Betrieb und Gewerkschaft

600 Mannesmänner gehen zur kämpferischen Info-Veranstaltung ans Werkstor

Mülheim (Korrespondenz), 15.04.11: "Heute gehen wir in Mülheim raus, morgen in Düsseldorf, übermorgen vielleicht in Paris!" Bei solch kämpferischen Tönen erhielt der Betriebsratsvorsitzende von V&M (Vallourec&Mannesmann) Applaus von den rund 600 Kollegen, die zur Infoveranstaltung ans Werkstor gekommen waren.

Die komplette Frühschicht plus Lehrwerkstatt war erschienen. 300 Arbeitsplätze sind in Gefahr, wenn V&M das Konzept "Streamline" so wie geplant umsetzen will. Die MLPD verteilte eine Solidaritätserklärung an die Kollegen. Darin hieß es unter anderem:

"Eure heutige Aktion fünf vor 12 ist  ein wichtiger Schritt, der zeigt, dass die Belegschaft nicht bereit ist, die Pläne der V&M-Geschäftsleitung einfach hinzunehmen. Outsourcing und Leiharbeit soll die Belegschaft spalten. V&M will mit dem 'Streamline'-Konzept nichts anderes als ihre Profite steigern auf dem Rücken der Belegschaft. Der Kampf um Arbeitsplätze kann nur auf Kosten der Profite und mit aller Härte geführt werden. Gegen die verschärfte Ausbeutung und den Arbeitsplatzabbau in den Betrieben ist die Forderung nach der 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich die richtige offensive Antwort."

Während der anwesende IG-Metall-Bevollmächtigte keinerlei Anstalten machte, zu den Kollegen zu sprechen, wurde der Geschäftsleitung breiter Raum zur Eigenwerbung gegeben. Werkleiter Dr. Ring bat um Verständnis und verwies auf die Konkurrenz in China, derer man ausgesetzt sei. Er kündigte das größte Investitionsprogramm seit 1972 an, um für die Zukunft gerüstet zu sein und Mülheim als besten Standort rauszuputzen. Bester Standort durch Vernichtung der Arbeitsplätze? So eine Zukunft wollen wir nicht, Herr Dr. Ring!