Umwelt

Gestern fand der weltweite Tschernobyltag statt

27.04.11  - Anlässlich des 25. Jahrestags der Tschernobyl-Katastrophe demonstrierten auf der ganzen Welt Menschen für die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke. In Vilnius, der Hauptstadt von Litauen, gingen 500 Menschen gegen die Pläne für den Bau von zwei AKWs in Grenznähe auf die Straße. In der finnischen Hauptstadt Helsinki beteiligten sich ca. 900 Menschen an den Protesten. In Weißrussland beteiligten sich mehrere Hundert Menschen an der Demonstration unter dem Motto: "Wir brauchen kein zweites Tschernobyl". In der Schweiz bildeten 500 Atomkraftgegner eine Menschenkette um das AKW Mühleberg. Eine erste Meldung ging aus Indien ein, wo sich weit über 1.000 in zahlreichen Städten an Protesten beteiligten. 120. 000 beteiligten sich bereits am Ostermontag an 12 regionalen Großdemonstrationen in Deutschland, 25 000 in Cattenom und Fessenheim (Frk) und 2.600 demonstrierten in der Schweiz. In Japan beteiligten sich über 5.000.(Weitere Berichte werden folgen) Es gab auch Aktionen, die sich ausdrücklich auf den Aufruf der ICOR (Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen) zusammen mit dem „Internationalen Kampfbund für Befreiung“ (IPLS) für einen internationalen Aktionstag am 26.04. bezogen. Auch in und vor Betrieben kam es zu kurzzeitigen kleineren Aktionen oder Mahnwachen, bzw. fanden intensive Diskussionen über den notwendigen Widerstand gegen die verbrecherische Atompolitik statt. Bei Thyssenkrupp gab es ab bei Schichtwechsel vor dem Werkstor 1 in Duisburg-Bruckhausen eine Protestaktion, an der sich rund 30 aktive Gewerkschafter beteiligten.

Gestern gab es in einer ganzen Reihe von Städten größere und kleinere Aktionen, wovon wir erste Korrespondenzen erhalten haben. Aus ihnen geht hervor, dass  unbestritten eine große Einheit über die Forderung nach der „sofortigen Stilllegung aller AKW weltweit und auf Kosten der Betreiber“ besteht. Sie entwickelt immer mehr Anziehungskraft, entgegen den regierungsamtlichen Vorstellungen und Aussagen, die unter „Ausstieg“ sehr unterschiedliche Dinge verstehen. Sei es nur die Stilllegung der 7 ältesten AKW oder sogar nur eines Teils davon, oder das Zurück zum „Atomkonsens“ von 2000 mit möglichen Laufzeiten einzelner AKW bis über das Jahr 2032 hinaus.

Ebenfalls berichten unsere Korrespondenten über ein großes Misstrauen in die herrschende Politik unter der Bevölkerung. So aus Stuttgart: „Jeder Betrug mit irgendwelchen "Einstiegen in den Ausstieg"  ist auch gerade im Blick auf die neue Grüne-SPD Regierung in Baden-Württemberg entschieden abzulehnen.“  Vielfach wurde der Betrug und die Meinungsmanipulation von Monopolen und Regierung angegriffen, dass der sofortige Ausstieg angeblich zwangsläufig zur Verteuerung der Stromkosten führen müsse. Wenn die Gefahr für Leben und Gesundheit heruntergespielt wird, bringt das die Menschen besonders in Rage und zur Einsicht, dass „härtere Bandagen“, so eine Frau aus Duisburg-Walsum, notwendig sind. Empört meinte ein Kollege in Recklinghausen am offenen Mikrofon: „Wenn der sogenannte Experte der UNO – Hans Blix – behauptet, die Menschheit könne ohne Probleme regelmäßige Super-GAUs verkraften, dann spricht aus so einer Aussage eine verbrecherische Gesinnung, die ihresgleichen sucht ... .“  

Von der MLPD wurde vor allem die Frage nach der Perspektive des echten Sozialismus aufgeworfen. Darüber gab es engagierte und solidarische Diskussionen. Die vorgetragene Aussage in der ICOR-Erklärung „Entweder der Imperialismus zerstört die Lebensgrundlagen der Menschheit durch eine weltweite Umweltkatastrophe oder der Kapitalismus wird besiegt und mit einem neuen Aufschwung im Kampf für den Sozialismus die Einheit von Mensch und Natur wieder hergestellt“ traf nicht nur in Hamburg auf interessierten Beifall. Gerade unter Jugendlichen stieß der aktive Widerstand auf großes Interesse, an mehreren Orten konnte der Rebell viele neue Mitstreiter für rebellische Widerstandsgruppen gewinnen.

Infos und Materialien für rebellische Widerstandsgruppen:

Auf www.rebell.info gibt es neues Material für die rebellischen Widerstandsgruppen für die sofortige Stilllegung aller AKWs und zum Kampf gegen die Klimakatastrophe. Unter anderem ein neues Flugblatt des REBELL, neue Mitmachlisten, Infos und Links.

Erste vorliegende Korrespondenzen aus den Orten (Auszüge) können hier gelesen werden.