International

"Internationalismus live" und der demokratische Volksaufstand in Tunesien

15.04.11 - "Der demokratische Volksaufstand in Tunesien und die Perspektive der sozialistischen Revolution" - das war gestern Abend das Thema einer Veranstaltung im Gelsenkirchener Kultursaal Horster Mitte mit rund 300 Besuchern. Es wurde ein spannender Abend.

Der Vorsitzende der MLPD, Stefan Engel, begrüßte Teilnehmer und die beiden Gäste und Mitglieder der "Kommunistischen Arbeiterpartei Tunesiens" (PCOT), den Genossen Mondher Khalfaoui aus Tunesien und einen Sprecher der "Front 14. Januar" und Vertreter der PCOT in Deutschland. Die Genossen berichteten anschaulich, dass der Funke, der zum Aufstand im Dezember in Tunesien führte, ein lange Vorgeschichte des Kampfes der Volksmassen und der beharrlichen Kleinarbeit der Kommunisten unter brutaler Verfolgung hatte.

Nach dem Sturz der Diktatur des Clans von Ben Ali haben die Volksmassen bereits zwei Übergangsregierungen gestürzt. Diese wollten keine grundlegende Änderung, sondern kooperierten mit den Imperialisten. Auch die dritte Übergangsregierung ist keine wirkliche Alternative und bereit, den Massen die Früchte des Aufstands vorzuenthalten.

Unter den Kräften in der Opposition gegen Ben Ali gab es zwischen Linken, Kommunisten, Liberalen (d.h. bürgerlich demokratischen Parteien) und Islamisten ein gemeinsames Interesse an der Beseitigung des faschistischen Regimes. Diese gemeinsame Plattform ist danach von den Liberalen und den Islamisten aufgekündigt worden. Beide widersetzen sich dem Wunsch des Volkes nach einer demokratischen antiimperialistischen Revolution und der Fortsetzung des mit dem Aufstand begonnenen Kampfs für die Befreiung der Frau.

Von Teilnehmern wurden viele Fragen zum weiteren Kampf des tunesischen Volkes gestellt. Mit großem Beifall wurde aufgenommen, dass die Genossen ihren revolutionären Kampf nicht nur auf Tunesien beziehen, sondern als eine Errungenschaft der internationalen Arbeiterbewegung und des weltweiten Kampfs für eine sozialistische Perspektive der Abschaffung jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung ansehen. Eine Spendensammlung brachte über 800 Euro für die internationalistische Arbeit der MLPD.