Umwelt

Tschernobyl-Tag am 26. April wird weltweit in rund 100 Ländern vorbereitet

21.04.11 - Die "Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen" (ICOR) hat in ihrem Aufruf die Initiative für einen internationalen Aktionstag am 26. April ergriffen:

"Ergreifen wir die Initiative für breite Aktionseinheiten mit einer klaren antiimperialistischen Stoßrichtung gegen die verbrecherische Politik der Atomkonzerne. Verbinden wir dies mit einer Kritik an dem kapitalistischen System, das immer neue wirtschaftliche, politische und ökologische Krisen produziert. Organisieren wir überall Demonstrationen, Kundgebungen oder Veranstaltungen als Teil beim Aufbau einer weltweiten Widerstandsfront zum Erhalt der Lebensgrundlagen der Menschheit. Die ICOR schlägt vor, den 26. April, den 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl als einen weltweiten gemeinsamen Aktionstag zu organisieren. Es ist der Tag an dem sich vor 25 Jahren der bis zur Katastrophe in Fukushima größte Super-GAU eines AKW ereignete." (siehe der gesamte Aufruf der ICOR) Der Internationale Bund des Kampfes der Völker (ILPS) hat dies aufgegriffen und ruft auch an diesem Tag zu Aktionen auf.

In gut 100 Ländern werden  Aktionen erwartet, die von zahlreichen Organisationen, Umweltbewegungen und Initiativen getragen sind. In Deutschland finden 12 größere regionale Anti-AKW Demonstrationen auch bereits am Vortag, Ostermontag den 25. April, statt: Bei den AKWs Brunsbüttel, Essensham, Krümmel, Grohnde, Grafenrheinfeld, Biblis, Philippsburg, Neckarwestheim, Gundremmingen, sowie der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau, am Schacht Konrad und bei dem Zwischenlager Lubmin (Termine und genaue Orte siehe www.tschernobyl25.de/). 

Am 26. April selbst finden auch in zahlreichen Innenstädten Kundgebungen bzw auch Demonstrationen statt. In etlichen Betrieben sind Protestaktionen geplant und vorbereitet. So auf Initiative von Vertrauensleuten von Mann+Hummel (Ludwigsburg), von SKF in Schweinfurt, von Voith in Heidenheim und bei ThyssenKrupp in Duisburg, wo am 26. April  eine Mahnwache von 12.30 bis 15.30 Uhr vor Tor 1 stattfinden wird.

"rf-news" wird laufend von den Vorbereitungen und Durchführungen des "Tschernobyltags" berichten.

Heute dokumentieren wir ein Schreiben aus Japan an das Vorbereitungskomitee für den internationalen Umweltratschlag, der am 9/10. Oktober 2011 stattfinden wird. Das 2. bundesweite Vorbereitungstreffen für  diesen Umweltratschlag hatte eine Einladung und einen Solidaritätsbrief nach Japan geschickt. Hier ist die Antwort (Auszug):

"Die internationale Unterstuetzung ist zunehmend wichtig für uns, weil die 'Förderung des AKW-Exportes' der Hauptschwerpunkt der 'Neuen Strategie für Wachstum' von der Japanische Regierung und den japanischen Finanzkreisen ist. Euer Kampf gegen die Atomkraftwerke hat uns in Japan sehr ermuntert. Obwohl die japanische Medien keine wesentliche Nachrichten über unseren Kampf hier im Land melden, berichten sie über eure großen Kundgebungen und Demonstrationen in Deutschland." Mit herzlichster und wärmster Solidarität, SETO Tadashi, Doro-Chiba Internationale Arbeitersolidaritätskomitee.

 

In eigener Sache: Wir bekamen einige Anfragen, ob die MLPD zu dem Tag noch ein neues Flugblatt herausgeben wird. Das ist nicht der Fall. Mit der neuen "Roten Fahne" 16/2011 mit dem Schwerpunktthema werden viele Argumente und Fakten dazu geliefert, die Massenbroschüre "Internationaler aktiver Widerstand  zur sofortigen Stilllegung aller Atomkraftwerke"  behandelt das Thema ausführlich und darüber wird die MLPD vor allem auch das neue Buch von Stefan Engel "Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution" bewerben und verkaufen. Dieses liefert Hintergründe und einen grundlegenden Ausblick auf die Perspektive im Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung, Unterdrückung und Umweltzerstörung.