Politik

1.300 demonstrieren gegen faschistischen Brandanschlag in Winterbach/Baden-Württemberg

Schwäbisch-Gmünd (Korrespondenz), 19.04.11: In der Nacht von Samstag, 9. April, zum 10. April hatten Faschisten bei Winterbach im Remstal/Baden-Württemberg mehrere Ausländer angegriffen, dann eine Waldhütte in die sich einige geflüchtet hatten, in Brand gesetzt und, als sie sich daraus befreiten, weiter verfolgt ("rf-news berichtete"). Die Medien sprachen von einer „Geburtstags-party“ der Nazis, bei der es zu diesem Übergriff gekommen sei.

Am Sonntag, den 17. April, fand eine Demonstration gegen diesen faschistischen Brandanschlag in Winterbach statt. Bei schönstem Sonnenwetter und unter blühenden Bäumen versammelten sich am S-Bahnhof Menschen aller Couleur, um gegen die Sumpfblüte des braunen Terrors zu demonstrieren. 1.300 Teilnehmer zählten die Veranstalter im Gesamten: Junge, Alte, Autonome, Jusos, Grüne Jugend, Gewerkschafter, Marxisten-Leninisten, Anhänger der Linkspartei, DKP-ler, SPD-ler und wohl viele Parteilose.

Zu Beginn sprach der Bürgermeister von Winterbach, der sich für die schnelle Reaktion gegen die Nazis bei den Anwesenden bedankte. Er betonte, dass man in seiner Gemeinde für ein gutes Auskommen aller Nationalitäten sei. Es gab weitere Reden bei der Auftaktkundgebung und nach der Demonstration zur "Linde" in Weiler, einem Treffpunkt der Nazis. Alle Redner verurteilten die verabscheuungswürdige Tat der Faschisten. Es wurde  aufgezeigt, dass es im Rems-Murr-Kreis zahlreiche Umtriebe der Braunen gibt, die von den Behörden nicht nur geduldet, sondern dadurch ermuntert werden.

Der Sprecher der MLPD zeigte unter anderem auf: "Wenn tatsächlich die Mehrzahl der Tatverdächtigen nicht aus dem Rems-Murr-Kreis stammt, muss man die so genannte 'Geburtstagsparty' erkennen als Teil der Vorbereitungen auf eine geplante überregionale faschistische Demonstration am 1. Mai in Heilbronn. Wie schon 2009 in Ulm und 2010 in Schweinfurt wollen die Nazis diesen Kampf- und Feiertag der Arbeiter okkupieren. Ihre Stoßrichtung ist aber erwiesenermaßen gegen die Gewerkschaften, gegen die revolutionären Organisationen der Arbeiterklasse und gegen alle linken Parteien gerichtet." Er erinnerte an die Drohungen von Nazis gegen den Marxisten-Leninisten in Dortmund, Gerd Pfisterer, und gegen den Kandidaten der Linkspartei im Rems-Murr-Kreis, Reinhard Neudörfer.