Umwelt

Atomkraftgegner protestieren gegen den Bau des ersten Kernkraftwerkes in der Türkei

20.04.11 - Am Sonntag, den 17. April, gab es eine 159 Kilometer lange Menschenkette von Mersin nach Gulnar, in die sich Zehntausende Menschen einreihten. Das erste Kernkraftwerk soll in Akkuyu im Landkreis Mersin nahe der türkischen Mittelmeerküste gebaut werden. Das russische Unternehmen Rosatom will das Kernkraftwerk für 20 Milliarden US-Dollar vor finanzieren. Mit dem Bau soll Ende 2011 begonnen werden. Der Ort Akkuyu liegt nur 25 Kilometer von der Ecemis-Erdbebenspalte entfernt.

Die Atomkraftgegner wollen in der Türkei kein zweites Japan. Sie protestieren mit der Losung: "Wir sind das Volk - wir wollen keine Atomkraftwerke!" "Wir wollen keine Nuklearzentrale werden und wollen auch keine Nuklearwaffen haben!"

Der Protest wurde organisiert von der NKP (Nukleer Karsiti Platform), in der verschiedenste Organisationen, Parteien und Einzelpersonen zusammengeschlossen sind. Ihre website: www.nukleerkarsitiplatform.net.

Auch am 24. April soll es in Istanbul im Stadteil Kadiköy eine Demonstration gegen Atomkraft geben und am 26. April mobilisieren Anti-AKW-Gegner aus der Schwarzmeer-Region auf dem Taksim-Platz zu einer Kundgebung gegen die Atompolitik der Regierung. Diese Gegend ist besonders von der Katastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren betroffen.

Hinweis: Die ICOR ("Internationale Koordination revolutionärer Parteien und Organisationen") hat anlässlich des Tschernobyl-Tags am 26. April zu einem internationalen Kampftag gegen die imperialistische Atompolitik aufgerufen (hier die Resolution der ICOR).