagge zu zeigen: "Es darf nicht selbstverständlich werden, dass faschistoide Kräfte in Gelsenkirchen tagen und ihr reaktionäres Gedankengut verbreiten, diesmal im Verbund mit ultrareaktionären Siedlungspolitikern aus Israel!"

Über 60 Menschen demonstrierten mit Menschenkette, Liedern und offenen Mikrophon, das allen Engagierten - jung und alt - die Gelegenheit gab, Position zu beziehen. Unüberhörbar war auch der Protest, dass die Stadt Gelsenkirchen immer wieder Räume zur Verfügung stellt.

Ein Teil ging - wie jeden Montag - zur Montagsdemo in die Innenstadt. Jeden Montag kommen dort derzeit mehr Menschen, um über den Fortgang der Atomkatastrophe in Fukushima zu hören und zu sprechen. Physiker Peter Reichmann klärte diesmal vor allem auf über die verheerenden Folgen des derzeitigen Lecks an Reaktor 2, durch das hoch radioaktiv verstrahltes Wasser ins Meer gelangt.

Empörung über die untauglichen Versuche, es mit Kunstharz, Spänen und Zeitungspapier zu stopfen. Entsetzen über den Widerstand von Tepco und der japanischen Regierung, Sachverstand aus der ganzen Welt in Japan zuzulassen. Dieter Grünwald sprach vor allem gegen die verheerende Desinformationspolitik. Fast 100 Menschen standen diesmal um zuzuhören, zu gedenken, zu protestieren und zu diskutieren.

Und wieder einmal - wie schon so oft in der Geschichte der Montagsdemo seit 2004 - hieß es Abschied nehmen! "Time to say good bye" zu einer der Koryphäen der unsozialen Berliner Politik: diesmal zu Guido Westerwelle, dessen Absturz nicht zuletzt mit seiner Beschimpfung der Hartz-IV-Empfänger (Stichwort: "spätrömische Dekadenz") begann. Von Peter Hartz bis Edmund Stoiber - die Montagsdemo hat schon viele "überlebt". Sie wird weiter lebendig bleiben, solange Widerstand Not tut.