Umwelt

Was kostet die Abschaltung aller AKWs und wer soll sie bezahlen?

18.04.11 - Eine Abschaltung aller AKWs würde den Strompreis für den Verbraucher in die Höhe treiben. Das erklärten unisono alle führenden deutschen Kernenergiebetreiber Mitte der Woche. Kurze Zeit später meinte dann Umweltminister Norbert Röttgen (CDU): Die Energiewende sei "nicht zum Nulltarif" zu haben und löste damit eine breite Debatte über angeblich notwendige Strompreiserhöhungen aus.

Warum soll die Abschaltung der AKWs kostenbelastend sein? Mit jedem Monat des Betriebs haben die Konzerne bisher für die abgeschriebenen Anlagen Maximalprofite eingefahren. Der offizielle Reingewinn des Betriebs eines einzigen AKW pro Tag wird mit einer bis zu 2,2 Millionen Euro beziffert. Das wären, wenn nur zwei Drittel aller abgeschriebenen deutschen 17 AKWs ständig am Netz sind, im Monat zwischen 300 bis 600 Millionen Euro Gewinn.

Jetzt kam raus, dass die Stromkonzerne die Produktion von Atomstrom für die Zeit des Moratoriums von März bis Juni bereits auf spekulativer Basis für rund 500 Millionen Euro verkauft haben. Diese Spekulationsgewinne könnten in Gefahr geraten, wenn sie Strom aus anderen Quellen nachkaufen müssten. Eine sofortige Abschaltung geht auf Kosten der Maximalprofite!

Von wegen, sie würde zwangsläufig die Masse der Verbraucher belasten. Es ist sogar umgekehrt: Jeder weitere Betrieb kostet den Steuerzahler enorme Kosten bis in alle Ewigkeit. Denn monatlich fällt rund 30 Tonnen hochgiftiger Atommüll an, dessen Endlagerung bis heute nicht gesichert ist und aus der Staatskasse finanziert wird. Die Konzerne begründen die Strompreiserhöhung mit neuen Investitionskosten in erneuerbare Energien und den Neubau von Stromnetzen.

Für Investitionen in erneuerbare Energien war ja unter anderem aber die Brennelementesteuer gedacht. Dafür waren 2,3 Milliarden Euro eingeplant. Deren Überweisung haben sie storniert. Jetzt verweigern sie die Steuer und listen das auf das Konto ihrer erhöhten Kosten durch die Abschaltung der AKWs!? Die Investition in neue Netze war ohnehin geplant. Rücksichtslos sollen riesige neuen Trassen für Überlandleitungen gezogen werden statt unter der Erde verlegter Kabel. Zu Recht lehnt das die Bevölkerung der betroffenen Gebiete ab. Die Forderung gilt: "Sofortige Abschaltung aller AKWs auf Kosten der Betreiber!"

Wir empfehlen die aktuelle Broschüre der MLPD: "Internationaler Aktiver Widerstand zur sofortigen Stilllegung aller Atomkraftwerke!"