Politik

Solidarität mit Gerd Pfisterer und seiner Familie - Kampf den feigen Morddrohungen der Faschisten!

20.04.11 - In der Nacht vom 13./14. April bedrohten Faschisten den Betriebsrats-Vorsitzenden von HSP Dortmund, Gerd Pfisterer, und seine Familie. "Kommis töten" und ein Hakenkreuz sprühten sie in großen Buchstaben an die Hauswand. Auch das Klingelschild mit seinem Namen war übersprüht. Zusätzlich noch ein großes Hakenkreuz sprühten die Täter auf die Haustüre. Gestern, am 19. April, erhielt er um 7.20 Uhr eine SMS mit dem Text: "Hallo Gerd, wir kriegen dich und Anke, linkes Ungeziefer von der Straße treten. Rot Front zerschlagen." Gerd Pfisterer ist als Mitinitiator der kämpferischen "Dortmunder Erklärung", als ehemaliger Streikführer im Arbeitskampf der Stahlarbeiter in Rheinhausen 1987/88, als aktiver Antifaschist und Bundestagskandidat auf der Offenen Liste der MLPD Nordrhein-Westfalen weit über Dortmund hinaus bekannt.

In Dortmund ist seit einiger Zeit ein verstärktes und aggressiveres Auftreten der Faschisten gegen die Arbeiter- und Volksbewegung und revolutionäre Kräfte zu beobachten. So sind sie bei Demonstrationen zum Internationalen Frauentag am 12. März und bei der Demonstration der IG Metall anlässlich des Aktionstages gegen die Leiharbeit und Massenentlassungen bei Conti am 24. März provokativ aufgetreten und haben Teilnehmer bedroht. In der Nacht vom 12./13. April haben Faschisten im alternativen Café "Aufbruch" in Hörde das Schaufenster mit Parolen besprüht und in Lütgendortmund wurden eine Nacht später bei einer Antifaschistin Hakenkreuze geschmiert. Dass der Anschlag kurz vor dem 1. Mai stattfand, ist sicher auch kein Zufall. Wir erinnern uns noch sehr gut an den Überfall der Faschisten auf die DGB-Demo in Dortmund 2009.

In einem aktuellen Interview mit der "Roten Fahne" schätzt Gerd Pfisterer den Hintergrund nüchtern ein: "Es ist ganz offensichtlich, dass angesichts der Krisenhaftigkeit des kapitalistischen Systems die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung und ihre Repräsentanten, vor allem die revolutionären Kräfte mehr und mehr ins Visier des faschistischen Terrors kommen."

Noch am selben Tag wurde von Gerd Pfisterer und der MLPD Dortmund die Öffentlichkeit informiert und der Protest organisiert. Der Anschlag stieß auf breite Empörung und Ablehnung. Von vielen Freunden und Repräsentanten demokratischer Bewegungen oder Parteien hat Gerd Pfisterer sofortige Solidarität erfahren. Die Nachbarn wurden in einem Brief informiert und viele davon stehen hinter der Familie und bekundeten ihre Bereitschaft, bei der Aufklärung und beim Schutz der Pfisterers zu helfen. Gemeinsam mit Rotfüchsen, Jugendlichen aus der Nachbarschaft und weiteren Nachbarn wurden am 19. April die Schmierereien beseitigt. Es wurde ein Transparent mit der Aufschrift "Verbot aller faschistischen Organisationen" gemalt und über den beseitigten Schriftzug gehängt.

Auch die Dortmunder Presse berichtete und auf der IGM-Delegiertenversammlung am 14. April wurde eine Solidaritäts- und Protesterklärung verabschiedet. Heute hat ihm die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Ulla Jelpke, ihre Solidarität in einem Brief erklärt und sie fordert auf ihrer Homepage: "Ich forderte die Polizei und Staatsanwaltschaft auf, den Nazi-Terror endlich ernst zu nehmen und die Morddrohungen gegen Gerd Pfisterer konsequent zu verfolgen. Angesichts des bisherigen zögerlichen Vorgehens der Behörden gilt es um so mehr, den antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren."

Anders reagierten allerdings Polizei und den Staatsschutz. Trotz sofortiger Information und Anzeige hielten sich die Behörden wieder mal äußerst diskret zurück und erst heute hat die Polizei es überhaupt für nötig gefunden, die Nachbarn zu befragen!

Noch einmal Gerd Pfisterer: „Die Solidarität, die meine Familie und ich jetzt erfahren, der Aufschwung der antifaschistischen und Anti-AKW-Bewegung, die Massenerhebungen in Nordafrika, die sich weltweit entwickelnde Rebellion der Jugend sind Zeichen eines Aufbruchs, die mich als Revolutionär optimistisch in die Zukunft blicken lassen. Für diesen Kampf immer mehr Menschen, vor allem Jugendliche, zu begeistern, das ist für mich und meine Familie die wichtigste Schlussfolgerung aus dem Anschlag!“

(Das ganze Interview mit Gerd Pfisterer ist in der neuen Roten Fahne, die am Freitag erscheint)

 

mehr Infos unter gerdpfisterer.mlpd.de (ohne www)