Betrieb und Gewerkschaft

Halle: Frank Oettler erneut mit politisch motivierter Kündigung bedroht

Halle (Korrespondenz), 23.04.11: Die HAVAG-Geschäftsführer Pietsch und Girard bedrohen den Straßenbahnfahrer und aktiven Gewerkschafter Frank Oettler erneut mit einer politisch motivierten Kündigung.

Dazu erschien am Freitag ein vom Solidaritätskreis "Kollegenhilfe" herausgegebenes Flugblatt, das massenhaft in Halles Innenstadt und an die HAVAG- Kollegen verteilt wurde.

Es löste eine Welle von Wut und Empörung gegen diese Geschäftsleitung aus, bis hin zu Solidaritätsbekundungen für die kämpferische und unbeugsame Haltung des Kollegen Oettler, dessen Arbeitsplatz wir bereits gemeinsam mit den Anwälten der DGB-Rechtsschutz-GmBH nach politischen Kündigungen zweimal zurück erkämpft haben.

Am 29.04.2011 um 11.45 Uhr findet in Halle am Arbeitsgericht in der Thüringer Straße das nächste öffentliche Gerichtsverfahren: "HAVAG- Vorstand gegen den Betriebsrat und Frank Oettler", ein sogenanntes Zustimmungsersetzungsverfahren, statt. Hier will sich der Vorstand die nicht erteilte Zustimmung des Betriebsrates zu zwei Kündigungen von 2008 durch das Gericht ersetzen lassen.

Desweiteren wurde heute bekannt, das der Kollege Oettler letzten Freitag unmittelbar nach Ablösung an der Haltestelle Riebeckplatz von seinem Abteilungsleiter eine sogenannte Anhörung überreicht bekam. Die Geschäftsleitung verlangte eine Stellungnahme von ihm zu Meinungsäußerungen, welche er vor 3 Jahren gemacht haben soll.

Soll seine erneute Entlassung der Auftakt für die neue Welle der Arbeitsplatzvernichtung sein? Ist das der Versuch der Herren Vorstände, so jeden Widerstand zu unterdrücken? Ist das ihr Demokratieverständnis? Sie sind die Herren und wir sollen spuren?

Es sieht ganz danach aus, das hier die Maske der Biedermänner fällt.
Immerhin sollen 140 Stellen in dem Betrieb, der wohl im Jahre 1990 noch fast 2.000 Arbeitsplätze hatte und jetzt noch über ca. 840 Arbeitsplätze verfügt, vernichtet werden. Da stellt sich die Frage der Zukunft der Jugend. Halle braucht dringend neue Arbeitsplätze. Und in der Belegschaft der HAVAG ist längst nicht zu Ende diskutiert, ob man das alles so hin nehmen wolle. Dabei brauchen die Koleginnen und Kollegen auch unbedingt die Unterstützung der Bevölkerung der Stadt, nicht nur der Fahrgäste.

Ein Grund mehr, auch am 1. Mai den Protest in Halle zu den DGB- Aktivitäten ab 10.00 Uhr auf dem Marktplatz auf die Straßen zu tragen.